16/09/2026
Vorsorgekonzept Hochwasser und Starkregen Spiesen-Elversberg geht in die nächste Phase
Seit jeher ist die Gemeinde Spiesen-Elversberg durch Starkniederschläge bedroht. Diese können vor allem in den Sommermonaten auftreten und zu Sturzfluten mit Gefahr für Leib und Leben und hohen Schäden und führen.
Von Starkniederschlägen redet man, wenn es mehr als 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder mehr als 35 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden regnet. Die Klimaforschung ist sich sicher, dass Ereignisse dieser Art in Zukunft zunehmen werden.
Anders als bei einem Hochwasser bleibt nur wenig oder keine Zeit sich darauf vorzubereiten, da Ort und Zeitpunkt eines Starkregens kaum vorherzusagen sind. Während beispielsweise Spiesen mit den Fluten kämpft, scheint in St. Ingbert noch die Sonne.
Aufgrund der Naturgewalten und der enormen Wassermassen ist es in den wenigsten Fällen möglich, Überflutungen komplett zu verhindern. Ziel muss es daher sein, die Gefahr für Leib und Leben und das Risiko materieller Schäden so weit wie möglich zu verringern. Neben den bau- und Gemeindeplanerischen Maßnahmen spielt die Eigenvorsorge eine entscheidende Rolle. Wer ein Haus besitzt, ist hierzu sogar rechtlich verpflichtet und muss sich baulich gegen eindringendes Wasser schützen.
Um den Gefahren gegen Hochwasser und Starkregen entgegenzuwirken, entwickelt die Gemeindeverwal-tung unter der Federführung des Bau- und Umweltamtes in Verbindung mit anderen Beteiligten ein örtli-ches Vorsorgekonzept.
Im Rahmen der Katastrophenvorsorge ist es Ziel dieses Vorsorgekonzepts Verwaltung, Rettungskräfte, Bürger und Gewerbebetriebe zu sensibilisieren und aufzuzeigen, wo gefährdete Bereiche sind.
Hierzu werden für das gesamte Gemeindegebiet Starkregengefahrenkarten mit einem hochauflösenden Computermodell erstellt. Mithilfe dieser Karten kann festgestellt werden, in welchen Bereichen es bei sol-chen Ereignissen zu Gefahren für Personen und zu Schäden kommen kann. Ein großer Vorteil dieser Kar-ten besteht darin, dass die Gefahr auch in den Bereichen abgeschätzt werden kann, in welchen bisher keine Starkregen aufgetreten sind.
Die Arbeiten an dem Vorsorgekonzept sind im Ende letzten Jahres gestartet und werden durch das saar-ländische Ingenieurbüro eepi GmbH aus Merzig in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten erstellt. Das Vor-sorgekonzept wird durch das Saarland mit 90 % gefördert. In der Folge sollen in den nächsten Jahren die in dem Konzept vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden.
In den Monaten April und Mai diesen Jahres fanden örtliche Erkundungen in allen Gemeindeteilen statt. Bei den Begehungen wurden kritische Bereiche besichtigt, die immer wieder von Überflutungen bei Stark-regen betroffen sind oder die aufgrund der Modellierung der Starkregengefahrenkarten ermittelt wurden.
Diese örtlichen Erkundungen wurden von den Vertretern der freiwilligen Feuerwehr, Vertretern des Bau-amts der Gemeinde Spiesen-Elversberg und durch Mitarbeiter des Ingenieurbüros gemeinsam wahrge-nommen.
Mit den dabei gewonnenen Erkenntnissen wird derzeit die Modellierung der Starkregengefahrenkarten fertig gestellt und die Karten im Rahmen von Bürgerversammlungen vorgestellt. Hier können die Bürger außerdem ihre Erfahrungen, Eindrücke und auch Vorschläge in die Erstellung des örtlichen Vorsorgekon-zepts einbringen.
Das Konzept soll im nächsten Jahr der Bevölkerung vorgestellt werden.
Die Termine der Bürger Workshops sind:
• Montag, der 05.10.2026 um 18 Uhr für Elversberg: ARTOTHEKE, St. Ingberter Str. 6, Elversberg
• Mittwoch, der 07.10.2026 um 18 Uhr für Spiesen: Sitzungssaal der Gemeinde Spiesen-Elversberg
Mehr Informationen erhalten Sie unter folgender Telefonnummer Tel. 06821/791-200 oder un-ter folgender Mail-Adresse [email protected].