29/07/2025
Wir würden ja gerne zustimmende Meinungen der Bürger reflektieren, aber….
hier ein Leserbrief in der SZLZ von Hans-Jürgen Müller, Bückeburg:
Passt nicht in die Fußgängerzone
Zur Berichterstattung über das Millionenprojekt der Baumquartiere in der Bückeburger Fußgängerzone vom 25.Juni.
Nach der öffentlichen Sitzung des Umweltausschusses vom 14. Juli 2025 scheinen die großflächigen, wassergebundenen Decken endlich gestorben zu sein. Sie passen aus vielen schon genannten Gründen nicht in Fußgängerzonen von Innenstädten mit Geschäftskunden und Außengastronomie.
Warum dann Baumscheiben mit wassergebundener Decke? Darauf könnte auch mal ein Stuhl- oder Tischbein stehen, so hörte man – später vielleicht auch mal ein Gast oder E-Bike? Dann ist der Effekt der Baumscheiben dahin. Vor dem Hubschraubermuseum gibt es ein gelungenes Beispiel, wie man es besser machen kann. Eine groß gelochte Baumschutz-Stahlplatte der Firma Humberg aus Nottuln. Warum nicht solche gut durchdachten Systeme mit Belüftung, Bewässerung und Wasserspeicher zur Anwendung bringen?
Natürlich müssen die Baumquartiere im Untergrund aufgelockert und mit Substrat wesentlich verbessert werden, ferner muss für eine bessere Belüftung und Bewässerung gesorgt werden. Die Abdeckungen mit diesen in vielen Formen, Größen und technischen Ausführungen gelochten Stahlplatten mit den vielen entsprechenden Ergänzungssystemen sind sehr stabil, hoch belastbar, leicht verlegbar, und im Notfall wieder aufzunehmen.
Warum keine Wurzelbrücken, dort, wo sie im nahen Stammbereich sinnvoll sind – in einer Höhe von circa 15 bis 20 Zentimetern über dem normalen Bodenniveau?
Darauf könnten mobile, niedrige Tischsegmente stehen, die bei Regen schnell ab- geräumt werden. Davor Stühle für gesellige Runden. Die belastbaren Platten machen das problemlos möglich. Die Belüftung und die Bewässerung der Baumscheiben werden nicht beeinträchtigt. Um diesen engeren Bereich können weitere Spaltplatten statt Pflaster verlegt werden, diese würden die Nutzfläche für die Baumwurzeln wesentlich erweitern, ohne dafür große Unterbaumflächen mit pflegeintensiver Bepflanzung bestücken und aufwendig neues Pflaster verlegen zu müssen. Dieses eingesparte Pflaster kann man sicher nachhaltig an anderer Stelle verwenden. Auch sollte man über eine einfache Lösung nachdenken, um eventuell anfallendes Regenwasser zusätzlich aus der Gosse in die Baumquartiere zu leiten–Zisternen sind ja nicht vorhanden. Wenn im Winter Streusalz anfällt, muss man die Zuläufe absperren, aber dann wird ja nicht gegossen.
Warum Sandstein-Umrandungen 30 Zentimeter breit, teuer und aufwendig verlegen? Man könne darauf gut sitzen, ist zu hören – ja, wenn nach einer gewissen Verwitterungszeit der oder die Betreffende eine alte Jeans oder eine robuste Lederhose trägt, dann vielleicht, aber mit leichter, heller Sommerkleidung ist davon abzuraten. Auch sollte man sich ein Sitzkissen mitbringen und sportlich oder mindestens körperlich fit sein, um von den ergonomisch sehr ungünstigen Sitzhöhen ohne Rückenlehne wieder in die Senkrechte zu kommen.
Ohne die Unterbaumbepflanzung, die teure Sandsteinumrandung, aufwendige Pflasterung und Pflege bleibt hoffentlich genügend Geld für eine zukunftssichere Lösung und mit Glück auch noch für einen weiteren Baum.
Hans-Jürgen Müller, Bückeburg