21/03/2026
Mit dem gestrigen Beitrag (https://www.facebook.com/share/p/14bQKcXWYbM/) hat die ÖDP Nordrhein-Westfalen erneut auf die Risiken bei der vorgesehenen Tagebau-Auffüllung mit u.a Rheinwasser zur sogenannten Rheinischen Seenplatte hingewiesen. Manche nennen das Ergebnis auch bereits Costa Colonia.
Die ÖDP Nordrhein-Westfalen wehrt sich dagegen - so wie gestern in einigen Kommentaren bereits unterstellt - "nur anzuprangern", "nur zu meckern" und "immer nur dagegen zu sein". Auch abstruse Vorwürfe wie "Öko-Rassismus" und "Schwurbelei" sind zu lesen.
Nein, wir sind nicht per se gegen die Maßnahme der Auffüllung der Resttagebaugruben zu einer Seenplatte. Auch wir erkennen keine vernünftige praktikable Alternative.
Wir sind vorrangig in Sorge um den künftigen Wasserhaushalt samt (Trink-)Wasserqualität in der rheinischen Region. Hat jemand irgendetwas über hierfür vorgesehene Maßnahmen gehört oder gelesen? Die bisherigen Publikationen des Bergbaubetreibers und der Neuland Hambach GmbH als Zusammenschluss umliegender Kommunen zeigen immer nur bunte Bildchen zur Nutzung des Endergebnis der rekultivierten Seenplatte auf. Man träumt bereits von Segelbooten auf den Seen und attraktiven künftigen Ufergrundstücken.
Das werden allerdings die meisten von uns, auch die Verursacher und Verantwortlichen, nicht mehr erleben!
Wir als ÖDP Nordrhein-Westfalen stellen jedenfalls zur rechtzeitigen Sicherstellung von Wasserhaushalt und Wasserqualität in der rheinischen Region den folgenden Forderungskatalog auf:
1. Einräumung der Priorität für den Schutz des Rheins
Die Entnahme von Rheinwasser soll strikt an ökologische Mindestwasserstände gekoppelt werden. Zudem muss an der Entnahmestelle eine Filteranlage zur Filterung von Schadstoffen ergänzt werden. Eine Wasserentnahme bei Niedrigwasser ist zu unterbleiben. Dies alles ist verbindlich gesetzlich zu regeln.
2. Verschärfung einer unabhängigen Prüfung von Umweltfolgen
Es ist ein dauerhaft arbeitendes, unabhängiges Monitoring-Gremium einzurichten, mit der Aufgabe der Veröffentlichung aller relevanten Daten (Wasserqualität, Grundwasser, Biodiversität) in Echtzeit
3. Prüfung von Alternativen zur Rheinwasser-Entnahme
Es ist die Nutzung von gereinigtem Grubenwasser und Regenrückhalt zu priorisieren. Dazu sind regionale Wasserkreisläufe zu entwickeln um die Fernleitungen möglichst zu entlasten oder sogar überflüssig zu machen.
4. Konsequente Anwendung des Verursacherprinzips
Bergbaubetreiber und Energiekonzern müssen vollständig für Folgekosten aufkommen. Hierzu ist ein langfristig abgesicherte Renaturierungsfond einzurichten.
5. Einhaltung ökologischer Mindeststandards für die Restseen
Verbindliche Zielwerte für Wasserqualität und Biodiversität sind zu definieren und deren Einhaltung zu überwachen. Dazu sind Maßnahmen gegen Versauerung und Schadstoffeinträge zu ergreifen.
6. Schutz von Grundwasser und Feuchtgebieten
Jegliche Absenkung oder Umleitung natürlicher Grundwasserströme hat zu unterbleiben. Zudem ist dafür Sorge zu tragen dass das Grundwasser nicht durch unreines Seenwasser belastet wird.
7. Langfristige Wasserstrategie für NRW
Es ist ein Gesamtplan für Dürreperioden, Landwirtschaft, Industrie und Naturschutz aufzustellen, mit absolutem Vorrang für Trinkwasser und Ökosysteme vor industrieller Nutzung.
8. Mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz
Die betroffenen Kommunen haben die Bürger nicht nur über Chancen sondern auch über Risiken zu informieren, wozu entsprechende Bürgerbeteiligungsformate einzurichten sind.
Die abschließende politische Grundsatzforderung der ÖDP Nordrhein-Westfalen hierbei lautet: "Vermeidung neuer ökologischen Großrisiken bei der Reparatur alter Fehler“