27/11/2025
Vor zwei Wochen war ich mit der für den Gründerpreis nominiert.
Wir standen dort in einer Reihe mit jungen Gründer:Innen, die zum einen nicht nur alle geniale Erfindungen am Start hatten, die die Zukunft der Gesamtgesellschaft verbessern werden, und die zum anderen eine Präsentation hingelegt haben, die ich mir für meine Abiprüfung gewünscht hätte.
Sie waren voller Begeisterung und voller Engagement.
Doch der Volksmund sagt: „Die Jugend von heute ist faul, denkt nur noch an sich und ist zu nichts zu gebrauchen!“
Und ja ich kenne die Momente wo man denkt: Der Teenager ist hier fehl am Platz.
➡️ in der Schule, mit überlasteten Lehrer:innen, die teilweise schon resigniert haben. Mit Lehrplänen die zu geschätzten 70% Inhalt haben, den die sie danach nie wieder brauchen werden. Der Teen denkt sich: Was soll ich meine Zeit hier verschwenden, was bringt mir das.
➡️ in einer Ausbildung, die sie durch eine Berufsberatung gewählt habe, die noch schlechter ist als das Schulsystem. Oder weil Mama und Papa soviel Druck ausgeübt haben, dass sie einen anständigen Beruf lernen, in dem Sie selbst genervt und ausgebrannt sind. Wo man hin geht weil es Urlaubs- und Weihnachtsgeld gibt, nicht aus Freude.
Für die bessere Lesbarkeit enthält der Text Pauschalisierungen. Mir ist bewusst, in allen Bereichen, gibt es auch Ausnahmen.
Jugendliche denken nicht rational und beurteilen in der Regel auch nicht danach. Durch die Umstellung im Gehirn zwischen dem 11. und 21. Lebensjahr bewerten sie überwiegend emotional. Sie fühlen also, macht das Sinn, ist das authentisch, ist das plausibel?
Und mal Hand auf Herz. Wie leidenschaftlich lebst du der Jugend von heute vor, was dir so vermeintlich wichtig ist. Werte, Moral und Engagement.
Denn was ist, wenn uns Jugendliche einfach nur sehr genau beobachten und sich denken. Das mache ich nicht so wie die. Die sind ja nur am nörgeln, ständig erschöpft und haben völlig verlernt, wie glücklich sein geht!