12/02/2023
„Bitte keine Schnellschüsse“
Patrick Schramm mahnt zur Besonnenheit in der Entwicklung des Wirtschafts- und Zukunftsstandorts Autobahndreieck Potsdam / Güterbahnhof Seddiner See
Der Fraktionschef des Bündnis Deutschland im Kreistag Potsdam Mittelmark, Patrick Schramm, warnt im Rahmen der Entwicklung dieser 330 ha neuen Gewerbefläche in Potsdam Mittelmark vor voreiligen Entscheidungen, was die künftige Nutzung anbelangt. „Wir sind in einer sehr frühen Phase und müssen sicher noch keine mögliche Nutzung verbindlich definieren“, so Schramm, „also bitte keine Schnellschüsse.“
Es handelt sich bisher um eine erste Machbarkeitsstudie im Auftrag des Wirtschaftsministeriums Brandenburg mit dem Ziel verfügbare Grundstücke auf eine mögliche Nutzung zu prüfen. Dabei hat die WFBB in ihren Präsentationen deutlich darauf hingewiesen, dass vertiefende Untersuchungen in alle Richtungen erst folgen würden. Besonders betont wurde hierbei auch das Problembewusstsein des MWI in den Fragen Wasser und Energie.
Bisher liegen lediglich erste, grobe Schätzungen zu den geplanten Größenordnungen vor. Wasser-, Energie- und Ressourcenbedarf sowie die Zahl und Qualifikation der benötigten Arbeitskräfte (2.500 bis 10.000) hängen unmittelbar mit der Art des Gewerbes zusammen; darüber gibt es noch keine Aussagen, sodass eine Einschätzung bestenfalls ungenau sein kann. Wirkliche Fakten zu Größe und Art des Gebietes und den Ansiedlungen von Firmen liegen nicht vor.
Größere Probleme könnten in einem hohen Wasserbedarf liegen. Auch die Art der Verkehrsführung bei der An- und Abfahrt von Arbeitern, insbesondere aber auch einem zu erwartenden Lieferverkehr liegen -für Beides ist die vorhandene Infrastruktur z.Zt. nicht ausgelegt.
Die Chancen lägen natürlich in einem höheren Aufkommen in der Gewerbesteuer, aber auch der allgemeinen zunehmenden Kaufkraft der neuen Arbeitskräfte und eventueller neuer Einwohner, die dann aber auch einen größeren Ausbau der Infrastruktur wie z.B. Schulen, Kitas etc. nach sich ziehen würden. Grundsätzlich kann aufgrund fehlender, belastbarer Zahlen aber auch hier keine seriöse Einschätzung getroffen werden.
Auch der Landesbeauftragte des Bündnis Deutschland für Brandenburg, Uwe Große-Wortmann, ebenfalls Mitglied der Fraktion in Potsdam Mittelmark, möchte die noch sehr rudimentären Informationen der Studie nicht überbewerten: „In dieser Phase bereits eine erhebliche Anzahl potentieller Gewerke auszuschließen, halte ich für wenig zielführend.“