22/04/2023
Via Marx21 Stuttgart:
Kein Knoten für Zetkin!
In Tübingen soll darüber diskutiert werden, ob eine Straße mit dem Namen Clara Zetkin umbenannt werden müsste. Eine Kommision, die damit beauftragt ist bestimmte Straßennamen von Faschisten, Reaktionären und Antisemiten zu überprüfen, nahm gleich mal weitere Straßennamen mit auf ihre Liste. Sie empfiehlt auch Zetkin kritisch zu überprüfen.
Damit setzt sie links und rechts gleich. Sie sieht es als ebenso verurteilenswert an, wenn Menschen Faschisten sind oder gegen Faschismus kämpfen. Es ist ein Angriff der Hufeisentheoretiker.innen nicht nur auf Zetkin, sondern gegen die ganze linke Bewegung. Die Kommission verunglimpft über diesen Weg Kriegsgegner.innen, Antifaschist.innen, Frauenrechtler.innen oder Revolutionär.innen, während sie zu Bismarck oder Wilhelm I. von Württemberg schweigt.
Dieser Versuch Geschichte umzudeuten muss scharf zurückgewiesen werden. Wir unterstützen daher die Anliegen des Aktionsbündnisses "Kein Knoten für Zetkin" in Tübingen.
Mehr Infos findet ihr hier:
https://keinknoten.wordpress.com/buendnis/
Clara Zetkin, die Mitbegründerin der proletarischen Frauenbewegung wurde 1857 im sächsischen Wiederau geboren.
Auf den Fildern in Sillenbuch, begegnen wir den Spuren der revolutionären Sozialistin Clara Zetkin. 1891 zog sie nach Stuttgart. 1903 bezog sie mit ihrem Mann Friedrich Zundel, einem Maler, ein Haus in Stuttgart-Sillenbuch.
Sie war über 40 Jahre lang eine der führenden Sozialistinnen nicht nur in Deutschland, sondern auch international. Mit ihrer Rede „Zur Befreiung der Frau“ legte sie 1889 den Grundstein für ihr mehr als fünf Jahrzehnte andauerndes Engagement in der proletarischen Frauenbewegung. 25 Jahre lang hat sie die Zeitschrift der Bewegung, die Gleichheit, als leitende Redakteurin herausgebracht.
Auch wenn sie eng mit der proletarischen Frauenbewegung verbunden ist, hat sie sich zu vielen anderen relevanten Fragen der revolutionären Bewegung geäußert. So war sie eine bekannte Reformpädagogin, die für eine Reform des Bildungswesens in Deutschland stritt. Sie griff in den Streit um die Ausrichtung der Sozialdemokratie ein, der heute als Revisionismusstreit bekannt ist, und verteidigte dabei die revolutionäre Tradition des Sozialismus. Sie war später auch eine entschiedene Kriegsgegnerin und kritisierte die Führung der Sozialdemokratie für ihren opportunistischen Kurs. Später gehörte sie zu den Begründern der USPD, des Spartakusbundes und der KPD. Sie gehörte zu jenen Kommunistinnen und Kommunisten, die die Gefahr, die vom Faschismus ausging klar erkannten.
Angesichts des Aufstiegs von Rechtspopulisten und N***s, Armut und Ungerechtigkeit, nach wie vor ungerechtem Zugang zu Bildung und einer die gesamte Gesellschaft durchziehenden Frauenunterdrückung bleiben die Ansätze Clara Zetkins hochaktuell.