18/04/2026
Unglaublich und sozial feindlich
Die Vorschlagsliste der Arbeitsgruppe im Kanzleramt zur Kinder-Jugendhilfe und Eingliederungshilfe ist eine Giftliste für den sozialen Zusammenhalt.
Es geht nicht um Effizienz von Leistungen und Leistungserbringung, es geht um massive Einschränkungen und Kürzungen für Betroffene.
Und das sind Kinder und Jugendliche, das sind Menschen mit Beeinträchtigungen und Alleinerziehende.
Für sie alle geht es um soziale Errungenschaften, um Rechtsansprüche und ein selbstbestimmtes Leben. Und es ist bemerkenswert, wie kurzsichtig manche Vorschläge wirken.
Einerseits will die Bundesregierung, dass mehr Menschen, vor allem Frauen in Vollzeit statt Teilzeit arbeiten, gleichzeitig soll die Umsetzung des Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung geschoben werden.
Ein falsches Signal an Familien und Frauen, die jeden Tag die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu bewältigen haben.
Die angekündigten Streichungen bei Integrationshilfen oder Einschränkungen von Teilhabeleistungen sind eine Absage an faire Chancen für alle Kinder, an Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben für Menschen mit Behinderungen.
Und wenn es nach den Plänen dieser Arbeitsgruppe beim Kanzleramt geht, trifft es Alleinerziehende, vor allem Frauen wieder mit voller Wucht: Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss, um den so lange gerungen wurde, setzt Alleinerziehende unter massiven Druck.
Das darf nicht so kommen.
Inflation, steigende Preise für Lebensmittel und Energie, Löhne die da nicht mithalten, der Spagat von Vereinbarkeit von Familie und Beruf – die Anforderungen für die Familien mit Kindern in unserem Land sind bereits heute enorm.
Und statt nach Effizienzgewinnen zu suchen, den Abbau überbordender Bürokratie in der Leistungsgewährung anzugehen, scheint man im Kanzleramt keine besseren Ideen zu haben, als auf Leistungskürzungen zu setzen.
Ein völlig falsches Signal. Das darf so nicht kommen.