Sektion Téinten
Gründung: 1963
Mitgliederzahl: 179
Inhaltliche Schwerpunkte: Naturschutz, Arbeiten im Bongert, Buergbrennen, Schnittkurse im Obstgarten, Vogelschutz und Nistkastenkontrolle
Feuer und Flamme für den Naturschutz
Wer in Tüntingen zu Besuch ist, erlebt eine Sektion, die das Gemeindeleben seit Jahrzehnten mitgestaltet. Sei es durch Aktivitäten wie das jährliche Buergbrennen, Nistkas
tenaktionen oder die Errichtung eines Schwalbenhauses im Ortskern. Eine aktive Truppe, die insbesondere im Bongert „Op Roebben“ anpackt. Die Sektion entstand 1963. Erste Aktivitäten waren die Organisation von Filmabenden, die Wintervogelfütterung sowie das Aufhängen von Nistkästen. Dabei wurde in Tüntingen schon früh weitreichend gedacht und gearbeitet. Schon lange vor der UN-Weltkonferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 und den daraus hervorgegangenen internationalen Abkommen zu Klimaschutz und Artenschutz wurden hier der Erhalt der biologischen Vielfalt und der Vogelschutz miteinander verknüpft. Richtungsgebend waren dabei seit den 1970er-Jahren Jean-Paul Baus, 26 Jahre lang Präsident, und Guy Asselborn, 46 Jahre Sekretär und Kassierer. Jeden Ostersonntag lud die Sektion in dieser Zeit zu einem vielbesuchten Tanzabend, genannt „Spatzebal“ ein. Unter dem Motto: „0 du le'w kleng Zatz, Komm bei däi freche Spatz!" Dank dieser sehr populären Veranstaltungen füllte sich die Vereinskasse immer wieder. Seit über 30 Jahren organisiert die Sektion das Buergbrennen. Dabei ist es den Mitgliedern wichtig, diesen alten Brauch in seiner Ganzheitlichkeit zu betrachten – und zu erläutern, warum er durchaus mit dem Naturschutzgedanken vereinbar ist. Es handelt sich um eine alte luxemburgische Tradition, deren Bewahrung einen kulturellen Wert besitzt. Sie ist eine Veranstaltung, die alle Generationen zusammenführt. Die soziale Komponente ist nicht zu unterschätzen. Oftmals können im Rahmen der Initiative neue aktive Mitglieder gewonnen werden, die später auch bei Naturschutzthemen tatkräftig anpacken. Zudem fließt der Erlös in die Arbeit der Sektion. Mit dem eingenommenen Geld konnten zum Beispiel bereits zahlreiche Pflanzungen im Rahmen des nationalen Dag vum Bam organisiert werden. Auch der Ankauf von Flächen zum Erhalt von Biotopen wurde möglich. Zudem wurden Nistkästen erworben. Apropos Nistkästen. Hier starteten die Mitglieder eine groß angelegte Verkaufsaktion. Das Ziel: Einwohner der Gemeinde zum „sozialen Wohnungsbau“ für Vögel und Co im eigenen Garten zu motivieren. Für Schwalben ging die Sektion zudem einen besonderen Schritt: Im Dorfzentrum von Tüntingen wurde ein Schwalbenhaus errichtet. Mehr als 300 Nistkästen kontrolliert die Sektion zudem in Tüntingen und Umgebung. Besonders im Blick hat das Team außerdem den Bongert „Op Roebben“ in Hollenfels. Dieser Obstgarten gehört der natur&ëmwelt Fondation Hëllef fir d’Natur. Ein Mitglied sorgt besonders dafür, dass es im Bongert brummt: seine Bienenstöcke stehen auf der Streuobstwiese.