03/05/2026
Pessemitteilung der AfD Stadtratsfraktion zur Haushaltsgenehmigung für 2026 durch die Kommunalaufsicht
Die AfD-Stadtratsfraktion Schmalkalden nimmt die rechtsaufsichtliche Genehmigung des Haushalts 2026 zur Kenntnis, stellt jedoch klar, dass diese Genehmigung keine Entwarnung bedeutet, sondern im Kern genau das bestätigt, was wir seit Monaten benennen.
Die Kommunalaufsicht formuliert ihre Einschätzung bewusst nüchtern und technisch, doch zwischen den Zeilen ist die Botschaft eindeutig, dieser Haushalt ist nur unter günstigen Annahmen tragfähig und steht damit auf einem unsicheren Fundament.
Bereits im Haushaltsverfahren 2025 wurde sichtbar, dass die Stadt ihre finanziellen Grundlagen nicht mehr aus eigener Kraft stabilisieren konnte. Die Kommunalaufsicht musste eingreifen und den Aufbau der Mindestrücklage durchsetzen.
Dieser einmalige Effekt bildet nun die Grundlage für die Genehmigung des Haushalts 2026.
Gleichzeitig wird genau diese Rücklage im selben Atemzug wieder nahezu vollständig aufgezehrt und auf das gesetzliche Minimum zurückgeführt.
Das ist keine nachhaltige Haushaltsführung, sondern das kurzfristige Verschieben struktureller Probleme in die Zukunft.
Auch die Einnahmeseite bleibt kritisch.
Schon im Vorjahr hat die Kommunalaufsicht deutlich darauf hingewiesen, dass Grundstücksverkäufe nur dann angesetzt werden dürfen, wenn sie im Haushaltsjahr tatsächlich kassenwirksam werden.
Dennoch stützt sich der Haushalt 2026 erneut in erheblichem Umfang auf genau diese unsicheren Einnahmen.
Dass die Kommunalaufsicht diese Ansätze akzeptiert, erfolgt ausdrücklich nur unter der Voraussetzung, dass sie plausibel dargestellt sind.
Das bedeutet im Klartext, brechen diese Einnahmen weg, gerät der gesamte Haushalt ins Wanken.
Besonders kritisch ist der Blick auf die Zukunft.
Mit Verpflichtungsermächtigungen von über 21 Millionen Euro werden heute Entscheidungen getroffen, die die Haushalte der kommenden Jahre massiv belasten werden.
Gleichzeitig weist die Kommunalaufsicht selbst darauf hin, dass daraus kein Anspruch auf spätere Kreditgenehmigungen entsteht. Die Risiken werden also bewusst in die Zukunft verschoben, ohne dass deren Finanzierung tatsächlich gesichert ist.
Hinzu kommt ein Problem, das sich nicht mehr wegdiskutieren lässt, die Liquidität der Stadt.
Während der Haushalt auf dem Papier ausgeglichen erscheint, zeigt die tatsächliche Zahlungsfähigkeit ein anderes Bild. Die Stadt ist dauerhaft auf den Kassenkredit angewiesen und hat diesen im Jahr 2025 über nahezu das gesamte Jahr hinweg in Anspruch genommen.
Das ist kein kurzfristiger Engpass, sondern ein strukturelles Signal dafür, dass die laufenden Einnahmen nicht ausreichen, um den Betrieb stabil zu finanzieren.
Ja, die Kommunalaufsicht hat den Haushalt 2026 genehmigt, aber sie hat ihn nicht für solide erklärt.
Sie beschreibt in ihrer fachlichen Bewertung genau die Risiken, die wir als AfD-Fraktion seit langem benennen.
Ein Haushalt, der nur funktioniert, wenn alle Annahmen eintreten, ist kein stabiler Haushalt, sondern ein Haushalt unter Vorbehalt.
Wir fordern deshalb immer wieder eine klare Kurskorrektur.
Die Stadt muss sich auf ihre Pflichtaufgaben konzentrieren, auf nicht gesicherte Großprojekte verzichten, Einnahmen realistisch ansetzen und ihre Liquidität nachhaltig stärken.
Schmalkalden braucht keinen Haushalt, der auf Hoffnung gebaut ist, sondern einen Haushalt, der auf tragfähigen Grundlagen steht.
Die Genehmigung dieses Haushalts ist kein Freibrief, sondern ein deutliches Warnsignal.
Wer dieses Signal ignoriert, setzt die finanzielle Zukunft unserer Stadt aufs Spiel.
Jan Abicht MdL
Fraktionsvorsitzender