07/07/2016
Der alte Backöfeleturm ist Geschichte
90 Jahre hat der Eichenholzturm auf dem Backöfelefelsen in über 1000 m Höhe durchgehalten. Wind und Wetter, Eis und Schnee haben ihn aber jetzt endgültig geschafft. Frankens höchster Aussichtspunkt musste gesperrt werden und soll neu errichtet werden.
Jetzt müssen wir, die Menschen des Fichtelgebirges, eine zukunftsweisende Entscheidung treffen: Welche Aussichtsplattform soll in Zukunft Besucher des Schneeberggipfels begrüßen und eine atemberaubende Aussicht im Herzen Europas bieten? Wollen wir eine Kopie des bisherigen Turmes errichten oder eine andere Konstruktion wählen? Wir entscheiden nicht nur für uns, sondern auch für die kommenden Generationen, für das gerade angebrochene 21. Jahrhundert. Fest steht: Der neue Turm soll wieder aus haltbarem Eichenholz gefertigt werden, damit er sich zum einen friedlich in die Landschaft einfügt und außerdem wieder ein wenigstens 90 Jahre Sturm, Wind und Eis trotzen kann.
Der Ideenwettbewerb
Wie soll der neue Aussichtsturm auf Frankens höchstem Berg aussehen?
Wer eine kreative Antwort auf diese Frage hat, der sollte seine Idee kurz, auf maximal 1 DIN-A-4 Seite, formulieren und zudem eine möglichst aussagekräftige Skizze dazu erstellen. Alle Unterlagen müssen dann bis zum 30. August 2016 (Poststempel) an den Naturpark Fichtelgebirge e. V. geschickt werden, der auf folgenden Wegen zu erreichen ist:
E-Mail: [email protected]
(Einsendungen bitte als PDF, JPG oder Word)
Post:
Naturpark Fichtelgebirge e. V.
Stichwort: „Schneeberg“
Jean-Paul-Str. 9
95632 Wunsiedel
Wer kann teilnehmen?
Eigentlich jeder der eine gute Idee hat und diese auch zeichnerisch gut darstellen kann.
Voraussetzungen: Die tragende Konstruktion des Turmes soll aus Holz gebaut werden und auf dem bestehenden Felsplateau (ca. 5 x 5 m Standfläche) verankert werden. Die Nutzung für Besucher als Aussichtspunkt muss gegeben sein.
Es gibt auch einen Sonderwettbewerb für Schulklassen aus der Region, die wir besonders herzlich dazu einladen wollen. Wie soll Euer künftiger Schneebergturm aussehen und warum? Denkt euch was aus! Als Preise winken tolle Erlebnis- und Aktionstage im Naturpark Fichtelgebirge für die ganze Klasse. Lasst euch überraschen!
Geplanter Ablauf
Bitte auf allen eingesendeten Unterlagen die jeweilige Anschrift und Kontaktdaten des Einsenders vermerken! Einsendeschluss ist der 30. August 2016. Eine regionale Jury wird mit Vertretern des Naturparks Fichtelgebirge, des Fichtelgebirgsvereins, des Landkreises Wunsiedel i. Fichtelgebirge, Architekten und weiteren Fachleuten die besten 3 Einsendungen auswählen und veröffentlichen. In einem offenen Abstimmungsverfahren kann daraus schließlich von der Bevölkerung der Sieger ausgewählt werden. Der Gewinner darf sich auf eine „Thermalwoche“ für zwei Personen im neuen Siebenquell Gesund Zeit Resort im Kur- und Tourismusort Stadt Weißenstadt im Wert von über 1.000,- Euro freuen. Darüber hinaus winken viele weitere attraktive Preise.
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Informationen zum Schneeberg
Der Berg
Der Schneeberg ist mit 1053 m N.N. die höchste Erhebung Nordbayerns, so zu sagen das „Dach Frankens“. Er bildet mit dem 1024 m hohen Ochsenkopf den Westrand des hufeisenförmigen Fichtelgebirges. Der Schneeberg macht seinem Namen alle Ehre. Sein Klima ähnelt eher dem der letzten Eiszeit mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 3,7 Grad Celsius. Nicht selten finden sich bis Ende Mai letzte Schneereste zwischen den Felsen. An seinen Hängen finden sich zahlreiche Moore und an vielen Tagen ist der Gipfel in Nebel gehüllt. Der Schneeberg war schon immer ein symbolträchtiger, sagenumwobener und mystischer Ort.
Geschichte
Schon seit dem Mittelalter war der Schneeberg von strategischer und militärischer Bedeutung. Schon 1520 wurden die Bürger der Stadt Weißenstadt verpflichtet, auf dem Gipfel eine ständige Wache einzurichten, die bei drohender Gefahr durch feindliche Truppen mit Feuer und Rauchsignalen Alarm schlagen sollte. An seinem südlichen Fuße entstand schon im Mittelalter der Ort Bischofsgrün im Fichtelgebirge, der früher vor allem für seine Glasproduktion berühmt war und heute – auch dank der Schneebergwälder und der Höhenlage – ein heilklimatischer Kur- und Tourismusort ist. Mit Unterbrechungen blieb diese Funktion bis 1993 erhalten. Nachdem die Wehrmacht den Gipfel bereits mit Gebäuden und Antennenanlagen bebaut hatte, bezogen nach dem 2. Weltkrieg Bundeswehr und US-Army den Gipfel. 1963 wurde der heute weithin sichtbare Fernmeldeturm errichtet, baugleich zu insgesamt fünf solchen Türmen entlang der ehemaligen europäischen Ostgrenze zwischen Ostsee und Alpenraum. Der Schneeberggipfel war militärisches Sperrgebiet und Teil des „Eisernen Vorhangs“, der Europa durchtrennte. Heute steht Frankens höchster Berg in der Mitte Europas und an schönen Tagen sieht man weit bis in die befreundete Nachbarrepublik Tschechien hinein, bis ins Nürnberger Land, den Frankenwald und die Fränkische Schweiz, den Steinwald, den Oberpfälzer Wald und ins Erzgebirge.
Das Backöfele
Vor Urzeiten muss ein gigantischer natürlicher Granitturm auf dem Plateau des Schneebergs gestanden haben, der während der letzten Eiszeit durch Eis und Frost, Wind und Regen in seine Einzelteile zersprengt wurde. Eine mächtige Blockhalde (www.blockhalden.de) aus Granitfelsen entstand und bedeckte das Gipfelplateau. Als letzter erhabener Rest blieb ein Felsen stehen, der von der Seite betrachtet die Form eines früher üblichen Backofens mit Kamin hat. Durch die Jahrhunderte waren unterschiedliche Gebäude an und auf dem Felsen errichtet worden, die entweder militärischen Zwecken oder Wanderern als Aussichtswarte und Unterschlupf bei schlechter Witterung dienten.
Der heutige Aussichtsturm
1926 wurde auf dem „Kamin“ des Backöfele-Felsens eine Holzkonstruktion errichtet. Als Vorbild diente ein Bühnenbild der weltberühmten Wagnerfestspiele im nahen Bayreuth: Die Konstruktion stellte Siegfrieds germanischen Scheiterhaufen dar. Der Turm ist aus Eichenholz gezimmert, das nun nach 90 Jahren, in denen es der extremen Witterung auf dem Schneeberggipfel ausgesetzt war, morsch und brüchig geworden ist.
Naturschatz Schneeberg
Da der Gipfel lange Sperrgebiet und für Wanderer bis 1996 nicht zugänglich war, blieb der Schneeberg von einer intensiven touristischen Erschließung verschont. Während nebenan auf dem nur wenige Meter niedrigeren Ochsenkopf (Erlebnisregion Ochsenkopf) Lifte, Skipisten, Loipen und Wanderwege, Mountainbike-Downhillstrecken (Bikepark Ochsenkopf), Zipline- und Kletterpark (Ziplinepark Ochsenkopf) und Kletterpark, Sommerrodelbahn (Sommerrodelbahn Ochsenkopf) und Coasterbahn eine Menge an Freizeitspaß bieten, blieb der Schneeberg bis heute der stille, ruhige Berg des Fichtelgebirges – und so soll es auch bleiben. Denn diese Ruhe und das eher skandinavische Klima wissen viele seltene Tiere sehr zu schätzen: Eine der letzten Auerhuhnpopulationen Bayerns lebt verborgen in den Wäldern des Schneebergs, Wildkatzen finden zwischen den Felsen und knorrigen Fichten Unterschlupf, die possierlichen Gartenschläfer huschen über die Felsen, Kreuzottern kriechen zwischen den dichten Schwarzbeersträuchern hindurch, mächtige Rothirsche streifen über die dicht bewaldeten Hänge und sogar ein Wolf durchquerte nach über 130 Jahren wieder seine ehemalige Heimat am Westrand des Fichtelgebirges. Einige dieser Tiere kann man im nahen Wildpark Waldhaus Mehlmeisel hautnah erleben. In den vielen Mooren finden sich seltene Pflanzen wie der fleischfressende Sonnentau, das Wollgras, die Moos- und die Krähenbeere. Die Blockhalden sind Lebensraum vieler Insekten, Moose und Flechten, die als Eiszeitrelikte teilweise nur hier überleben konnten.
Weitere Infos zum Schneeberg und zur Region unter:
www.fichtelgebirgsverein.de
www.bayern-fichtelgebirge.de
www.naturpark-fichtelgebirge.org
www.tz-fichtelgebirge.de
www.landkreis-wunsiedel.de
www.landkreis-bayreuth.de