07/11/2023
LEERSTAND VERDICHTEN
Update zum Ortsentwicklungsplan
Protokoll des Treffens der Gruppe Verkehr & Mobilität:
Der Versammlungsleiter war ein Stadtplaner.
Wenn Stadtplaner, Investoren aber auch Gemeindevertreter mit einem Projekt an der Küste konfrontiert sind, scheint es eine gängige Reaktion zu sein, zuallererst die Förderung des Tourismus und in dem Zusammenhang eine umfassende Verdichtung des Ortes in den Fokus jeder Diskussion zu stellen. Die Anliegen der Anwohner und des Umweltschutzes werden dabei oft bedenkenlos über Bord geworfen. Es scheint, als käme ihnen nie der Gedanke, dass es auch ein ungesundes Zuviel in dieser Hinsicht geben könnte.
Es ist daher nicht überraschend, dass trotz der Einwände der anwesenden Bürger von Hohwacht, der Diskussionsleiter immer wieder das Thema der Nachverdichtung anspricht und die Frage aufwirft, wie man mit dem erwarteten Anstieg des Verkehrsaufkommens umgehen soll.
Die behandelten Themen wurden somit stark von der Sichtweise des Stadtplaners geprägt. In der Sitzung wurden die folgenden Themen ausführlich besprochen:
1. Bushaltestelle und Verkehrszuführung:
Die Möglichkeit und Notwendigkeit einer zusätzlichen Bushaltestelle, insbesondere am Ortseingang, wurden intensiv erörtert. Ebenso brachte der Sitzungsleiter die Idee eines neuen Parkplatzes am Ortseingang und eines "Shuttle-Services" in den Ort zur Diskussion.
2. Leihfahrräder und Mobilitätsoptionen:
Eine Erweiterung des Leihfahrrad-Angebots wurde ausführlich besprochen, einschließlich der Planung von Abstellmöglichkeiten, E-Bikes und der nahtlosen Integration von Fahrradverleih und dem öffentlichen Nahverkehr an der Bushaltestelle.
3. Nachverdichtung und Überfremdung:
Das Thema Nachverdichtung wurde unerwartet von einem Mitglied der Gruppe B2K eingebracht, jedoch rasch aufgrund der Erkenntnis, dass Hohwacht nicht unter einem Mangel an Touristen, sondern unter einer Überfremdung leidet, beiseitegelegt.
4. Geisterort und Zweitwohnungssteuer:
Das zentrale Problem von Hohwacht ist, dass die Mehrheit der Wohnungen und Häuser in den Wintermonaten leer steht und nur für Ferienzwecke in den Sommermonaten genutzt wird. Dies stellt eine komplexe Herausforderung dar, da selbst die Forderung, den Hauptwohnsitz in Hohwacht zu registrieren, höchstwahrscheinlich nicht dazu führen würde, dass die Eigentümer dauerhaft vor Ort wohnen. Stattdessen würden sie weiterhin ihre Immobilien nur im Sommer nutzen, was zur Konsequenz hat, dass Hohwacht im Winter wie ein Geisterdorf wirkt und gleichzeitig Steuereinnahmen aus der Zweitwohnungssteuer verloren gehen.
5. Überalterung und Anziehung junger Familien:
Es wurde die dringende Notwendigkeit diskutiert, junge Familien nach Hohwacht zu locken. Dafür müsste der Ort für diese Zielgruppe attraktiver gestaltet werden.
Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Tatsache, dass die Erben älterer Hohwachter Immobilienbesitzer wahrscheinlich beabsichtigen, die Immobilien in Zukunft nur für Ferienzwecke zu nutzen, was zu weiteren Leerständen führen wird, insbesondere in der Rögenkampsiedlung.
6. Fehlendes touristisches Angebot in der Nebensaison:
Die Gemeinde erwägt, gemeindeeigene Räume für Gaststätten günstig zu vermieten, vorausgesetzt, diese bleiben auch während der Wintermonate geöffnet. Das Seaside dient als gutes Beispiel. Es wurde jedoch festgestellt, dass selbst bei erfolgreicher Umsetzung dieser Idee die Einheimischen die Lokale im Winter wahrscheinlich nicht ausreichend frequentieren werden. Zudem wurde der Mangel an einer starken Dorfgemeinschaft in Hohwacht betont.
7. Parkplatz Althohwacht und Hohen Ufers:
Der öffentliche Teil des Parkplatzes in Alt-Hohwacht wurde erneut in den Fokus gerückt, und es wurden Überlegungen angestellt, wie dieser effizienter genutzt werden könnte, um Platz für verschiedene Einrichtungen wie Busse, Fahrradverleih, Ladestationen, die Edeka-Box, Toiletten und Wohnmobilstellplätze zu schaffen. Auch der Parkplatz des Hohen Ufers wurde diskutiert, wobei darauf hingewiesen wurde, dass er während der Saison stark frequentiert ist und den Eigentümern gehört.
8. Parkhaus und Verkehrsentlastung:
Das Thema Parkhaus wurde unerwartet wieder aufgegriffen. Es wurde darüber debattiert, ob ein Parkhaus dazu beitragen würde, den Verkehr in Althohwacht zu reduzieren. Diese Idee wurde jedoch in Frage gestellt, da die Bewohner der Domus-Häuser wahrscheinlich trotzdem ihre Autos bis zu ihren Häusern fahren werden, zumindest um Gegenstände ein- oder auszuladen. Infolgedessen würden trotz Parkhaus Autos in Althohwacht weiterhin präsent bleiben.