05/06/2026
Aus aktuellem Anlass:
Die Zossener Politik zeichnet sich seit Jahren durch eine bemerkenswerte Beständigkeit aus: Kaum haben die Bürgerinnen und Bürger eine Entscheidung an der Wahlurne getroffen, beginnt mancherorts bereits die Debatte darüber, warum diese Entscheidung eigentlich nicht die richtige gewesen sein soll.
Besonders interessant wird es, wenn politische Akteure heute Entwicklungen kritisieren, deren Grundlagen sie einst selbst mit geschaffen haben. Ob Bahnhofstunnel, Schulküche, Gewerbesteuer oder aktuelle Infrastrukturprojekte – das politische Gedächtnis scheint mitunter ebenso selektiv zu arbeiten wie manche Wahlanalyse am Morgen nach einer verlorenen Wahl.
Während Verwaltung und die große Mehrheit der Stadtverordneten bemüht sind, Herausforderungen pragmatisch zu lösen und die Stadt Schritt für Schritt weiterzuentwickeln, entsteht gelegentlich der Eindruck, dass einige politische Kräfte ihre Hauptaufgabe darin sehen, den Unterschied zwischen einer Lösung und einem Problem neu zu definieren.
Dabei erwarten die Bürgerinnen und Bürger zu Recht etwas anderes: Verantwortung statt Dauerempörung, Zusammenarbeit statt Dauerkonflikt und Ergebnisse statt Inszenierung.
Zossen hat großes Potenzial. Dieses Potenzial entfaltet sich jedoch nicht durch politische Nebenschauplätze, sondern durch Vernunft, Augenmaß und die Bereitschaft, gemeinsam an den Aufgaben der Zukunft zu arbeiten.