02/05/2023
Ein junges Gesicht und alte Probleme
Ungebrochen Solidarisch - Kundgebung des DGB zum "Tag der Arbeit" in
Burglengenfeld
800.000 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in Bayern sind eine laute
Stimme, so die 36jährige Iris Schopper, ihres Zeichen
Gewerkschaftssekretärin der IG BCE aus Weiden und diesjährige
Hauptrednerin der Maikundgebung. Diese Stimmen können nicht bei der
Landtagswahl im Herbst überhört werden, wenn sie von den täglichen
Problemen der Beschäftigten erzählen, derweil der bayerische
Ministerpräsident vom Himmel auf Erden in Bezug auf Bayern spricht.
Zuerst hatte aber die Musikkapelle St. Vitus die meiste Arbeit. Nach
einem Standkonzert auf dem Marktplatz geleitete sie den
Demonstrationszug der Gewerkschaften zielsicher über die Pithivierbrücke
zum Festzelt auf dem Volksfestanger. Noch einige Musikstücke zur
Einstimmung, dann gaben sie die Bühne frei für Wolfgang Kurzendorfer,
Vorsitzenden des DGB-Kreises Schwandorf.
Kurzendorfer dankte in seiner Begrüßung den anwesenden Bürgermeistern,
Stadträten und der Geistlichkeit, dass sie mit ihrer Anwesenheit den
Anliegen der Beschäftigten den Rücken stärken. Er bat die Anwensenden
auch um Unterzeichnung dreier Petitonen: für faire Löhne, dem
verhafteten Arbeitsrechtler Mehran Raouf (Iran) und der inhaftierten
Chhim Sithar, Gewerkschaftsvorsitzende des Hotel- und Casinokomplexes in
Phnom Penh, Kambodscha. Was in Deutschland völlig normale
Gewerschaftsarbeit ist, kann anderswo jahrelange Haft und Tod nach sich
ziehen.
Weiter ging das Mikrofon an Iris Schopper, gelernte Industriekauffrau
und jetzige Gewerkschaftssekretärin. Neben der obligatorische
Verurteilung des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine sprach sie
auch die nachteiligen Folgen der Sanktionen an: "Die spüren wir alle im
Geldbeutel!" Gerade bei der Preissteigerung wurden aber etliche
Gewerkschaftsforderungen umgesetzt: Gas und Strompreisbremse,
Energiepreispauschale, Erhöhung von Wohn- und Kindergeld. Die Umsetzung
durch de Bundesregierung mag holprig von statten gegangen sein, aber
letzlich ist das Geld bei den Beschäftigten angekommen.
Dagegen sieht Schopper die Energiewende in Bayern verschlafen. Die
Energiestruktur sei nicht aus