12/09/2024
Meine Tour durch den Schwarzwald führte mich nach Gegendrum, um mir den Schniederlihof und dessen Geschichte anzuschauen.
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Geschichte zum Schniederlihof:
Im Jahre 1593 erbaute Bauer und Richter Wolf Schneller das Hofgut, auf seinem zuvor ausgestreckten Kohlplatz, am damaligen Erzschelbacher Berg (dem heutigen Gegendrum), welchen er bewohnte und vermutlich in der Land- und Viehwirtschaft betrieb. Jedoch bewirtschaftete der Bauer und Richter Wolf zu jener Zeit unter der vorderösterreichischen Herrschaft, weshalb er jährlich einen Zins von 10 Schilling bezahlen musste. So verblieb der Bauer und Richter Wolf nahezu 39 Jahre auf dem Hofgut, welches nach seinem Ableben von der Bauernfamilie Gutmann gekauft und ca. 1737 an ihren Sohn Josef Gutmann und Ehefrau Anna, geb. Gremmelspacher überging, welche auf dem Hofgut die vorhandenen Land- und Viehwirtschaft weiter führten.
Über die Jahre der Bewirtschaftung wurde der Hofbauer Joseph von seinen Söhnen Peter und Joseph beim Acker- und Getreideanbau, sowie bei der Viehwirtschaft unterstützt, während die Tochter Anna ihrer Mutter im Haushalt und beim zubereiten der Speisen half. Der Hofbauer Joseph verstarb jedoch um 1798, so dass die Hinterbliebenen Witwe Anna mit ihren Kindern alleine auf dem Hofgut ansässig blieb. So übernahm um 1800 ihr jüngster Sohn Joseph (jun) mit Ehefrau Katharina, geb. Sonner das elterliche Hofgut, welches sie in der Land- und Viehwirtschaft nach väterlicher Sitte weiter bewirtschafteten. Der Hoferbe Joseph verstarb jedoch bereits 6 Jahre nach der Übernahme des Hofguts, dass die Witwe Katharina mit ihren Söhnen Joseph (jun) und Andreas alleine das Hofgut bewohnten und in der Bewirtschaftung des verstorbenen Vaters fortführten.
Ein Jahr später lernte die Witwe Katharina, den von Strohren auf der Halde stammenden Bauern Trudpert Schneider kennen, welchen sie 1807 heiratete. Nachdem der Bauer Trudpert Schneider zu seiner Ehefrau Katharina auf das Hofgut zog, erhielt dieser den heutigen Namen "Schniederlihof" welcher bis heute noch besteht. So betrieb der Hofbauer Trudpert mit Hilfe seiner Stiefsöhne Joseph und Andreas, die Bewirtschaftung der Äcker und Felder, während sich die Bäuerin Katharina um den Haushalt kümmerte. Als der Hofbauer Trudpert 1826 verstarb, blieb der Schniederlihof im Besitz der Witwe Katharina und ihrer Söhne, welcher 1837 von ihrem Sohn aus 1.Ehe Joseph Gutmann und Ehefrau Maria, geb. Steiert übernommen wurde. So gebar die Bäuerin Maria über die Jahre 2 Söhne, welche von Kindesalter an auf dem Hofgut mithalfen. Der Hoferbe Joseph verstarb jedoch bereits nach 4-jähriger Bewirtschaftung, so dass die Witwe Maria am 22.11.1841 in 2.Ehe, den vom Flammhof stammenden Bauerssohn Trudpert Sonner heiratete, welcher den Schniederlihof in der Land- und Viehwirtschaft weiter betrieb.
Der Hofbauer Trudpert war nicht nur Bauer auf dem Schniederlihof, sondern besaß vom 11.05.1855 bis 12.08.1855 gemeinsam mit seinem Bruder auch das Basilihäusle, welchen sie vermutlich verpachteten. Hofbauer Trudpert verkaufte 9 Jahre später den Schniederlihof an Bauer Alois Gremmelspacher, nachdem er 1864 den Seppelhof in Staufen-Geiersnest von Bauer Konrad Burkert käuflich erwarb und diesen mit seiner Familie bis zu seinem Tod 1870 bewohnte und bewirtschaftete. Nach dem Kauf des Schniederlihof bewohnte Bauer Alios Gremmelspacher mit seiner Ehefrau Karoline, geb. Lorenz das Hofgut, welches sie in der Land- und Viehwirtschaft betrieben. Jedoch verstarb die Bäuerin Karoline 2 Jahre später, dass der Witwer Alios am 03.05.1866 in 2.Ehe Franziska, geb. Gutmann heiratete, welche die Tätigkeit der verstorbenen Bäuerin auf dem Schniederlihof übernahm. Doch verkaufte der Hofbauer Alios 1876 den Schniederlihof an den Bauern Hermann Lorenz, welcher mit seiner Ehefrau Agatha, geb. Sonner das Hofgut bewohnte und in der Land- und Viehwirtschaft betrieb.
So gebar die Bäuerin Agatha über die Jahre 3 Söhne und 1 Tochter, welche von Kindesalter an bei der Bewirtschaftung mithalfen, während sich die Bäuerin Agatha um den Haushalt, das waschen der Wäsche und zubereiten der Speisen kümmerte. Als die Bäuerin Agatha jedoch 1890 verstarb, blieb der Witwer Hermann mit seinen Kindern alleine auf dem Hofgut ansässig. Nachdem der Hofbauer Hermann Lorenz 16 Jahre später verstarb, blieben seine vier Söhne Pius, Roman, Severin und Wilhelm sowie sein Tochter Antonia auf dem elterlichen Hofgut, welcher Ende Juli 1914 an den damals 34-jährigen Sohn Roman Lorenz überging mit der Verpflichtung, seinen Geschwistern, solange sie im ledigen Stand sind, unentgeltlich das Wohnrecht im Schniederlihof zu gewähren. So blieb der Schniederlihof bis 1966 im Besitz der Geschwister, welcher vom letzten Hofbauern Waldfried Lorenz und seiner Schwester Antonia bewohnt und bewirtschaftet wurde. Als Antonia jedoch im Februar 1965 verstarb, verblieb ihr Bruder Wildfried noch bis 1966 im Besitz des elterlichen Hofes. Doch als dieser durch einen Unfall im Alter von 33 Jahren verstarb, ging der Schniederlihof an die Erbengemeinschaft, welcher 1972 von der Gemeinde Hofsgrund gekauft und in Zusammenarbeit mit dem Denkmalamtes zum heutigen Heimatmuseum umgebaut wurde.
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©Jens Schneider
Quelle der alten Fotos: Denkmalamt Freiburg, Andreas Venzke ( Schniederlihof )
• 1 Foto Schniederlihof ( Datum unbekannten )
• 2 Foto Bäuerin Antonia Lorenz und ihr Bruder ( Datum unbekannten )
• 3 Foto Bäuerin Antonia Lorenz vor dem Schniederlihof ( Datum unbekannten )