20/08/2026
Seit wann gibt es eigentlich die Fotografie, wie alt ist denn das älteste Foto? Diese Frage stellen wir gerne bei Führungen für Schulklassen und regelmäßig tippen die Kinder und Jugendlichen zu vorsichtig und staunen, wenn sie die Jahreszahl 1826 hören.
Die erste erfolgreich aufgenommene und erhaltene Fotografie der Welt wurde vor 200 Jahren von Joseph Nicéphore Niépce im französischen Saint-Loup-de-Varennes hergestellt. Sie heißt Blick aus dem Arbeitszimmer von Le Gras.
Acht Stunden lang belichtete er hierfür eine mit Asphalt beschichteten Zinnplatte und schuf eine Heliografie, wie er sie nannte. Zuvor tüftelten andere in diesem Bereich, aber konnten ihre lichtempfindlichen Aufnahmen nicht fixieren. Mit Louis Jacques Mandé Daguerre entwickelte er sein Verfahren weiter, es entstand die Daguerreotypie – ebenfalls nicht reproduzierbar. Dies gelang erst William Henry Fox Talbot. Mit der Kalotypie legt er die Grundlage dafür, vom Negativ beliebig viele Negativ anfertigen zu können.
Ein weiterer Meilenstein war die Verwendung von Glasplatten statt Metall, welche später durch den Rollfilm abgelöst wurden – gleich blieb der chemische Prozess, der auf der Lichtempfindlichkeit von Silbersalzen beruht. Das älteste bekannte Foto Deutschlands stammt von 1837, zeigt die Münchner Frauenkirche und wurde von Franz von Kobell aufgenommen.
Aus dem Fotoarchiv Hotz im Bestand Alte Techniken seht ihr hier eine Ferrotypie (Gruppenbildnis anlässlich Kirchweihfest im Jahr 1899, R2 AT 179), eine Ambrotypie (Dame im Kleid mit Spitzenkragen, Haube und Spitzenbündchen, R2 AT 182) und eine Daguerrotypie (Dame; weißen Spitzenkragen und Korsett tragend, R2 AT 188) – alle auch neben anderen einsehbar auf unserer Homepage www.stockach.de/stadtarchiv