20/05/2026
Konstituierende Sitzung des Marktgemeinderates Schwarzenfeld – Ein fragwürdiges Signal an die Wählerinnen und Wähler
Am Montag fand die konstituierende Sitzung des Gemeinderates statt. Dabei wurden unter anderem der 2. und 3. Bürgermeister gewählt.
Die CSU schlug mit Gabriele Wittleben eine Kandidatin vor, die das Amt der 2. Bürgermeisterin bereits in den vergangenen Jahren mit großem Engagement, hoher Kompetenz und viel Einsatz ausgeübt hat. Dieses Vertrauen wurde auch bei der Kommunalwahl eindrucksvoll bestätigt: Mit 4.380 Stimmen erhielt sie ein herausragendes Ergebnis und großen Rückhalt aus der Bevölkerung.
Als Gegenkandidat trat Karl-Heinz Dausch von den Siedlern an, der bei der Wahl lediglich 1.874 Stimmen erreichte. Dennoch setzte er sich in der Stichwahl im Gemeinderat mit 11 zu 9 Stimmen durch und ist damit neuer 2. Bürgermeister.
Auch die Wahl des 3. Bürgermeisters wirft Fragen auf: Mit Rainer Hasenkopf (SWG) wurde ein Kandidat gewählt, der bei der Kommunalwahl lediglich 999 Stimmen erhalten hatte. Gegenkandidat war Mario Graf (dieBasis), der mit 1.077 Stimmen ebenfalls mehr Rückhalt erhielt.
Für uns als JU hinterlassen diese Entscheidungen einen bitteren Beigeschmack. Natürlich sind die Wahlen formal demokratisch legitimiert. Dennoch stellt sich die Frage, ob hier der klare Wählerwille ausreichend respektiert wurde. Demokratie lebt nicht nur von Mehrheiten innerhalb eines Gremiums, sondern auch vom verantwortungsvollen Umgang mit dem Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger. Wenn Kandidaten mit deutlich geringerem Rückhalt in der Bevölkerung zentrale Ämter erhalten, entsteht der Eindruck, dass Machtspiele und taktische Mehrheiten wichtiger waren als das eindeutige Votum der Bevölkerung.
Gerade in der Kommunalpolitik sollte es darum gehen, Verantwortung im Sinne der Menschen vor Ort zu übernehmen – nicht um Machtgehabe oder politische Denkzettel. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht Transparenz, Fairness und einen respektvollen Umgang mit ihrem demokratischen Auftrag.
Die JU wird die Entwicklungen im Gemeinderat weiterhin kritisch, aber konstruktiv begleiten – immer mit dem Ziel, Politik im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zu gestalten.