16/05/2025
Ein Ort der Stille ist Wildau mit seiner Nähe und Anbindung an den Bahn-, Autobahnverkehr und Flughafen gewiss nicht, aber auf Lärmreduzierung hinzuwirken, darin sieht sich die Fraktion berufen. Am Mittwoch traf sich im Volkshaus der Umweltausschuss zur öffentlichen Sitzung und als Gäste geladen und dabei waren mit Herrn Schreiber der Ingeneur des Lärmaktionsplanes (LAP) zu Wildau von 2024 und Stephan Bartz als Vertreter der Stadt Königs Wusterhausen in der Fluglärmkommission.
Herr Schreiber präsentierte die Berechnungsergebnisse für den LAP und abzuleitende Maßnahmen. Hinterfragt wurden u.a. gesundheitsrelevante Schwellenwerte, die Datengrundlage, welche von Dienststellen und Behörden zur Verfügung gestellt werden, aber im Detail nicht einsehbar sind. Einzelfragen betrafen Straßenabschnitte mit Geschwindigkeitsreduzierung (Freiheitsstrasse, aber auch Autobahn), leisere Straßenbeläge, die Förderung lärmmindernder Mobilitätsangebote wie dem Fahrrad, Lärmschutzwände entlang der Autobahn. Der Umweltausschuss nimmt sich vor, die Empfehlungen zu priorisieren und immer wieder auf der Agenda den erreichten Stand zu reflektieren. Die Einflussnahme, das wurde klar deutlich, auf Bundesbehörden und Konzern mit ihren Verantwortungsbereichen in den Verkehrsnetzen sind für eine Stadt wie Wildau deutlich beschränkt.
Es ging in den insgesamt zwei Stunden zur Hälfte um Fluglärm und -routen, wozu die Kommission nicht nur eigene Messungen u.a. auf dem Funkerberg durchführt, sondern sich für Änderungen von zwei Flugrouten einsetzt. Weiterhin um fehlenden Aufrollweg, Holding Patterns, die Feinstaubbelastung etc. Aufschlussreich war, dass seit 1.9.2022 am BER ein lärmabhängiges Entgeltsystem gilt. Dabei zahlen Airlines für jede einzelne Start- und Landung basierend auf dem tatsächlich gemessenen Lärmpegel. Leisere Flugzeuge und lärmmindernde Flugverfahren führen zu niedrigeren Gebühren, als bei lauteren.
Die angeregte Atmosphäre und das rege Interesse zeigten, dass Lärm ein Thema ist und weitere Anstrengungen notwendig sind, um die grüne Oase Wildau lebenswert zu erhalten, trotz und mit den infrastrukturellen Erfordernissen.