24/05/2026
Umstrukturierung der Bürgerhäuser im Marktflecken Villmar– die ganze Wahrheit gehört dazu
Mit Interesse habe ich den Artikel der Gemeinde Villmar „Weil Hausmeister fehlen, wird umstrukturiert“ gelesen.
Darin wird die Umstrukturierung der Hausmeisterdienste für die Bürgerhäuser in den Ortsteilen Weyer, Aumenau und Falkenbach als unausweichliche Folge fehlender Kräfte dargestellt. Tatsächlich handelt es sich um das Ergebnis einer politischen Entscheidung, die von der Bürgermeisterin vorgeschlagen und vom Vorstand mehrheitlich getroffen wurde.
Die bisherigen Hausmeisterpositionen wurden nicht etwa durch einen natürlichen Personalmangel frei, sondern durch eine kurzfristige Aktion der Gemeinde, selbst beendet. Zudem gab es wohl kein finales Konzept, wie die künftige Betreuung der Bürgerhäuser organisiert werden kann und welche Kosten dafür entstehen werden. Über diesen Hintergrund wird im Bericht nicht informiert.
Insofern scheint fragwürdig, dass die Übernahme der eingespielten Vorort-Betreuung der Bürgerhäuser, durch die bisherigen Hausmeister, nun von Mitarbeitern des Bauhofs und der Verwaltung vorübergehend sein soll, zumal diese Verwaltungsbereiche ohnehin bereits stark belastet sind.
Statt bewährte Strukturen zu erhalten, werden zusätzliche Aufgaben auf bestehendes Personal verteilt. Die Folgen sind absehbar: höhere Belastung, mögliche Verzögerungen und ein Qualitätsverlust bei Betreuung, Pflege und Organisation der Bürgerhäuser.
Die bisherigen Hausmeister waren nicht nur Ansprechpartner vor Ort, sondern sorgten auch zuverlässig für Ordnung, Instandhaltung und schnelle Hilfe bei Problemen. Gerade in kleineren Ortsteilen ist diese direkte Betreuung wichtig. Dass dies nun durch Umorganisation „aufgefangen“ werden soll, wirkt wenig durchdacht.
Natürlich müssen Kommunen wirtschaftlich handeln, insbesondere Villmar ist wegen der bekanntermaßen problematischen finanziellen Situation besonders aufgerufen, Ausgaben, wo auch immer, deutlich zu reduzieren. Doch ob die bekannt gemachte vorübergehende Umstrukturierung, letztlich zu einer Ausgabenreduzierung beiträgt, ist fraglich, da es kein vollständiges Konzept für die Betreuung aller Bürgerhäuser in den Villmarer Ortsteilen zu geben scheint. Wenn funktionierende und vergleichsweise günstige Lösungen abgeschafft werden, ohne umfassende Klarheit über die weitere Vorgehensweise zu haben und situationsbedingt die Arbeit auf andere ohnehin ausgelastete Mitarbeiter verteilt werden müssen, darf die Sinnhaftigkeit dieser Entscheidung durchaus hinterfragt werden.
Die Bürger haben ein Recht darauf, die tatsächlichen Hintergründe zu erfahren – und nicht nur die Folgen präsentiert zu bekommen.
Villmar, den 24.05.2026
Andreas Städtgen
Fraktionsvorsitzender
Unabhängige Freie Bürger-Liste Villmar