04/10/2021
"Die US-amerikanische JVP ist wie ihre deutsche Schwesterorganisation Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost eine linke, antizionistische jüdische Gruppierung, die sich, nach eigenen Angaben inspiriert von der jüdischen Tradition des Kampfes »für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte«, für ein Ende der israelischen Besatzung und ein selbstbestimmtes, gleichberechtigtes Leben für Israelis und Palästinenser:innen einsetzt. In dem Beitrag vom 23. Mai, der von Nemi El-Hassan mit »gefällt mir« markiert wurde, vertrat eine kopftuchtragende Sprecherin ebenfalls dieses Ziel demokratischer Gleichberechtigung von jüdischen und palästinensischen Menschen:
»Unser Appell gilt der Freiheit vom Fluss bis zum Meer. Und damit meinen wir ein Land, ein vereintes Land, in dem jeder und jede frei leben kann. Egal, woher sie kommen, egal, welcher Kultur, welcher Ethnie sie angehören, egal, wie sie aussehen, egal, welchem Glauben sie anhängen, sollen sie frei sein. Und das ist es, was wir meinen, wenn wir sagen ›vom Fluss bis zum Meer‹.«
Die BILD-Zeitung verlinkte zu Propaganda-Zwecken geschickt nicht den Originalbeitrag, sondern veröffentlichte lediglich einen Screenshot des Video-Posts an der Stelle, wo die junge Frau mit »Our call is for freedom from the river to the sea« untertitelt wurde. Dieses selektive Zitat übersetzte die BILD dann mit: »Der Beitrag fordert, Palästina ›vom Fluss bis zum Meer‹ zu befreien«, woraus die Zeitung eine antisemitische Vernichtungsabsicht konstruierte."
via Ramsy Kilani
Nach einer rechten Kampagne darf die Journalistin Nemi El-Hassan die Wissenschaftssendung »Quarks« im WDR nicht moderieren.