AL/ Grüne Fraktion im Gemeinderat Tübingen

AL/ Grüne Fraktion im Gemeinderat Tübingen Fraktion AL/Grüne im Gemeinderat der Stadt Tübingen
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Zur Grund- und Gewerbesteuervon Swantje Ude-Sailer im GemeinderatEs waren keine interfraktionellen Gespräche wie im Deze...
29/06/2025

Zur Grund- und Gewerbesteuer
von Swantje Ude-Sailer im Gemeinderat

Es waren keine interfraktionellen Gespräche wie im Dezember, bei denen man sich von Posten zu Posten durchhangelte und kritische Punkte „in die Reserve“ nehmen konnte. Damals hatten wir bei jeder Kürzung Bedenken, ja, aber wir konnten gemeinsam 12 Millionen Euro einsparen.

Obwohl die Kürzungen schmerzten, denn wir stellten damit unsere erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre in Frage, waren wir doch der Meinung, so weit wie möglich sozialverträglich gehandelt zu haben ohne die Klimaneutralität Tübingens 2030 aus dem Blick zu verlieren. Es war ein produktives Miteinander zum Wohle der Stadt. Denn auch zu jenem Zeitpunkt stand fest, dass wir das Zepter in jedem Fall in der Hand behalten und nicht dem RP überlassen wollten.

Das ist nun ein halbes Jahr her und sowohl die Stimmung als auch die Situation hat sich geändert.

Es sind nicht mehr nur die erhöhten Personalkosten, die gestiegenen Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen sowie die gestiegene Kreisumlage, sondern nun kommen die Einbrüche der Gewerbesteuer schneller als gedacht. 7,6 Millionen Euro, die es noch in diesem Jahr zu sparen gilt. Es bringt nichts, einfach ein Bauprojekt zu stoppen und geflickt ist das Loch. Denn es muss sich um Einsparungen handeln, die in diesem Jahr also 2025 wirksam werden. Der Ergebnishaushalt ist im Augenblick wichtig, nicht der Investitionshaushalt, auch wenn hier mittel- bis langfristig Einsparungen erforderlich sein werden. Auch Personalabbau ist kurzfristig keine Lösung, denn bestehende Verträge müssen eingehalten werden und außerdem ist es uns wichtig den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen der Stadt nicht zu kündigen.

Auf eine Wiederbesetzungssperre haben wir uns schon geeinigt, aber sie wird kurzfristig auch keine Wirkung zeigen. Andere im Gremium waren hier nicht so zimperlich und hätten gerne Personal entlassen. Selbst wenn man kostenlosen Samstagsbus abschafft, so würde das für dieses Jahr nur noch rund 100 Tausend Euro in die Kasse spülen. Auch die Reduzierung des Zuschusses für das Deutschlandticket bringt nicht die gewünschte Sparsumme von rund 7,6 Millionen Euro. Wir konnten uns aber darauf einigen, dass der Zuschuss, der von Januar 2026 an von 13 auf 9 Euro reduziert werden sollte, nun schon ab Oktober dieses Jahres gilt. Wir wollen die Bezuschussung so lange wie möglich halten, denn für uns ist die Mobilitätswende ein zentraler Beitrag zur Erreichung der gesteckten Klimaziele.

In dieser finanziellen Notlage haben Kommunen nicht viel Handlungsspielraum: Es gibt eben nur die Gewerbesteuer und die Grundsteuer. Ja, wir wollten die Grundsteuer aufkommensneutral gestalten, aber was sollen wir sagen? Es geht einfach nicht anders! Wo sollen wir denn noch sparen? Bei den Vereinen? Bei der Kultur? Im sozialen Bereich? Bei allem, was Tübingen so lebens- und liebenswert macht? Die CDU wäre hier gleich dabei. Den Rotstift radikal ansetzen, freiwillige Leistungen einfach kürzen, die vielen Menschen das Leben erleichtern und unsere Stadt bereichern. Ist ihnen eigentlich nicht klar, dass sie damit die Stimmung in der Stadt verschlechtern, dass Menschen die Politik immer weniger verstehen und dass es dann auch bei uns in der Stadt die AfD geben wird? Oder ist diese Vorstellung vielleicht gar nicht so schlimm? Sie muss sich schon fragen, was sie für Tübingen mittelfristig anstrebt.

Uns erreichen gerade täglich böse Emails von Menschen, die mehr Grundsteuer B bezahlen müssen. Das sind die Menschen, die ihrem Ärger lauthals Luft machen. Viele Menschen profitieren von der Grundsteueränderung – sie melden sich natürlich nicht. Sollten sie aber vielleicht mal tun. Ja, viele Hauseigentümer und Eigentümerinnen werden mehr bezahlen, aber sie vergessen, dass sie jahrelang sehr wenig gezahlt haben. Frischluftschneisen auf bebaubaren Grundstücken (Also Grundsteuer C) – das ist gerade ein beliebtes Argument in den Briefen, die uns erreichen. Klar, jetzt plötzlich denkt man daran, aber wenn man es den Enkeln vermachen will, ist die frische Luft schnell vergessen. Wir setzen auf Innennachverdichtung und es ist ja jedem Bauenden freigestellt, sein neues Haus entsprechend nachhaltig und zukunftweisend zu gestalten.

Geht man gedanklich durch unsere Stadt Tübingen, dann sieht man sanierte Schulen und renovierte öffentliche Gebäude. Es gibt zig Projekte, die von der Stadt gefördert und bezuschusst werden und die das Stadtleben bereichern. Wir haben an die 20 Stadtteiltreffs und eine lebendige Kulturszene. In unserer Innenstadt sind vergleichsweise viele Läden. In unserer Stadt gibt es die verschiedensten Anlaufstellen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Unsere Spielplätze sind legendär, unsere Stadtbücherei sagenhaft. Das geht alles auf die Arbeit der letzten Jahre zurück. Wir haben unsere Stadt in vielen Punkten auf Vordermann gebracht.

Es geht uns hier so unendlich gut! In den guten Zeiten haben sich die konservativen Fraktionen zur Politik Tübingens bekannt und nun sind sie die ersten, die alles anders gemacht hätten und anscheinend von vorneherein wussten, dass alles so enden würde.

Nun werden wir also die Steuern erhöhen. Wir sind uns bewusst, dass dies eine Mehrbelastung für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet und es ist uns wahrlich nicht leicht gefallen. Wir sehen aber in der momentanen Situation keine Alternative.

Es waren keine einfachen Verhandlungen. Sie waren zäh und nun ist eigentlich auch keine Fraktion wirklich zufrieden. Die Bauchschmerzen vom Januar haben sich zu Pest und Cholera ausgeweitet. Die Fraktionen, die aber heute dem Vorschlag zustimmen und sich bewegen, bewiesen, dass ihnen wirklich das Wohl der Stadt am Herzen liegt.

Wir brauchen hier keine Diskussion über die ungerechte Vermögensverteilung. Wir brauchen nicht darüber zu schimpfen, dass der Bund immer mehr Kosten auf das Land und die wiederum auf die Kommunen abwälzen. Wir brauchen nicht darüber zu sprechen, dass der Bund in der Verantwortung ist, die Kommunen finanziell mehr zu unterstützen. Da sind wir uns einig und ich bin wirklich gespannt, wie jetzt die neue Koalition die Probleme lösen wird. Ja, Steuererleichterungen für Unternehmen und die dadurch entstandenen Ausfälle zahlt der Bund den Kommunen – äh, dann haben wir doch nicht mehr in der Stadtkasse.

Hier wird etwas geschehen müssen, denn der Bund lässt die Kommunen langsam, aber sicher ausbluten.

Ein Hebesatz von 435 bei der Gewerbesteuer? Von der Idee her gut, aber in umliegenden Kommunen ist der Hebesatz eben nur bei 400 oder noch geringer. Es könnten dann Firmen abwandern. Die Grundsteuer bei 300 belassen? Wie kriegen wir dann bitte das fehlende Geld zusammen?

Wir sind kompromissbereit. Wir schlagen daher eine Erhöhung der Gewerbesteuer um 15 Punkte vor und eine Reduzierung der Grundsteuer von den empfohlenen 360 Punkten auf 350.

Hätte ich gestern Nacht noch Zeit gehabt und wäre ich nicht voll berufstätig, dann hätte ich nach dem gestrigen Debakel den Ton meiner Rede noch verschärft. Es ist einfach unfassbar, dass einzelen Fraktionen sich in diesen schwierigen Zeiten abseilen, um dann ihren Wählern sagen zu können, also sie mit den Erhöhungen nichts zu tun haben, sondern wenn sie auch Verantwortung für die Stadt übernommen hätten.

Aber so ist es leider nicht gekommen, daher bleibt der AL/Grünen Fraktion nichts andere übrig als über ihren Schatten zu springen. Denn wir sehen es als unsere Aufgabe, Verantwortung für die Stadt zu übernehmen und dazu gehört es eben auch dazu beizutragen, ein genehmigunsgfähigen HH zu ermöglichen.

Altstadt für alle. Außer für’s Rad?Die Mittwochspalte in Schwäbisches Tagblatt Tübingen von Benedikt DöllmannIn der Tübi...
18/06/2025

Altstadt für alle. Außer für’s Rad?
Die Mittwochspalte in Schwäbisches Tagblatt Tübingen von Benedikt Döllmann

In der Tübinger Altstadt soll es künftig mehr Platz für Fuß- und Radverkehr geben – und weniger Autos. Das hat der Gemeinderat im Mai mit dem „Rahmenplan Altstadt“ beschlossen. Nach langer Bürgerbeteiligung ist das ein hoffnungsvolles Zeichen. Zur öffentlichen Gemeinderatssitzung kam niemand, um zu protestieren.

Ganz geräuschlos lief die Abstimmung dann aber doch nicht ab. Die Tübinger Liste stellte den Antrag, dass in den neuen Fußgängerzonen auch keine Fahrräder mehr fahren dürfen – mit Verweis auf die Sicherheit des Fußverkehrs. Was das bedeuten würde, zeigt ein einfaches Beispiel.

Stellen wir uns zwei Familien vor, die in der Judengasse wohnen: Die eine fährt schon immer Fahrrad und hat sich kürzlich einen Fahrradanhänger gekauft. Die andere Familie nutzt ihr Auto, das auf einem privaten Stellplatz neben ihrem Haus steht.

Würde es nach der Tübinger Liste gehen, müsste Familie Fahrrad ihre Kinder morgens in den Anhänger setzen und diesen bis zum Haagtorplatz schieben. Erst dort dürfte sie aufs Rad steigen. Familie Auto dagegen dürfte ihre Kinder direkt von der Judengasse aus wie früher mit Ausnahmegenehmigung im Auto durch die Altstadt fahren. Die einen schwitzen am Anhänger, die anderen kurbeln die Klimaanlage auf Stufe drei.

Das ist absurd. Wer klimafreundlich unterwegs ist, soll schieben, während Autos weiter durchfahren dürfen? Wenn Sicherheit das Argument ist, dann müssten eigentlich auch Autos geschoben werden – zwei Erwachsene vorne, ein Kind sichert hinten mit Warnweste ab – alles andere wäre inkonsequent.

Tatsächlich träfe der Antrag nicht nur Familien mit Anhänger. Auch für alle, die mit dem Rad in die Altstadt kommen, um Kaffee zu trinken oder einzukaufen, würden wir damit (mal wieder) ein neues Tübinger Modell einführen: den „Schiebeverkehr“. Damit wäre Tübingen die erste Stadt, die offiziell das Gehen mit Fahrrad fördert – und wer weiß, vielleicht auch bald mit dem Auto.

Die Mehrheit des Gemeinderats hat den Antrag abgelehnt. In den neuen Fußgängerzonen darf man weiterhin Rad fahren. Rund um Marktplatz und Holzmarkt bleibt Radfahren verboten. Als Stadt, die Klimaschutz ernst nimmt, spielen wir die Leute nicht gegeneinander aus. Alle sollen in die Stadt kommen können und alle sollen Rücksicht aufeinander nehmen. Egal ob mit dem Fahrrad, dem Rollstuhl oder zu Fuß. Meine Fraktion und ich freuen uns auf unsere neue Altstadt!

Neuer Altstadtrahmenplan - Stellungnahme von Annette Schmidt im Gemeinderat vom 22. Mai 2025Vorweg will ich sagen, dass ...
24/05/2025

Neuer Altstadtrahmenplan - Stellungnahme von Annette Schmidt im Gemeinderat vom 22. Mai 2025

Vorweg will ich sagen, dass wir den partizipativen Planungsprozess absolut vorbildlich finden. Es wurde so ziemlich alles an partizipativen Instrumente angewandt, was man sich nur vorstellen konnte: Online-Formate, thematische Veranstaltungen, Treffen mit bestimmten Interessensgruppen, Spaziergänge – ein besonderes Highlight war sicherlich der Nachtspaziergang incl. teilnehmender Beobachtung, d.h. dem Besuch eines Clubs, es gab Infostände in der Fußgängerzone, wo man sich von sehr netten und kompetenten MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung das neue Konzept erklären lassen konnte, niedrigschwelliger geht es nicht mehr.

Dafür und überhaupt für die gesamte Arbeit möchten wir uns bei Frau Landwehr und ihrem Team ganz herzlich bedanken. Das war ein langer Weg und ein großes Stück Arbeit, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

So viel vorweg.

Und nun zum Status Quo in der Altstadt.

Bis vor ca. 1 Jahr konnten wir in Tübingen immer noch sagen, ja die Situation ist im Einzelhandel ist angespannt, aber wir haben nicht mehr Leerstand als in den Jahren zuvor.

Seit ca. 1 Jahr gilt das nicht mehr, der Leerstand beschleunigt sich eindeutig, es gibt jeden Monat mehr Leerstand und es ist abzusehen, dass hier erst mal nichts Neues nachkommt, oder nur Dinge nachkommen, die wir nicht haben wollen, wie z.B. Automatengeschäfte. Wir finden die Situation wirklich bedrückend und wir machen uns große Sorgen, wie es weitergeht mit unserer Altstadt.

Die Gründe für den Leerstand sind vielfältig, der wachsende Onlinehandel. Es gibt Schwierigkeiten bei der Geschäftsnachfolge, zu kleine Ladenflächen, von denen man eben einfach nicht leben kann, etc.

Wir müssen uns also Gedanken darüber machen, wie es hier weitergeht und das ist mit dem Rahmenplan in sehr differenzierter Art und Weise geschehen. Wir sind froh, dass wir den Bebauungsplan nicht angerührt haben, denn wir sind davon überzeugt, dass er mit seinen Regelungen für die Nutzungsmischung, für die Regelungen im Erdgeschoss und für Wohnen auch heute noch die richtige Antwort gibt. Herr Feldkeller hat uns hier ein gutes Werk hinterlassen.

Aber es braucht auch Änderungen. Die neue Zulassungspraxis für Mischbetriebe und Gastronomie, also etwas mehr Bestuhlung im Innenraum, etwas mehr Bestuhlung außen, zwei oder drei weitere gastronomische Betriebe, finden wir richtig. Aber man darf aus unserer Sicht dem Bedürfnis nach Gastronomie auch nicht zu sehr nachgeben, denn die Gastronomie kann höhere Mieten zahlen, kann den Handel verdrängen und ohne Handel ist dann die Altstadt auch nicht mehr interessant.

Die Altstadt ist auch bei Nacht ein wunderschöner Ort, wenn man da so nachts durch die Straßen schlendert und überall sitzen Leute draußen, dann ist das einfach wahnsinnig schön. Das Zusammenleben funktioniert aber nur, wenn sich die Kneipen und Clubs an die Regeln halten, was sie normalerweise auch tun. Natürlich gibt es trotzdem Menschen, die nachts stören, das wird man vermutlich nie ganz in den Griff bekommen. Damit muss man leben, dafür hat man viele Vorzüge, wenn man in einer so schönen Stadt lebt. Und das sag ich als Altstadtbewohnerin, die eben genau diese Kehrseiten des Nachtlebens in der Altstadt kennt.

Wichtig ist es auch, mehr konsumfreie Begegnungsorte zu schaffen, wie z.B. den Haagtorspace. Dieser sollte verstetigt werden und wenn es nach uns geht auch ausgedehnt werden. Kulturelle Einrichtungen müssen gefördert werden ebenso wie Dritte Orte.

Wohnen in der Altstadt muss weiterhin möglich sein. Wir sehen allerdings, dass Familien zunehmend aus der Altstadt rausziehen und Studierenden das Feld überlassen. Mit WGs kann man bekanntlich höhere Mieten erzielen, sie brauchen üblicherweise keine barrierefreien Zugänge und WGs sind auch weniger lärmempfindlich. Der Nachteil ist, dass Menschen, die nur für ein paar Semester in der Stadt bleiben, sich häufig nicht so für ihre Stadt engagieren. Die Altstadt sollte daher auch ein Platz bleiben, wo Kinder aufwachsen können und wo ältere Menschen auch zurechtkommen.

Der Hitzeschutz muss gewährleistet sein.

Wir finden das Handlungsprogramm sehr gut und schätzen auch die innovativen Maßnahmen, die die Stadtverwaltung bereits initiiert hat, genauso wie die Idee der Quick Wins. Eigentlich könnten wir uns jetzt an die beschleunigte Umsetzung machen, wie bescheuert, dass wir jetzt kein Geld mehr haben. Trotzdem sollten wir über den Antrag auf Städtebauförderung nachdenken. Und es gibt trotzdem noch eine Menge Dinge, die wir anpacken können. Z.B. haben wir uns vor 1,5 Jahren mit ca. 25 Personen am Kelternplatz getroffen und über die Aufwertung des Platzes gesprochen. Es war damals allen einsichtig, dass die Glascontainer dort wegmüssen und sie sind immer noch da, genauso wie die kaputten Bänke um die Bäume herum. Also die Umsetzung kann aus unserer Sicht noch deutlich beschleunigt werden.

Das Handlungsprogramm genauso wie den Rahmenplan verstehen wir eine Vorgabe, die nicht in Stein gemeißelt ist, sondern immer wieder überarbeitet werden sollte.

Der Schutz der Altstadt und die Weiterentwicklung ist natürlich nicht nur eine Aufgabe der Stadtverwaltung, sondern wir alle sind hier gefragt. Wir müssen in der Altstadt einkaufen und nicht online kaufen, und die VermieterInnen sollten sich Gedanken darüber machen, ob es sie wirklich glücklich macht, wenn sie die Mietschraube immer höher drehen, Gewerbemieten von 50 EUR pro Quadratmeter verlangen, die dazu führen, dass selbst gutgehende Läden oder Restaurants aufgeben müssen. Alle tragen hier Verantwortung und der müssen auch dieHauseigentümerInnen gerecht werden.

Wir stimmen zu.

Die Mittwochspalte von Christian Mickeler in Schwäbisches Tagblatt TübingenKlimaschutz ist etwas aus der Mode gekommen. ...
02/04/2025

Die Mittwochspalte von Christian Mickeler in Schwäbisches Tagblatt Tübingen

Klimaschutz ist etwas aus der Mode gekommen. Beim Pariser Klimaabkommen 2015 wurde das 1,5-Grag-Ziel für das Ende des Jahrhunderts angestrebt. Die 1,5 Grad haben wir (die Menschheit) bereits 2024 erreicht. Das muss uns mal einer nachmachen.

Das 1-Billion-Sondervermögen ist beschlossen. Außer den grünen Spaßbremsen ist keinem aufgefallen, dass darin kein Cent für Klimaschutz vorgesehen war. Gut, dass wir 100 Milliarden dafür durchsetzen konnten. Nur ein Bruchteil dessen, was für Verteidigung ausgegeben wird!

Auch privat traut man sich schon kaum mehr, über das Klima zu reden. Das nervt doch nur. Wer will schon seinen Skikumpels die Laune verderben, wo der Klimawandel Baden-Württemberg ja überhaupt nicht direkt betrifft? Wenn alle Gletscher auf Grönland und der Antarktis geschmolzen sind, steigt der Meeresspiegel um maximal 66 Meter. Mannheim liegt auf 97 Metern. Also chillt mal.

Nur wohin mit den ganzen Norddeutschen? Friedrich Merz macht gerne Urlaub auf Sylt. 66 Meter unter dem künftigen Meeresspiegel. Hoffen wir, dass die neue Bundesregierung nur aus Populismus so tut, als wäre ihr Klimaschutz schnuppe. Denn wir sind eigentlich auf einem guten Weg. 55 Prozent vom deutschen Strom wird bereits durch Sonne, Wind und Wasser erzeugt. Bei den Stadtwerken Tübingen (SWT) sogar 75 Prozent. Die 100 Prozent sind also bald geschafft.

Beim Verkehr ist noch Potential. Bleibt zu hoffen, dass der Bund das Deutschlandticket beibehält. Wir AL-Grüne konnten erreichen, dass dieses in Tübingen weiter bezuschusst wird, damit der ÖPNV attraktiv und preiswert bleibt. Aber nicht überall können und wollen alle mit ÖPNV oder Rad fahren. Autos müssen sparsamer werden und elektrisch sein. Norwegen schafft 90 Prozent bei Neuzulassungen für E-Autos, Deutschland nur 16 Prozent. Dabei werden die Batterien laufend billiger.

Aber halt. Brauchen die Karren nicht sauviel Strom? Ersetzte man die gesamte Fahrzeugflotte durch E-Autos, würde der Stromverbrauch um nur 18 Prozent steigen. Und der Clou, die Batterien kann man sogar für den eigenen Haushalt nutzen, um überschüssigen PV-Strom zu speichern. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass die SWT ihren Kunden intelligente Zähler anbieten.

Und noch was. Klimaschutz ist Friedenspolitik. Ohne die Milliarden aus dem Öl- und Gasgeschäft hätte Putin niemals Krieg führen können.

Milieuschutz – Südstadtvon Krishna-Sara Helmle im GemeinderatIch hab in den Nuller-Jahren in Freiburg studiert. Das Haus...
27/02/2025

Milieuschutz – Südstadt
von Krishna-Sara Helmle im Gemeinderat

Ich hab in den Nuller-Jahren in Freiburg studiert. Das Haus, in dem ich damals gewohnt habe, ist mittlerweile verkauft, abgerissen und durch einen schicken Neubau ersetzt worden. Damals gab es noch keine Milieuschutzsatzung in diesem Gebiet. Mittlerweile gibt es in Freiburg vier Gebiete, in denen eine solche Satzung gilt. Das fünfte wird gerade genau um die Straße herum geplant, in der ich gewohnt habe.

In der Tübinger Südstadt sieht es ganz ähnlich aus wie im beliebten Wohngebiet Wiehre in Freiburg: Eine große Anzahl von Gebäuden aus der vorletzten Jahrhundertwende, ergänzt durch Bauten aus den 50er und 60er Jahren, dazwischen der eine oder andere Neubau. Es gibt in beiden Vierteln viel Grün; eine gute Infrastruktur sowie die Nähe zur Innenstadt und die gute Verkehrsanbindung – all das steigert die Beliebtheit dieser Viertel.
Altbauten mit ihren hohen Decken und oft großzügigen Raumaufteilung sind bei vielen beliebt. Beim einen oder anderen Haus besteht aber auch ein gewisser Sanierungsbedarf.

Gerade hier lauert die Gefahr, dass die eigentlich ansässige Bevölkerung verdrängt wird, weil sie sich die Mieten in ihrem angestammten Viertel nicht mehr leisten kann. Das hat auch die Untersuchung der LPG Planungsgesellschaft ergeben. Sie benennt einige Kriterien, die zu einer Verdrängung führen können, z. B. wenn Wohngebäude abgerissen oder stark umgebaut werden, so dass aus Familienwohnungen WGs werden. Oder wenn Sanierungen dazu genutzt werden, eine sehr hochwertige Ausstattung einzubauen, für die dann die entsprechend hohe Miete verlangt wird.

Durch die Milieuschutzsatzung können wir genau das verhindern.

Wir können ein Stück weit nachvollziehen, dass einige im Gemeinderat die Satzung als einen zu tiefen Eingriff in die Eigentumsrechte empfinden. Wir von AL/Grüne gewichten aber stärker, dass Eigentum zur Verantwortung für das Gemeinwohl verpflichtet, wie es im Grundgesetz Art. 14 steht.

Wir von AL/Grüne finden den Vorschlag der Verwaltung sinnvoll. Denn dieser ermöglicht einerseits eine Kontrolle und Eindämmung, vermeidet aber auch ein Bürokratiemonster, das mehr kostet als es bringt. Energetische Sanierungen sind nach wie vor möglich, dadurch bleiben alte Gebäude erhalten und der CO2-Ausstoß wird gesenkt. Sehr gut finden wir auch, dass Maßnahmen, die die Barrierefreiheit fördern, nicht eingeschränkt werden.

Die Milieuschutzsatzung stellt damit ein städtebauliches Instrument dar, mit dem die Südstadt in ihrer sozialen Struktur erhalten bleibt und mit Augenmaß ökologisch weiterentwickelt werden kann. Wir stimmen gerne zu.

Ich muss weniger zahlenLeserbrief von Bernd Gugel zur GrundsteuerNiemand beschwert sich, weniger zu zahlen, aber etliche...
11/02/2025

Ich muss weniger zahlen
Leserbrief von Bernd Gugel zur Grundsteuer

Niemand beschwert sich, weniger zu zahlen, aber etliche beschweren sich mehr zahlen zu müssen!

Im Gemeinderat bekommen wir aktuell etliche Klagen von Grundbesitzern, weil sie im neuen System mehr Grundsteuer zahlen müssen. Ich bin Eigentümer und ich muss jetzt weniger zahlen. Darum schreibe ich diesen Leserbrief stellvertretend für viele schweigende Wenigerzahler.

Das alte Grundsteuersystem hat das Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt. Die Berechnung basierte auf einer völlig veralteten Datengrundlage und war deshalb ungerecht.
In Baden-Württemberg wurde ein neues System eingeführt, das seit 2025 gilt. Größe und Alter des Gebäude spielt keine Rolle mehr, was zählt, sind Fläche und Lage des Grundstücks.
Weil das Gugel-Haus auf einer kleinen Fläche steht, bezahle ich jetzt nur noch 226 Euro anstelle von 329 Euro im Jahr.

Andersherum trifft’s die Leute, die ein sehr großes Grundstück mit einem kleinen Haus besitzen. Durch das verfassungswidrige alte System haben diese jahrzehntelang wenig Grundsteuer gezahlt und klagen jetzt über die deutliche Erhöhung.

Für die Stadtkasse sind die Steuereinnahmen in etwa dieselben wie zuvor, da die Stadt den Hebesatz deutlich reduziert hat.

Haushaltsbeschluss 2025die Rede von Swantje Uhde-Sailer im Gemeinderat TübingenVier Verhandlungstage haben wir gebraucht...
31/01/2025

Haushaltsbeschluss 2025
die Rede von Swantje Uhde-Sailer im Gemeinderat Tübingen

Vier Verhandlungstage haben wir gebraucht, um heute ein Ergebnis vorstellen zu können. Asli Kücück hat diese 4 Verhandlungstage sehr professionell und wunderbar moderiert. Ganz herzlichen Dank dafür!

Wir danken auch den Kolleginnen, dem Integrationsrat und dem Jugendgemeinderat für die konstruktive und gute Zusammenarbeit.

Ohne das Team um Frau Günthner und Frau Geiss wären die interfraktionellen Gespräche gar nicht erst möglich gewesen. Auch ihnen gilt unser herzlicher Dank. Vielen Dank für Ihre Geduld und Ihre immerwährende Bereitschaft schnell etwas nachzuschauen, nachzuliefern und einzufügen. Und dann natürlich noch ein großes Dankeschön an unsere nimmermüde Hanna Vogler. Vielen Dank für das Protokoll, die morgens gelieferten und aktualisierten Listen und die Schokolade. Auch danken wir den stillen und unsichtbaren helfenden Händen um das Essen, Putzen und all die anderen Arbeiten.

Am Anfang hieß es noch die vier Abende brauchen wir in keinem Fall. So viel zu diskutieren gibt es ja eigentlich nicht. Eigentlich ist ja alles klar – weit gefehlt!

Zu Beginn ging aber alles recht zügig über die Bühne.

Die Anträge waren schnell abgearbeitet.

Annette Schmidt hatte schon in ihrer Eingangsrede darauf hingewiesen, dass die Auswahl der Punkte auf der Liste schmerzhaft sind – die Arbeit, das Gestalten der letzten 12 Jahre, alles auf der Liste.

Wir haben in unserem Antrag vorgeschlagen, dass auch bei den anderen Regelzuschüssen gekürzt werden muss und einigten uns hier auf 50.000€ ab einer Zuschusshöhe von 100 000€. Dadurch bleiben die kleinen Zuschussempfänger verschont.

Wir haben zum Verfahren beschlossen, die Liste chronologisch durchzugehen und strittige Themen ans Ende der Verhandlungen zu setzen.

Leider stieg die Fraktion „Die Fraktion“ bereits bei Punkt 32 aus. Die Gemeinderatssitzungen werden in Zukunft nicht über das Handy gefilmt werden können.

Hier möchte ich nur einige wenige Punkte nennen:

Der Punkt zu den kommunalen Ordnungskräften sorgte zum ersten Mal für Diskussionen. Denn die CDU wollte auf keinen Fall 2 der über 30 Stellen kürzen, aber wir wollten das sofort. Also haben wir das Thema zunächst verschoben. Schließlich wurden diese Stellen doch gestrichen.

Wir haben erreicht, dass nicht einzelne Stadtteiltreffs Kürzungen hinnehmen müssen, sondern es wird eine Summe eingestellt und diese befindet sich in der Reserve. Jeder Stadtteiltreff wird somit gleich belastet. Das Gleiche gilt auch für die Jugendtreffs. Das finden wir viel gerechter, denn so verteilt sich die Last auf viele Schultern.

Auch das Beratungs- und Unterstützungszentrum für Frauen in sozialer Ausgrenzung und Wohnungsnot ist ganz aus der Streichliste genommen worden.

Es ist auch sinnvoll, dass die Social Media Stelle erhalten bleibt.

Wir sind froh, dass wir die Sachbearbeitung für die Queere Chancengleichheit erhalten konnten. Sie ist jetzt nur in der Reserve.

Was uns noch wichtig war, dass wir die Kürzungen bei KIOSK und Move-on verhindern bzw. verringern konnten.

Aber wir mussten auch ein paar Kröten schlucken, so z.B. die Kürzung der Sammlungsbetreuung, deren Stelleninhaberin sich sowohl um die Provenienzforschung als auch um die Sammlung des Stadtmuseums kümmert.

Am Montag ging es dann an die schwierigen Themen!

Diese Sitzungen waren wahrlich kein Spaziergang. Es fällt uns wirklich nicht leicht, wichtige Stellen zu streichen oder Zuschüsse zu kürzen. Jede einzelne Kürzung hat wehgetan und wir sind wirklich nicht, wie in manchen Leserbriefen zu lesen war, leichtfertig kürzend durch die Liste gezogen.

Zum Klimaschutz:

Die Stabsstelle für Klima- und Umweltschutz umfasst insgesamt rund 6 Stellen. Wir haben erreicht, dass jetzt nur 0,5 Stellen gekürzt, statt der angepeilten 2,4.

Beim Förderprogramm für die Artenvielfalt bekamen wir unerwartet Unterstützung von der CDU, die es sogar ursprünglich ganz aus der Liste verbannen wollte. Das freut uns.

Zur Bildung:

Ein schwieriges Thema war die Schulsozialarbeit: Natürlich wollen wir so viele Stellen wie möglich erhalten, aber in der Fraktion waren wir uns einig, dass wir auch hier Stellen einsparen müssen. Wir haben hier intern sehr lange gerungen. Schließlich fanden wir einen guten Kompromiss, der den Kindern und Jugendlichen zugutekommen wird. Es werden 9 von 11 Stellen erhalten. Wir setzen große Hoffnungen in das Konzept, dass die Verwaltung bis zum Sommer erstellt.

Zum Zimmertheater:

Den Zuschusskürzungen für das Zimmertheater haben wir zugestimmt. Wir kommentieren das jetzt nicht mehr in epischer Breite. Wir meinen, dass man auch mit einem Zuschuss von 800.000€ im Jahr durchaus erfolgreiches Theater mit guten Stücken entwickeln kann.

Zur Mobilität:

Erstens, das Deutschlandticket: Hier konnten wir uns mit der SPD auf einen guten Kompromiss einigen: Das Ticket wird weiterhin bezuschusst. Es wird nun 49,00€ statt 58€ kosten.

Zweitens, der ticketfreie Samstag – unter anderem die CDU wollte ihn kürzen. Wir aber wollen die Verkehrswende und haben in unserem Programm „Tübingen klimaneutral 2030“ versprochen, dass wir mittelfristig den kostenlosen ÖPNV wollen. Hier haben wir uns durchgesetzt. Samstags werden auch weiterhin die Busse ticketfrei sein! Zu den Kosten für den kostenlosen Samstag ist es wichtig zu wissen, dass die Parkraumbewirtschaftung den ticketfreien Samstag finanziert.

Zur städtischen Müllabfuhr

Schon vorletztes Jahr haben wir gesagt, dass die städtische Müllabfuhr an den Landkreis zurückgegeben werden soll. Wir können nicht guten Gewissens in wichtigen Bereichen sparen und uns den Komfort einer städtischen Müllabfuhr leisten, zumal wir die Gebühren nicht einmal selber festlegen können. Wir warten hier auf die Vorlage der Verwaltung.

Über die Bäder haben wir nicht weiter gesprochen, denn hier fehlen uns zu viele Informationen, um eine so weitreichende Entscheidung zu treffen. Wir wollen uns aber für den Erhalt des Nordbads einsetzen.

Und nun?

Wir haben viele Stunden hart gerungen. Was sind die nächsten Schritte? Denn selbst mit diesen Kürzungen haben wir noch eine Lücke von rund 10 Millionen €.

Ja, wir sind auch der Meinung, dass die Super-Reichen anders besteuert werden müssen.
Ja wir sind auch der Meinung, dass eine Umverteilung stattfinden muss.
Ja, hier ist eine grundlegende Änderung nötig.
Denn die Kommunen können nicht bis ins Unendliche belastet werden. Aber das hilft uns in diesem konkreten Fall nicht weiter. Denn wir müssen mit den Gesetzen arbeiten, die heute gelten.

Wir müssen uns aber mehr dafür einsetzen, dass die Kommunen ausreichend finanziert werden. So kann es nicht weitergehen.

Mehr kürzen, heißt unsere Stadt mittelfristig an die Wand fahren. In 16 Jahren CDU Bundesregierung haben wir erlebt, was das bedeutet. Marode Brücken, häufig kaputte Infrastruktur und nicht sanierte Gebäude bundesweit Gleichzeitig verspricht Merz Steuererleichterungen in Milliardenhöhe, während den Kommunen langsam das Wasser bis zum Halse steht. Aber wenn man der CDU folgt, dann hätten wir in der Liste fast alles kürzen müssen und sie wären noch weitergegangen, hätten noch mehr gekürzt.

Wir glauben daher, dass wir um eine Erhöhung der Realsteuern nicht herumkommen.

Die Alternativen wären, erheblich stärkere Kürzungen in Kauf zu nehmen oder einen vom Regierungspräsidium diktierten Haushalt. Das würde bedeuten, dass alle freiwilligen Leistungen mit dem Rasenmäher gekürzt werden. Keine Schulsozialarbeit , Klimaprogramm ade, keine günstigen Fahrkarten für den ÖPNV, mittelfristig keine Schwimmbäder mehr. Tolle Spielplätze, Vergangenheit! Das kann niemand wollen!

Der Haushalt ist das Königsrecht des Gemeinderats, damit verbunden ist auch, Verantwortung dafür zu übernehmen. Wir wollen das Heft des Handelns in der Hand behalten und selbst entscheiden, was wir – schweren Herzens- kürzen müssen.

Wir stimmen der Konsolidierungsliste und dem Haushalt zu und freuen uns, dass wir dafür eine Mehrheit finden konnten.

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