23/03/2026
Die SPD Sundern trauert um Gerd‑Josef Plass, der im Alter von 84 Jahren verstorben ist. Mit ihm verlieren wir nicht nur ein langjähriges Mitglied, sondern einen Menschen, der unsere Stadt über Jahrzehnte mit Herz, Verstand und Haltung geprägt hat. Viele kannten ihn schlicht als „Mister SPD“ – ein Ausdruck des Respekts und der Wertschätzung für seinen unermüdlichen Einsatz.
Seit Ende der 1960er‑Jahre mischte sich Gerd‑Josef ein, wenn es um Sundern ging. Zunächst im Rat der Freiheit Sundern und in der Amtsvertretung, später dann als Ratsmitglied der Stadt Sundern von 1975 bis 2004, war er fast ein halbes Jahrhundert eine der verlässlichen sozialdemokratischen Stimmen im Rathaus. Er suchte nicht die große Bühne, aber er war immer da, wenn es darum ging, Entscheidungen gut vorzubereiten und Verantwortung zu übernehmen. Schon zu seinem 80. Geburtstag wurde hervorgehoben, dass man sich Kommunalpolitik in Sundern über Jahrzehnte kaum ohne ihn vorstellen konnte.
Gerd‑Josef arbeitete dort, wo es oft still und sachlich zugeht: in den Ausschüssen. Ob im Haupt‑ und Finanzausschuss, im Schul‑, Kultur‑ und später Schul‑, Sport‑ und Kulturausschuss, im Jugend‑ und Sportausschuss, im Sozialausschuss, im Strukturausschuss oder im Forstausschuss – er setzte sich überall dafür ein, dass Sundern lebenswerter, gerechter und zukunftsfähig wird. Besonders am Herzen lagen ihm Bildung, Kultur und Sport, weshalb er viele Jahre den Schul‑, Sport‑ und Kulturausschuss leitete und damit wichtige Weichen für Schulen, Vereine und das kulturelle Leben stellte. In Wahlprüfungsausschuss, Planungs‑, Betriebs‑ und Werksausschuss sowie in Fragen der zivilen Verteidigung zeigte er dieselbe Sorgfalt und Genauigkeit, die ihn als Menschen auszeichneten.
Beruflich war Gerd‑Josef Lehrer – und wer ihm begegnet ist, spürte schnell, dass ihn dieser Beruf geprägt hat. Er konnte gut zuhören, erklären, einordnen und auch einmal widersprechen, ohne den anderen herabzusetzen. Viele seiner ehemaligen Schülerinnen und Schüler erinnern sich an einen Lehrer, der sie ernst nahm und ihnen etwas zutraute.
Gerd‑Josef war aber nicht nur Kommunalpolitiker und Pädagoge, sondern auch literarisch aktiv. Mit seinem Satire‑Gedichtband „Das kann doch nicht wahr sein“, den er sogar auf der Leipziger Buchmesse vorstellte, zeigte er, dass er gesellschaftliche und politische Themen mit Witz, Schärfe und Feingefühl beobachten und in Sprache verwandeln konnte. In seinen Gedichten nahm er menschliche Schwächen, Heuchelei und Widersprüche mit liebevoller Ironie und klarer Pointe aufs Korn – immer mit dem Blick hinter die Fassade.
In seiner Freizeit stand er ebenso leidenschaftlich auf dem Tennisplatz, wie er im Rat am Rednerpult stand. Tennisspielen war für ihn mehr als Sport: Fairness, Respekt und das Miteinander, das er dort lebte, trug er auch in die Politik hinein. Wer mit ihm auf dem Platz stand, erlebte einen Kämpfer, der nie aufgab, aber immer fair blieb.
Gerd‑Josef war über all diese Jahre für viele von uns ein verlässlicher Ansprechpartner, ein kluger Ratgeber und ein freundlicher Begleiter. Er hatte Sinn für Humor, konnte über sich selbst lachen und blieb auch in schwierigen Debatten ruhig und zugewandt. Seine Erfahrung, seine Bescheidenheit und seine menschliche Wärme werden uns sehr fehlen.
Wir sind dankbar für die lange gemeinsame Zeit mit ihm und für alles, was er für Sundern und die SPD getan hat. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die ihm nahe standen.
SPD-Ortsverein Sundern
AG 60plus der SPD Sundern
SPD-Fraktion im Rat der Stadt Sundern