05/11/2024
Vor 86 Jahren fanden die Novemberpogrome statt, die gelegentlich auch verharmlosend als Reichskristallnacht bezeichnet werden. Seit der Machtergreifung der NSDAP fanden immer wieder Übergriffe auf jüdische Menschen statt, doch sollten diese Übergriffe im November eine neue menschenverachtende Stufe erreichen. Antisemitische Einstellungen waren nicht selten und wurden von den Nationalsozialisten befördert. Durch die 1935 erlassenen Nürnberger Gesetze wurden aus den Jüd*innen Menschen zweiter Klasse, sie hatten keine politischen Rechte, durften keine „Staatsangehörigen deutschen Blutes“ heiraten und waren Opfer willkürlicher Diskriminierung und Gewalt.
Anlass für die Novemberpogrome war das Attentat auf einen deutschen Diplomaten in Paris. Er wurde am 7. November von Herschel Grynszpan erschossen. Grund dafür waren die Abschiebungen von polnischen Jüd*innen, von denen auch seine Familie betroffen war.
Die NSDAP-Führung feierte am 09. November 1938 den Jahrestag des Hitlerputsches. Als die Nachricht vom Tod des Diplomaten bekannt wurde, verkündete Josef Goebbels diesen, machte auf antisemitischen Kundgebungen in den Gauen Kurhessen und Magdeburg-Anhalt auf das Attentat aufmerksam und sagte: „…,dass derartige Demonstrationen von der Partei weder vorzubereiten noch zu organisieren seien, soweit sie spontan entstünden, sei ihnen aber auch nicht entgegenzutreten.“
Dies wurde entsprechend so interpretiert, dass es nach außen hin den Anschein haben sollte, dass es sich um Ausschreitungen der Zivilbevölkerung und nicht hauptsächlich von SA und SS handelte.
Im ganzen Reich zogen in der Nacht vom 9. auf den 10. November Mobs angeführt von der SA und der SS durch die Dörfer und Städte, beschädigten jüdisches Eigentum und zündeten Synagogen an. Die Staatspolizei und die Feuerwehren erhielten die Anweisung nur einzuschreiten, sofern deutsches Leben und Eigentum in Gefahr gerieten. Untersagt war die Plünderung von jüdischen Geschäften und Wohnungen.
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