11/11/2025
Akzeptanzveranstaltung statt Dialog
Impressionen zur Informationsveranstaltung in der Schurwaldhalle Oberberken zum Thema Windkraft am 10.11.2015
Schon beim Eintreffen musste ich schmunzeln.
Am Eingang standen mehrere Personen mit Armbinden, die offenbar als „Sicherheitspersonal“ auftreten sollten nur wirkte es nicht gerade professionell, sondern eher befremdlich.
Warum waren sie da?
Welchen Auftrag hatten sie und kannten sie den Auftrag?
Muss man die „einfältigen „Eingeborenen“ aus dem Schurwald etwa „niederringen“, falls sie die falschen Fragen stellen?
Gab es eine Bedrohungslage? Und wenn ja ,wo war dann die Polizei? Das rote Kreuz oder die Brandwache?
Der erste Eindruck beim Betreten der Halle war jedenfalls befremdlich und nicht einladend.
Was als Bürgerinformation angekündigt war, entpuppte sich schnell als Akzeptanzveranstaltung.
Es schien mir eher darum zu gehen, Akzeptanz zu vermitteln als im Saal für alle gut hörbar miteinander zu sprechen und vor Publikum Argumente auszutauschen.
Für die zahlreichen Besucher waren nicht einmal Stühle aufgestellt.
Das Ganze wirkte wie ein Kapitel aus dem Handbuch für Akzeptanzmanagement:
Man schafft den äußeren Rahmen einer Beteiligung ohne tatsächlichen Dialog zu fördern.
Wer Fragen stellen wollte, wurde auf Infotafeln oder Einzelgespräche verwiesen, eine echte Diskussion vor allen Teilnehmern kam nicht zustande. Die Mitarbeiter, die an den Infos stehenden Rede und Antwort stehen sollten schienen fachlich und emotional völlig überfordert.
Zudem war es irritierend, dass die „klatschende“ Schorndorfer Gruppe Klimaentscheid mit einem eigenen Stand vertreten war.
Diese Gruppe hat nicht mehr demokratische Legitimation als jede andere Bürgerinitiative. Keiner ihrer Vertreter ist vom Volk gewählt.
Warum also erhielt sie in Oberberken einen städtischen Raum als Plattform?
Wenn das möglich ist, hätten auch die Windkraftgegner einen Stand bekommen müssen.
Die Veranstaltung wirkte dadurch alles andere als ausgewogen.
An den Ständen selbst konnte auf viele Fragen wegen des allgemeinen Lärms kaum eingegangen werden.Vieles blieb vage, unkonkret, man wurde auf spätere Gutachten oder künftige Entscheidungen vertröstet.
An manchen Tischen wurden gar keine Fragen beantwortet, sondern nur Informationen präsentiert, die ohnehin längst öffentlich zugänglich sind.So hatte man das Gefühl, dass den besorgten Bürgerinnen und Bürgern schlicht die Zeit gestohlen wurde.
Ich wäre gerne mit den Verantwortlichen ins Gespräch gekommen und hätte konkrete Fragen gestellt in ruhiger sachlicher Atmosphäre, mit klarer Moderation und vor dem ganzen anwesenden Publikum.
Warum hat man das nicht zugelassen?
Das frage ich die Verantwortlichen.
Ach so! … diesmal war wohl nicht der Bossa Nova schuld sondern Putin.