03/12/2018
Es ist nicht die Demokratie, die nicht funktioniert. Es liegt am Umgang mit deren Instrumenten. In Frage zu stellen ist die Handlungsweise der handelnden Personen, vor allem in den Parlamenten und Regierungen. Was sich, zum wiederholten Male, bei der Erstellung des italienischen Haushaltsgesetzes abspielt, ist haarsträubend.
Die Regierung spielt mit verdeckten Karten. Sie kündigt großspurig an, dass eine Grundsicherung eingeführt wird ohne Details zu definieren. Sie macht Hoffnungen, dass es möglich ist, vorzeitig in Rente zu gehen, wenn die Summe von Alter und Beitragsjahren die magische 100er-Grenze erreicht, ohne Details zu definieren. Parteien, ExpertInnen und Öffentlichkeit reden sich den Mund fusselig, wie es konkret aussehen könnte und wie viel es jeweils kosten würde. Und das Monate lang! Und dann gibt es halbe Rückzieher und inhaltsleere Durchhalteparolen, Verunglimpfungen der Fachgremien im eigenen Land und auf EU-Ebene.
Das ist doch keine seriöse Vorgangsweise. Und vor allem den Bürgerinnen und Bürgern nicht zuzumuten. Da gehört einfach eine Frist im Herbst definiert, innerhalb der die Regierung ihr Programm MITSAMT den Details zu den Verfahren und zu den Kosten präsentiert. Und die Diskussion muss dann zu ganz konkreten Inhalten und Mechanismen geführt werden. Die Regierung muss Vorschläge bringen, zu denen sie auch steht und die verfahrens- und budgettechnisch unterfüttert sind.
Dann erst ist es sinnvoll, die generelle politische Diskussion zu führen und die konkreten technischen Punkte zu überprüfen. So ist konkret überprüfbar, ob die Regierung kompetent und verantwortungsvoll handelt oder konfus. Dieses ewige tiremmolla, dem wir jetzt beiwohnen, ist eine Abstrusität, die einer verantwortungsvollen Politik nicht würdig ist.