26/04/2026
Ausbildung im Weltkulturerbe
Am Freitag und Samstag, den 24. und 25. April, führte das BBHRZ eine zweitägige Ausbildung mit dem Schwerpunkt „Rettung aus Höhen und Tiefen in bergbaulicher Umgebung“ durch. Ziel der Ausbildung war es, bestehende Rettungskonzepte zu überprüfen, praktisch zu erproben und unter realitätsnahen Bedingungen weiterzuentwickeln
Freitag – Ausbildung im Markus-Röhling-Stolln (Frohnau)
Der erste Ausbildungstag fand im Besucherbergwerk Markus-Röhling-Stolln in Frohnau statt. Im Fokus stand hier das bereits vorhandene Rettungskonzept für Einsätze unter Tage.
Zu Beginn wurde das bestehende Konzept gemeinsam durchgesprochen und hinsichtlich Abläufen, Zuständigkeiten sowie eingesetzter Technik analysiert.
Im Anschluss erfolgte die praktische Umsetzung. Unter realitätsnahen Bedingungen wurden verschiedene Szenarien durchgespielt. Im Verlauf der Übungen konnten mehrere Optimierungsmöglichkeiten identifiziert und direkt erprobt werden
Der Freitag endete mit einer gemeinsamen Auswertung, bei der die gewonnenen Erkenntnisse zusammengetragen und in das bestehende Rettungskonzept eingearbeitet wurden.
Samstag – Ausbildung am Pferdegöpel in Lauta (Marienberg)
Am zweiten Ausbildungstag verlagerte sich der Schwerpunkt auf die technische Rettung aus der Tiefe. Ausbildungsort war der Pferdegöpel in Lauta, wo an zwei Stationen unterschiedliche Szenarien beübt wurden.
Station 1: Schachtrettung mit akkubetriebener Seilwinde
An der ersten Station wurde die Rettung aus einem etwa 20 Meter tiefen Schacht trainiert. Hierbei kam eine akkubetriebene Seilwinde zum Einsatz, deren Leistungsfähigkeit und Praxistauglichkeit unter realen Bedingungen getestet wurde.
Besondere Herausforderungen an dieser Station waren:
• Die Schräge des Schachtes
• Im Schacht befindliche, bewegliche Förderkübel
Die Einsatzkräfte mussten die Rettung so organisieren, dass sowohl die Sicherheit der verunfallten Person als auch die der Retter gewährleistet war. Die Kombination aus schrägem Verlauf und beweglichen Hindernissen erforderte ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und präziser Abstimmung.
Die eingesetzte Seilwinde konnte erfolgreich getestet werden und zeigte sich als leistungsfähige Unterstützung, insbesondere bei längeren Rettungswegen.
Station 2: Tiefenrettung am Evakuierungsschacht
Die zweite Station konzentrierte sich auf die Rettung aus einem etwa 10 Meter tiefen Schacht. Hier lag die Schwierigkeit vor allem in der Einrichtung eines geeigneten Festpunktes.
Da kein optimal positionierter Anschlagpunkt vorhanden war, wurde die Aufgabe mittels eines Multipod-Systems gelöst. Dieses ermöglichte:
• Einen sicheren und erhöhten Anschlagpunkt
• Eine stabile Umlenkung der Seilsysteme
• Flexibilität beim Aufbau in beengten Verhältnissen
Auch an dieser Station zeigte sich, wie wichtig ein strukturiertes Vorgehen und eingespielte Abläufe sind, um eine schnelle und sichere Rettung gewährleisten zu können.
Fazit der Ausbildung
Die zweitägige Ausbildung bot den Teilnehmern die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten unter realistischen Bedingungen zu vertiefen und weiterzuentwickeln. Besonders hervorzuheben ist:
• Die erfolgreiche Überprüfung und Optimierung des bestehenden Rettungskonzeptes
• Der praxisnahe Einsatz moderner Technik, wie der akkubetriebenen Seilwinde und des Multipod-Systems
• Die intensive Teamarbeit unter anspruchsvollen Bedingungen
Die gewonnenen Erkenntnisse tragen maßgeblich dazu bei, die Einsatzbereitschaft und Sicherheit bei zukünftigen Einsätzen weiter zu erhöhen.