05/11/2024
Netzwerk für Alle der CDU BW im Gespräch mit BZ-Chefredakteur Thomas Fricker
Ausgrenzung von Teilhabe durch Gendersprache
FREIBURG: „Wer wider besserem Wissen gendert, nimmt Ausgrenzung billigend in Kauf! Nichts spricht z.B. gegen „Studierende“ – Gendersprache mit Sonderzeichen inmitten von Worten stel-len für Menschen mit Behinderungen hingegen neue Barrieren dar“, so Roman Baumgartner, Vor-sitzender des Netzwerkes für Alle – Menschen mit und ohne Behinderungen der CDU Baden-Württemberg.
„Blinde und Sehbehinderte, Legastheniker, Autisten, Menschen mit Lern- oder kognitiver Behinde-rung, sowie Ältere und Migranten berichten uns regelmäßig, wie exklusiv Gendersprache ist. Wer es mit einer heterogenen, vielfältigen, inklusiven Gesellschaft ernst meint, kann kein Interesse an der Ausgrenzung ganzer Gesellschaftsgruppen haben“, so Baumgartner weiter. Im Gespräch mit BZ-Chefredakteur Thomas Fricker in Freiburg sagte er weiter: „Die vermeintlich sensible Sprach-verwendung sehen wir sehr kritisch: Denkt man die Argumentation zu Ende, wonach die Vermei-dung von Sonderzeichen wie Gendersternen, Transpersonen ausgrenze, so hieße dies in der Kon-sequenz, dass „Zuschauer“ Blinde nicht berücksichtige. „Fußgänger“ könnte Rollstuhlfahrer und „Zuhörer“ Gehörlose diskriminieren, da sie – vermeintlich – nicht mitgedacht würden. Logische Konsequenz wäre eine Sprache, die kaum noch anwendbar sei, da sich faktisch jeder diskriminiert fühlen könnte.“
„Wir meinen: Sprache darf weder unsere Gesellschaft spalten – noch exklusiv, oder nur Eliten vor-behalten sein! Wer Menschen durch ideologisch geprägten Sprachgebrauch von Bildung ausgrenzt, hat aus der deutschen Geschichte nichts gelernt! Nur durch einheitlichen, barrierefreien Sprachge-brauch sind Bildungskarrieren möglich. Denkmuster, die behinderte, ältere oder migrierte Men-schen gezielt von Sprache ausgrenzen – und dadurch ganzen Gesellschaftsgruppen den gesell-schaftlichen Aufstieg erschweren, dürfen in Deutschland nie mehr zum Alltag werden! Gerade wir Deutschen sollten aus den Wirren unserer Geschichte etwas Elementares gelernt haben“, so Baumgartner weiter.
Weiteres Thema im Gespräch mit Chefredakteur Thomas Fricker und BZ-Kultur-Redakteurin Gab-riele Schoder waren Quotenregelungen zugunsten verschiedener soziokultureller Gruppen. Hier seien Parteien, Arbeitgeber wie auch die Gesellschaft gefragt, dass durch einseitige Quoten nicht andere Gesellschaftsteile benachteiligt werden. In einem freiheitlich-demokratischen Land wie Deutschland sollte man gänzlich ohne das sozialistische Instrument von Quoten, das individuelle Leistungen nicht mehr anerkennt, auskommen, so Oliver Staib, blinder Realschullehrer und CDU-Stadtrat in Breisach. Monica Wüllner, Mitglied im CDU-Bundesvorstand und ebenfalls zu Gast bei der BZ, ergänzte: „Im Bereich von Quotenregelungen existieren innerparteilich verschiedene Auf-fassungen. Doch dafür sind wir, die CDU, Volkspartei. Das müssen wir aushalten – und den Prozess zugunsten von mehr Teilhabe aller benachteiligten Gesellschaftsgruppen weiter konstruktiv beglei-ten.“