Forschungsstelle für fränkische Volksmusik

Forschungsstelle für fränkische Volksmusik Forschungsstelle für fränkische Volksmusik Willkommen auf der Fan-Seite der Forschungsstelle für fränkische Volksmusik. Sie besteht seit 1981.

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Zur Nutzung unserer Fanpage sind unsere Nutzungsbedingungen zu akzeptieren. Die Einrichtung des Bezirks Mittelfranken wird mitgetragen von den Bezirken Oberfranken und Unterfranken. Wir sind Dokumentations- und Informationszentrum für Gebrauchsmusik in Franken. Die Einrichtung des Bezirks Mittelfranken wird mitgetragen von den Bezirken Oberfranken und Unterfranken. Wir sammeln Zeugnisse popularen Musizierens, Singens und Tanzens, archivieren und interpretieren sie. Welcome to the Fan Page of the Forschungsstelle fuer fraenkische Volksmusik. Our institution founded in 1981 collects, archives and interprets evidence of traditional popular music, singing and dancing. Allgemeine Informationen
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Forschungsstelle für fränkische Volksmusik
Schloßstraße 3
97215 Uffenheim

Tel.: 09842 / 936 94 90

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„Preisend mit viel schönen RedenIhrer Länder Werth und Zahl,Saßen viele deutsche FürstenEinst zu Worms im Kaisersaal.“Mi...
18/09/2026

„Preisend mit viel schönen Reden
Ihrer Länder Werth und Zahl,
Saßen viele deutsche Fürsten
Einst zu Worms im Kaisersaal.“

Mit diesen Worten beginnt die Ballade „Der reichste Fürst“ (1818), die als „Lied von Württemberg“ Bekanntheit erlangte. Ihr Verfasser ist der vor 240 Jahren geborene Arzt, Schriftsteller und Dichter Justinus Kerner (1786 – 1862) aus Ludwigsburg. Noch während seiner Studienzeit in Tübingen freundete er sich mit Ludwig Uhland (1787 – 1862) an, in dessen Umkreis sich die „Schwäbische Dichterschule“ entwickeln sollte, zu deren bekanntesten Vertreter Kerner zählte. Nach mehreren Zwischenstationen infolge des Studiums ließ sich Justinus Kerner mit seiner Familie 1819 in Weinsberg nieder, wo er sich um 1822 im ehemaligen Stadtgraben ein Wohnhaus mit Praxis errichten ließ. Das „Kernerhaus“ hat sich erhalten und kann besichtigt werden.

Justinus Kerner verfasste vor allem Erzählungen und Gedichte sowie medizinische und naturwissenschaftliche Schriften. Interesse zeigte er aber auch an der Weinsberger Geschichtsschreibung und setzte sich für den Erhalt der Burgruine Weibertreu ein. Manches seiner Gedichte wurde vertont, beispielsweise „Zwölf Gedichte von Justinus Kerner für Singstimme und Klavier“ (op. 35) von Robert Schuhmann oder „Der Wanderer in der Sägmühle“. Die Melodie zur Ballade „Der reichste Fürst“ wurde erstmals 1801 in einem Liederbuch greifbar, jedoch ohne Nennung des Komponisten. In der Version eines Marsches wurde sie vor 1913 von der Militärmusik des 80. Preußischen Infanterie-Regiments Wiesbaden unter der Leitung des Kapellmeisters E. Gottschalk auf Schellackplatte eingespielt.

In unserer Onlinedatenbank legamus finden Sie die Schellackplatte digitalisiert zum Reinhören: https://volksmusik-forschung.de/legamus/audio.html?id=72208

Seit 1981 sammelt und untersucht die Forschungsstelle (FFV) den Musikgebrauch und die Gebrauchsmusik in Franken - zunäch...
17/09/2026

Seit 1981 sammelt und untersucht die Forschungsstelle (FFV) den Musikgebrauch und die Gebrauchsmusik in Franken - zunächst auf Schloss Walkershofen, seit 2001 in Uffenheim in der „Alten Post“. Zum 45jährigen Jubiläum gestalteten wir eine Wanderausstellung, die sich auf eine musikalische Spurensuche durch Franken seit 1850 begibt und musikalische Lebensgeschichten aus Mittel-, Ober- und Unterfranken veranschaulicht.
Am 6. September 2026 war es soweit: Wir eröffneten bei schönstem Spätsommerwetter an Kirchweihsonntag in Uffenheim unsere Wanderausstellung „Leben voller Musik... Musikalisches aus Franken seit 1850“. Dass Musik im täglichen Leben einen hohen Stellenwert innehat und sie uns das ganze Jahr begleitet, wurde auch im Gespräch mit den drei fränkischen Bezirkstagspräsidenten Peter Daniel Forster (Mittelfranken), Henry Schramm (Oberfranken) und Stefan Funk (Unterfranken) im Gespräch mit Heidi Christ deutlich. Dabei ist es nicht entscheidend, ob man selbst musikalisch ist. Allein das Erleben von Musik kann Emotionen hervorrufen und Erinnerungen prägen. Musik zeichnet sich durch ihre Vielfalt und ihren verbindenden Charakter aus. Lieder und Melodien sind niemals wertfrei und bedeutungslos.

An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei allen Beteiligten und Helfern bedanken, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben und die die FFV als Institution und in ihrer Arbeit unterstützen: vor allem bei den Bezirken Mittel-, Ober- und Unterfranken mit ihren Kulturreferaten und deren Bezirksheimatpflegern sowie bei der Stadt Uffenheim. Ein Dank geht auch an das P-Seminar Musik der 11 G der Christian-von-Bomhard-Schule Uffenheim, das sich mit der Gestaltung von Bildtafeln und der Neubearbeitung eines historischen Walzer an der Ausstellung beteiligt hat: https://volksmusik-forschung.de/forschung-service/wanderausstellung/p-seminar-musik-der-11-g-christian-von-bomhard-schule-uffenheim.html. Die Ausstellung macht aktuell Station in der Christian-von-Bomhard-Schule.

Nein, ganz vorbei ist er noch nicht, der Sommer 2026. Damit können wir durchaus noch einen raushauen, einen in Sachen So...
16/09/2026

Nein, ganz vorbei ist er noch nicht, der Sommer 2026. Damit können wir durchaus noch einen raushauen, einen in Sachen Sommerloch in Relation mit Zeitungsenten. Gleich in einer ganzen Serie von sechs Zeitungsartikeln hatte die New York Sun nämlich ab dem 25. August 1835 über angebliche Entdeckungen von Leben auf dem Mond berichtet. Der Astronom Sir John Herschel, seines Zeichens Sohn des renommierten deutsch-britischen Astronomen, Musikers und Komponisten Friedrich Wilhelm Herschel, hätte demnach nicht nur jede Menge astronomische Neuentdeckungen mit seinem Hochleistungs-Teleskops gemacht, sondern sogar Leben auf dem Mond entdeckt. Genauer sogenannte Fledermausmenschen. Eine Missionsvereinigung in Springfield (Massachusetts) soll sogar ernsthaft erwogen haben, zu diesen Missionare zu entsenden. Am 16. September 1835 jedenfalls räumte die Zeitung die Fälschung ein, die ihr bis dahin die höchste Auflage aller Zeiten eingebracht hatte. Die Öffentlichkeit soll größtenteils amüsiert reagiert haben.

Ob Ludwig Siede (1888-1956) diesen Great Moon Hoax (Großen Mondschwindel) kannte, wissen wir nicht. Sein Musikalisches Intermezzo „Der neugierige Mond“ (Op. 133) scheint die Geschichte jedenfalls umzudrehen. Haben wir Sie neugierig gemacht? Dann können Sie diesen Titel, wenn Sie mögen, auf dem Klavier musizieren. Aus der Notenhandschrift „Buch für Intermezzo us. w. Georg Weinschütz“, einer Sammlung von überwiegend Intermezzi mit deutschen und englischen Titeln, notiert als Klaviersatz für Bandonion von Georg Weinschütz.

Bestimmt haben Sie auch schon mal eine Jumbo-Packung irgend einer Ware erworben, den Jumbo-Pack Toilettenpapier, Jumbo S...
15/09/2026

Bestimmt haben Sie auch schon mal eine Jumbo-Packung irgend einer Ware erworben, den Jumbo-Pack Toilettenpapier, Jumbo Straßenmalkreide oder den Jumbo-Döner. Jumbo steht dabei als Synonym für groß oder sehr groß. „Jumbo“, besser noch „Jambo“ stammt aus der Bantusprache Swahili (auch Kiswahili) und bedeutet so viel wie „Hallo“. Die Bedeutungsübertragung des Grußes auf die Größe durch Metonymie geht auf den tragischen Helden des heutigen Tages zurück.

Jumbo war nämlich der Name eines berühmten afrikanischen Elefantenbullen aus Abessinien, der im 19. Jahrhundert über Paris nach London gelangte und dort zwischen 1865 und 1882 eine der Hauptattraktionen des Londoner Zoos war. Von dort aus ging es für ihn mit seinem neuen Besitzer, dem Zirkuspionier Phineas Tayler Barnum in die USA. Jumbo, der „König der Elefanten“ war durch bis dahin nicht gekannte Presseberichterstattung bereits zu Lebzeiten eine Legende. Ihm sind Wikipedia-Seiten in 30 Sprachen gewidmet. Darunter eine in der deutschen Wikipedia gewidmet, auf der es heißt: „Am 15. September 1885 wurde Jumbo auf dem Bahnhof von St. Thomas (Ontario), offenbar bedingt durch einen Weichenfehler, bei einer Umladeaktion von der Lokomotive eines herannahenden Güterzuges erfasst. Die Lokomotive und zwei weitere Wagen entgleisten; der Lokomotivführer und Jumbo kamen ums Leben“.

Ganz sicher war das Leben von Jumbo nicht das, was man einem Elefanten wünscht. Allein folgende Legende aus der bereits zitierten deutschen Wikipedia-Seite lässt tief blicken: „Bei seiner Abreise nach New York hätten begeisterte Jumbo-Anhänger ihm neben allerlei Obst- und Kuchenkörbchen mit Champagner als Proviant auch Wh**kyfässchen auf das Schiff mitgegeben, da Jumbo angeblich täglich einen Eimer Bier, bei Erkältung auch eine Gallone Wh**ky getrunken habe.“

Da wir gern in Liedern denken, wünschen wir den Elefanten auf dieser Welt, dass sie sich dort wohl fühlen, wo sie leben, weder Kuchen noch Champagner konsumieren müssen, sondern spazieren gehen dürfen, ohne sich zu stoßen.

Zum Wikipedia-Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Jumbo_(Elefant)

Zum Kinderlied: https://www.youtube.com/watch?v=y6iAXZzSW_c

Bild von Herbert Bieser auf Pixabay

Vor 155 Jahren wurde in München der Sänger, Schauspieler und Autor Alois Hönle geboren. „Seine Karriere begann er im Caf...
14/09/2026

Vor 155 Jahren wurde in München der Sänger, Schauspieler und Autor Alois Hönle geboren. „Seine Karriere begann er im Café Oberpollinger als Mitglied des Ensembles von Papa Geis, dem damals bedeutendsten Unterhaltungskünstler der Stadt. Später wechselte er zu Anderl Welsch ins ,Apollo-Theater’, dessen Leitung er nach dem Ausschieden Wlschs 1905 übernahm. Hönle ist einer der bedeutendsten Autoren der Münchner Volkssänger-Unterhaltung. Sein Werk, Lieder, Couplets, Szenen, humoristische Vorträge, Parodien und Geschichten, umfasst weit mehr als 1000 Seiten und wurde unter dem Titel „Münchner Blut“ veröffentlicht“, schreibt Andreas Koll im „Münchner Liederbuch“ (2008, S. 399). 1906 war er Direktor des Münchner Apollo-Theaters geworden, das er zwischen 1914 und 1923 zusammen mit August Junker (1871-1946) zum Mittelpunkt der lokalen Kleinkunstszene machte. Erste Schallplattenaufnahmen entstanden 1907, einige davon bereits mit August Junker. „Hönle starb am 18. Oktober 1943 und wurde unter großer Anteilname der Bevölkerung in München am Ostfriedhof beigesetzt“, lässt Andreas Koll wissen.

Aus Anlass seines Geburtstages präsentieren wir Ihnen Alois Hönle mit seinem Partner August Junker in einer Aufnahme, die wohl im Februar 1908 entstand. Die beiden singen „Schnadahüpfln“: https://volksmusik-forschung.de/legamus/audio.html?id=71888

Am 11. November 1960 notierte Walter Neudert den Titel „Do Smidar“ in sein Notenheft „Harmonika / Polka - Walzer“. Drei ...
11/09/2026

Am 11. November 1960 notierte Walter Neudert den Titel „Do Smidar“ in sein Notenheft „Harmonika / Polka - Walzer“. Drei Tage später zog das Stück in das korrespondierende Notenheft für Violine ein. Walter Neudert (1930-1995) stammte aus dem tschechischen Pernink (bei Karlsbad) und wurde nach der Vertreibung aus dem Egerland Anfang der 1960er Jahre in Wendelstein bei Nürnberg ansässig. Sein Notennachlass kam 2019 über seine Tochter Lucie und ihren Mann Peter Lenz an unser Archiv.

Bei „Do Smidar“ handelt es sich um ein Polka des tschechischen Komponisten Josef Hotový (1904-1975), der sich Geigenspiel und Komposition überwiegend autodidaktisch ab seinem 19. Lebensjahr angeeignet hatte. Die tschechische Nationalbibliothek gibt das Jahr 1933 als Entstehungs-Datum und den Geburtsort des Komponisten Radějovice (östlich von Prag) als Verlagsort für die Polka an. Eine weitere Ausgabe erschien 1956, 1957 eine Bearbeitung von Olda Sedlmaier (1902-1970)

„Josef Hotový ist keine berühmte Komponistenpersönlichkeit - seine Werke dagegen sind sehr populär und verdanken ihre Bekanntheit maßgeblich Ernst Mosch und seinen Egerländer Musikanten. Kompositionen wie beispielsweise die ,Anna-Polka’ und ,Schwarze Augen’ sind auch heute noch beständige Hits im Blasorchester-Repertoire“, lässt die Info-Seite des Blasmusikverlages Rundel wissen und bildet den Komponisten ab: https://www.rundel.de/de/person/josef_hotovy/60

Walter Neudert war also mit seiner Niederschrift am Puls der Zeit. Man kann bis heute bei verschiedenen Verlagen die Noten für unterschiedliche Blasmusikbesetzungen bestellen. Nicht zuletzt deshalb können wir Neuderts Notenhandschrift an dieser Stelle nicht vollständig zeigen. Sie können sich „Do Smidar“ jedoch anhören: https://www.youtube.com/watch?v=7K9AqJqAifA

Sich mit der Landtagsabgeordneten Gabi Schmidt über Volksmusik auszutauschen, ist immer ein Gewinn. Interessante Ideen h...
10/09/2026

Sich mit der Landtagsabgeordneten Gabi Schmidt über Volksmusik auszutauschen, ist immer ein Gewinn. Interessante Ideen hat sie genauso in petto, wie zum Beispiel den Hinweis auf dieses spannende Lied auf Kaschubisch. Beim Kirchweihdämmerschoppen am vergangenen Montag in Uffenheim hat sie uns darauf aufmerksam gemacht und wir teilen den Tip gern.

Das Kaschubische ist eine westslawische Sprache, die in der Gegend westlich und südlich von Danzig von knapp 110.000 Menschen aktiv als Umgangssprache gesprochen und von fast dreimal so vielen Menschen verstanden wird. Seit 2005 hat es gemäß der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen den Status einer Regionalsprache und gilt darüber hinaus als gefährdete Sprache.

Sehr bekannt ist ein Abzählreim, der wohl in unterschiedlichen Varianten in der gesamten Kaschubei bekannt ist. Die „Kaschubischen Noten“ sind eine Art Zeichensprache, die laut dem FranciszekTreder Kaschubischen Museums in Kartuzy den kaschubischen Kindern in der Zeit der Teilung Polens sowohl in den Schulen als auch zu Hause dabei half, die kaschubische Sprache zu lernen und somit am Leben zu erhalten.

Mit englischen Untertiteln kann das Lied hier angehört und die Illustration betrachtet werden: https://www.youtube.com/watch?v=LQcNeMMhmeo

Ein Notenblatt und den Text auf Kaschubisch und Polnisch, dazu ein Hörbeispiel finden Sie hier: https://www.kartuzy.pl/strona/2007-kaszebscze-note-kaszubskie-nuty-abecadlo-kaszubskie

Eine deutsche Übersetzung des Textes bietet diese Seite: https://www.polish-online.com/polen/staedte/kaschubei.php

Zum Museum: https://muzeum-kaszubskie.pl/deutsch

Eine einzelne weiße Chrysantheme kann Bände sprechen. Glauben Sie nicht? Na, dann führen Sie sich doch mal den Refrain d...
09/09/2026

Eine einzelne weiße Chrysantheme kann Bände sprechen. Glauben Sie nicht? Na, dann führen Sie sich doch mal den Refrain dieses Schlagers von W***y Rosen (Melodie, 1894-1944) und Kurt Robitschek (Text, 1890-1950) zu Gemüte:

„Eine schöne weisse Chrysanthème
Bringe deiner Liebsten selbst ins Haus!
Eine schöne weisse Chrysanthème
sagt viel mehr oft als ein ganzer Strauss.
Ausserdem ist noch das Angenehme:
Diese Blume wirkt stets frisch und neu.
Eine Woche hält die Chrysanthème,
Eine Woche bleibt die Liebste treu!“

Sehen Sie! So schnell kann’s gehen. Schnell ging’s auch mit dem Yale Blues, einem Modetanz um 1927/1928, zu dessen Gattung vorgenannter Schlager zählte: “Der Yale, Yale Blues oder auch Yale Trot war ein um 1927 auch in Deutschland recht beliebter Gleittanz. "Erfunden" in England von Vivian Ellis war der Tanz 1927 der Hit, sowohl in Europa wie auch den USA. Nach der Hektik des Charleston ließ dieser an den Slowfox und Blues erinnernde Tanz Zeit zum Verschnaufen.” (https://de.wikipedia.org/wiki/Eine_schöne_weiße_Chrysantheme)

Ob Chrysanthemen nicht zuletzt wegen dieser Zuordnung in unseren Breitengraden als beliebte Herbstblume, als Friedhofs- und Allerheiligenblume gelten? In Japan jedenfalls halten sie den Status der Nationalblume – man denke nur an die Bezeichnung Chyrsanthementhron für den japanischen Kaiserthron. So war auch das traditionelle Kiku no Sekku, das Chrysanthemenfest ursprünglich ein Hofzeremoniell. Erst ab dem 17. Jahrhundert feierte man auch in der japanischen Öffentlichkeit , und zwar vor allem die magische Schutzkraft der Blüten. Wohl hat das Fest inzwischen an Bedeutung verloren, den ein Jahr lang gereiften Chrysanthemenwein konsumieren scheinbar nach wie vor viele Japanerinnen und Japaner. Bei zu viel Chrysanthemenwein kann dann allerdings auch die Treue wieder auf dem Spiel stehen.



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Die katholische Kirche begeht heute den „Kleinen Frauentag“, will sagen, sie feiert nach dem „Großen Frauentag“ (15. Aug...
08/09/2026

Die katholische Kirche begeht heute den „Kleinen Frauentag“, will sagen, sie feiert nach dem „Großen Frauentag“ (15. August, Mariä Himmelfahrt) die Geburt der Gottesmutter Maria. Bauernregeln bringen diesen Festtag mit dem Herbstanfang in Verbindung, besonders bekannt ist folgender Spruch „An Mariä Geburt fliegen die Schwalben furt“. Die bei uns in den Sommermonaten heimischen Rauch- und Mehlschwalben sammeln sich gut sichtbar in immer größeren Gruppen und machen sich schließlich auf den Weg in ihre Einterquartiere, bevor sie im April und Mai wieder zu uns kommen. Die Melancholie der in den Süden entschwindenden Schwalben entfaltet sich im Gedicht „Wenn die Schwalben heimwärts ziehn“ von Karl Herloß (1804-1849). Hier muss offenbar auch ein Herz Abschied nehmen und der Dichter überlegt durchaus hoffnungsfroh:

„Gibt es wohl ein Wiedersehn?
fragt das Herz in bangem Schmerz,
glaub’ dass ich dich wiederseh,
gut auch heut’
das Scheiden so weh.“

Unter dem Titel „Agathe“ hat Franz Wilhelm Abt (1819-1885) das Gedicht 1846 vertont. Wir zeigen ihnen aus unserem Archiv dazu die Flügelhorn-Stimme einer achtstimmigen Blechmusik aus Hohenberg an der Eger, um 1855 von „Richard Mainer“ notiert. Den kompletten Satz finden Sie online unter https://volksmusik-forschung.de/legamus/noten.html?id=411334

In Nürnberg gründeten sich um 1900 so manche Oberlandler-Kapellen – auch jene, die das heutige Postkartenmotiv ziert: Ha...
07/09/2026

In Nürnberg gründeten sich um 1900 so manche Oberlandler-Kapellen – auch jene, die das heutige Postkartenmotiv ziert: Hans Gebhardt’s Original-Oberlandler, die sich 1902 formierten. Zu ihrem Unterhaltungsprogramm gehörten neben dem musikalischen Part auch humoristische Einlagen, zu denen die Musikanten teils in „fantasievollen“ Kostümen schlüpften. Obwohl durch Postkarten, Schallplattenaufnahmen, einem selbst herausgegebenen Bockliederheft oder Zeitungsanzeigen greifbar, bleiben doch die einzelnen Mitglieder meist im Verborgenen. Ähnlich wie die Postkartenschreiber vor fast 120 Jahren. Gleichzeitig gewähren sie aber auch eine Momentaufnahme aus ihrem Leben. Bei unserer heutigen Karte war es wohl das Ehepaar Bruno und Martha, die am 7. September 1909 von Leipzig-Möckern eine Postkarte ins ca. 65 km südlicher gelegene Pölzig schickten. Dort lebte der Schuhmachermeister Ernst R. und seine Ehefrau, die als „lieber Schwager, Schwester u. Schwägerin“ tituliert wurden. Bruno und Martha bedankten sich recht herzlich für das von ihnen erhaltene Paket und versicherten, dass das von Martha im Gegenzug versprochene in einer Woche, spätestens in 14 Tagen kommen würde. Abschließend hieß es: „Wie stehts mit der Messe. Kommt Ihr auch rein, die ist im besten Schwunge“. Mit der „Messe“ dürfte die in Leipzig stattfindende Herbst- bzw. Michaelismesse gemeint gewesen sein, die Anfang September stattfand. Vielleicht trat dort sogar Hans Gebhardt’s Oberlandler-Kapelle.

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