04/05/2026
„Den Ort einmal sehen, an dem ich geboren wurde“ – dieser ungewöhnliche Wunsch führte am ersten Maiwochenende eine sehr rüstige 85jährige Dame aus Rheinland-Pfalz gemeinsam mit ihren Enkeln und einer Urenkelin nach Vogelsang IP.
Etwas abseits des Besucherzentrums mit den beiden Dauerausstellungen befindet das ab 1936 errichtete „Gemeinschaftshaus für das weibliche Personal“. Es diente ursprünglich als Wohnheim für die zahlreichen Frauen, die nicht aus der Region stammten und als Angestellte der ehemaligen "NS- Ordensburg" in Bereichen wie Hauswirtschaft, Küche oder Wäscherei den Betrieb dieses ausgeprägten „Männerortes“ sicherstellten.
Ab Ende 1938 betrieb der „Burgarzt“ Dr. Stefan Wunsch dort ein Krankenrevier für die Ordensburgangehörigen; 1942 wurde hier ein öffentliches Krankenhaus eingerichtet. Bereits in dieser Phase waren dort Kinder der Ordensburgangehörigen geboren worden. Eines dieser Kinder war die Zeitzeugin, die uns besucht hat. Sie berichtete, dass auch ihre älteren Brüder hier geboren worden sind. Nachdem ab dem Sommer 1943 zahlreiche Schwangere vor allem aus der Kölner Region nach Vogelsang gebracht worden waren, um sie vor der Bedrohung durch den Bombenkrieg zu schützen, kam es im Krankenhaus Vogelsang, das entsprechend ausgestattet worden war, zu zahlreichen Geburten. Nach der Übernahme durch das belgische Militär wurde das Gebäude unter der Bezeichnung „Redoute“ als Unterkunft für Offiziere genutzt.
Der gemeinsame Rundgang war offen, informativ und für uns von großem Wert. Solche Begegnungen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sind seltene und besondere Momente – herzlichen Dank und gerne wieder!
©Bilder: Vogelsang IP, Dieter Zehner