25/06/2021
Mal zur Kenntnis, was ich so in der Mittagspause zu tun habe 🤨 (Antwort auf eine Facebook-Nachricht)
Guten Tag Herr..., Sie machen sich Luft, was Sie gern tun können. Ihre Vergleiche zur NS-Zeit sind deplatziert und gänzlich unzutreffend. Zu diesen Zeiten hätten Sie derartige Kritik nicht offen äußern können ohne in einem dunklen Gestapo-Keller zu landen.
Auch wir als Sozialdemokraten im Landkreis Saale-Holzland haben viele Aspekte der Corona-Schutzmaßnahmen sehr kritisch betrachtet und Kritik daran, soweit es uns möglich war, im direkten Gespräch an die Verantwortlichen in der Landesregierung getragen.
Sie vermischen in Ihrer Kritik einige Dinge. Zur verpflichtenden Masernschutzimpfung bei Aufnahme von Kindern in öffentliche Einrichtungen, kann ich Ihnen nur sagen, dass ich das unterstütze. Es geht hier um den Schutz besonders von Kindern unter einem Jahr, die nicht geimpft, aber sehr schwer erkranken können. Hier greift das Prinzip der Solidarität zu Schwächeren.
Eine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche in Bezug auf die Corona-Impfungen gibt es nicht, außer es liegen gesundheitliche Gründe vor. Das befürworte ich, denn eine generelle Impfempfehlung würde ich persönlich ablehnen. Der Impfstoff ist ohne langfristige Beobachtung auf dem Markt, das Risiko für Kinder und Jugendliche schwere oder gar tödliche Verläufe zu haben ist gering.
Kontaktbeschränkungen machen so lange Sinn, wie dieses Virus zirkuliert. Es wird nicht einfach verschwinden. Die Frage, die sich stellt, ist: "Wie können wir damit leben?" Was nicht passieren darf, ist, dass im Herbst bei ansteigenden Infektionszahlen die Schulen oder Kitas wieder schließen, aber Betriebe weiter ungebremst produzieren.
Ich denke, dass in den letzten Monaten viel falsch gemacht wurde und die Auswirkungen auf den sozialen Bereich viel zu wenig Beachtung gefunden haben. Hier muss angesetzt und die Kinder nicht unter Druck gesetzt werden, den Anforderungen der Gesellschaft zu genügen. Ihre Bedürfnisse müssen im Mittelpunkt stehen.
Ich bin überzeugte Sozialdemokratin, auch aus der Tradition dieser Partei heraus, die sich vehement gegen das NS-Regime gestellt hat und heute noch gegen rechte Strukturen in unserer Gesellschaft angeht. Insofern empfinde ich Ihre Gleichstellung von Menschen, die zumindest versuchen Verantwortung für die gesamte Gesellschaft zu übernehmen, als plumpe Beleidigung. Wenn Ihnen das zum inneren Seelenfrieden hilft, dann bitte. Ich bin voll berufstätig, alleinerziehende Mutter, Kreisrätin und in zig Vereinen aktiv. Ich versuche auf verschiedene Wegen und mit meinen Möglichkeiten die Welt ein bisschen besser zu machen. Und es ärgert mich sehr, wenn von "oben" auf "unten" geschlossen wird ohne, dass sich Kritiker wie Sie auch nur im Ansatz Gedanken machen, wie es denn anders gehen könnte.
Ich wünsche Ihnen dennoch alles Gute.
Mit besten Grüßen
Irene Schmidt
Fraktionsvorsitzende