06/04/2026
Das ist mein Haus. 🤍
Seit fast zwei Jahren leben wir im Gers. Im August 2024 sind wir mit unseren zwei Kindern aus Köln ausgewandert. Es gab viele Gründe für diesen Schritt – obwohl es uns in Köln auch gut ging.
Fast zwei Jahre lang haben wir uns viele Häuser angeschaut. Eigentlich wollten wir ein Steinhaus kaufen… doch am Ende wurde es dieses neue Haus – mit diesem wunderschönen Blick. Und es war die richtige Entscheidung.
Das Haus ist ein sogenanntes „kanadisches Haus“ – sehr durchdacht, ökologisch gebaut, mit Erdwärmepumpe. Wir brauchen keine klassische Heizung, die Temperatur reguliert sich auf natürliche Weise.
Der Weg hierher war nicht immer leicht.
Die Sprache, die Schule der Kinder, berufliche Veränderungen, Sehnsucht… all das gehört dazu.
Und trotzdem: Wir sind geblieben.
Und wir sind glücklich.
Der Verlust eines sehr guten Freundes hat mir gezeigt:
Das Leben ist kurz.
Wir sollten nicht auf „irgendwann“ warten.
Seit ein paar Tagen bin ich wieder intensiv im Gemüsegarten beschäftigt.
Eine Weinrebe, die ich vor Jahren in Köln gekauft habe, hat endlich ihren Platz gefunden – hier, in unserer Erde, zwischen anderen Reben.
Und bald kommen auch Hühner dazu. 🐔
Ich wollte:
– Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge bewusst erleben
– mein eigenes Gemüse anbauen
– mit der Erde arbeiten (sie riecht so gut)
– Tiere um mich haben
– keine Hochhäuser mehr sehen
– die Jahreszeiten wieder spüren – nicht nur im Kalender, sondern in der Natur
Das klingt vielleicht für manche romantisch.
Und ja – es ist auch manchmal schwer.
Ich habe eine sichere Stelle als Lehrerin bei der Stadt aufgegeben.
So etwas lässt man nicht leicht hinter sich.
Aber die Sehnsucht nach diesem Leben war stärker.
Heute, wenn ich hier stehe, die Erde in den Händen halte, wird mir langsam bewusst:
Das gehört uns.
5.000 m² Land – für Gers vielleicht nicht viel,
aber für mich ist es mehr als genug.
Hier kann ich pflanzen, ernten, leben.
Hier passt das Klima – und das Leben.
Ich lerne mit 48 noch Französisch.
Meine Kinder sprechen es inzwischen perfekt.
Und obwohl es hier ruhig ist:
Langweile hat nichts mit dem Ort zu tun –
sondern damit, wie wir unsere Zeit nutzen.
Wenn ich die Stadt vermisse, fahre ich hin.
Ich erledige, was nötig ist – und dann fahre ich wieder zurück.
Was ich gelernt habe:
Städte verführen uns zum Konsum.
Hier kauft man nur das, was man wirklich braucht.
Mein Fazit:
Tu das, was dein Herz dir sagt.
Verschiebe es nicht auf morgen.
Das Leben wartet nicht.
Ich wünsche euch einen schönen Ostermontagabend aus dem Gers. 🌿