08/03/2026
Man muss sich diese Aussagen einmal in Ruhe vor Augen führen und dann die Konsequenzen ohne Ausflüchte ziehen.
Julia Gehrckens, Vorstandsmitglied der AfD Jugendorganisation „Generation Deutschland“, bezeichnet Pforzheim öffentlich als „gottlose Kanacken Stadt“. Das ist keine flapsige Bemerkung. Es ist eine offene rassistische Abwertung. Menschen mit Migrationshintergrund werden pauschal als „Kanacken“ beschimpft, als fremd und nicht dazugehörig markiert. Eine Sprache, die Minderheiten gezielt ausgrenzt und herabsetzt.
Doch es geht weiter. In denselben Gesprächen bestätigt sie eine der ältesten antisemitischen Verschwörungserzählungen überhaupt: Die Banken in den USA gehörten den Juden. Ihr Kommentar dazu: „Das stimmt halt einfach.“ Genau dieser Mythos einer angeblichen jüdischen Weltkontrolle gehört seit über hundert Jahren zum ideologischen Kern des Antisemitismus. Von den „Protokollen der Weisen von Zion“ bis heute dient er dazu, Hass und Verfolgung zu rechtfertigen.
Hinzu kommen Aussagen über angebliche Zusammenhänge zwischen „Ethnie und IQ“, die sie selbst als „ultra kontrovers“ bezeichnet, aber dennoch verbreitet. Das ist pseudowissenschaftlicher Rassismus: die Behauptung biologischer Ungleichwertigkeit von Menschengruppen.
Linke nennt sie pauschal „geisteskrank“. Das Gesamtbild ist eindeutig: Diffamierung von Minderheiten, Delegitimierung politischer Gegner und das permanente Bedienen rassistischer und antisemitischer Narrative.
Und genau hier liegt das eigentliche Problem. Solche Aussagen tauchen in der AfD nicht einmal auf. Sie tauchen immer wieder auf. Immer neue Personen, immer dieselben Muster. Von Höckes „Denkmal der Schande“ über antisemitische Ausfälle einzelner Funktionäre bis zur Einstufung mehrerer Landesverbände als gesichert rechtsextrem durch den Verfassungsschutz. Es geht also nicht um eine einzelne Entgleisung, sondern um ein wiederkehrendes politisches Muster innerhalb der Partei.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr, ob diese Partei ein Problem hat. Die Frage lautet, wie lange eine Demokratie zusieht, wenn Rassismus und Antisemitismus Schritt für Schritt normalisiert werden.
Das Grundgesetz kennt ein Instrument: Artikel 21 Absatz 2 GG. Parteien, die die freiheitliche demokratische Grundordnung bekämpfen oder beseitigen wollen, können verboten werden.
Dieses Instrument muss angewendet werden.
Fordert es ein: