Historischer Schwarzwald

Historischer Schwarzwald ⁉️Schwarzwaldhöfe und ihre Geschichten⁉️

Meine Tour durch den Schwarzwald führte mich nach Gegendrum, um mir den Schniederlihof und dessen Geschichte anzuschauen...
12/09/2024

Meine Tour durch den Schwarzwald führte mich nach Gegendrum, um mir den Schniederlihof und dessen Geschichte anzuschauen.
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Geschichte zum Schniederlihof:

Im Jahre 1593 erbaute Bauer und Richter Wolf Schneller das Hofgut, auf seinem zuvor ausgestreckten Kohlplatz, am damaligen Erzschelbacher Berg (dem heutigen Gegendrum), welchen er bewohnte und vermutlich in der Land- und Viehwirtschaft betrieb. Jedoch bewirtschaftete der Bauer und Richter Wolf zu jener Zeit unter der vorderösterreichischen Herrschaft, weshalb er jährlich einen Zins von 10 Schilling bezahlen musste. So verblieb der Bauer und Richter Wolf nahezu 39 Jahre auf dem Hofgut, welches nach seinem Ableben von der Bauernfamilie Gutmann gekauft und ca. 1737 an ihren Sohn Josef Gutmann und Ehefrau Anna, geb. Gremmelspacher überging, welche auf dem Hofgut die vorhandenen Land- und Viehwirtschaft weiter führten.

Über die Jahre der Bewirtschaftung wurde der Hofbauer Joseph von seinen Söhnen Peter und Joseph beim Acker- und Getreideanbau, sowie bei der Viehwirtschaft unterstützt, während die Tochter Anna ihrer Mutter im Haushalt und beim zubereiten der Speisen half. Der Hofbauer Joseph verstarb jedoch um 1798, so dass die Hinterbliebenen Witwe Anna mit ihren Kindern alleine auf dem Hofgut ansässig blieb. So übernahm um 1800 ihr jüngster Sohn Joseph (jun) mit Ehefrau Katharina, geb. Sonner das elterliche Hofgut, welches sie in der Land- und Viehwirtschaft nach väterlicher Sitte weiter bewirtschafteten. Der Hoferbe Joseph verstarb jedoch bereits 6 Jahre nach der Übernahme des Hofguts, dass die Witwe Katharina mit ihren Söhnen Joseph (jun) und Andreas alleine das Hofgut bewohnten und in der Bewirtschaftung des verstorbenen Vaters fortführten.

Ein Jahr später lernte die Witwe Katharina, den von Strohren auf der Halde stammenden Bauern Trudpert Schneider kennen, welchen sie 1807 heiratete. Nachdem der Bauer Trudpert Schneider zu seiner Ehefrau Katharina auf das Hofgut zog, erhielt dieser den heutigen Namen "Schniederlihof" welcher bis heute noch besteht. So betrieb der Hofbauer Trudpert mit Hilfe seiner Stiefsöhne Joseph und Andreas, die Bewirtschaftung der Äcker und Felder, während sich die Bäuerin Katharina um den Haushalt kümmerte. Als der Hofbauer Trudpert 1826 verstarb, blieb der Schniederlihof im Besitz der Witwe Katharina und ihrer Söhne, welcher 1837 von ihrem Sohn aus 1.Ehe Joseph Gutmann und Ehefrau Maria, geb. Steiert übernommen wurde. So gebar die Bäuerin Maria über die Jahre 2 Söhne, welche von Kindesalter an auf dem Hofgut mithalfen. Der Hoferbe Joseph verstarb jedoch bereits nach 4-jähriger Bewirtschaftung, so dass die Witwe Maria am 22.11.1841 in 2.Ehe, den vom Flammhof stammenden Bauerssohn Trudpert Sonner heiratete, welcher den Schniederlihof in der Land- und Viehwirtschaft weiter betrieb.

Der Hofbauer Trudpert war nicht nur Bauer auf dem Schniederlihof, sondern besaß vom 11.05.1855 bis 12.08.1855 gemeinsam mit seinem Bruder auch das Basilihäusle, welchen sie vermutlich verpachteten. Hofbauer Trudpert verkaufte 9 Jahre später den Schniederlihof an Bauer Alois Gremmelspacher, nachdem er 1864 den Seppelhof in Staufen-Geiersnest von Bauer Konrad Burkert käuflich erwarb und diesen mit seiner Familie bis zu seinem Tod 1870 bewohnte und bewirtschaftete. Nach dem Kauf des Schniederlihof bewohnte Bauer Alios Gremmelspacher mit seiner Ehefrau Karoline, geb. Lorenz das Hofgut, welches sie in der Land- und Viehwirtschaft betrieben. Jedoch verstarb die Bäuerin Karoline 2 Jahre später, dass der Witwer Alios am 03.05.1866 in 2.Ehe Franziska, geb. Gutmann heiratete, welche die Tätigkeit der verstorbenen Bäuerin auf dem Schniederlihof übernahm. Doch verkaufte der Hofbauer Alios 1876 den Schniederlihof an den Bauern Hermann Lorenz, welcher mit seiner Ehefrau Agatha, geb. Sonner das Hofgut bewohnte und in der Land- und Viehwirtschaft betrieb.

So gebar die Bäuerin Agatha über die Jahre 3 Söhne und 1 Tochter, welche von Kindesalter an bei der Bewirtschaftung mithalfen, während sich die Bäuerin Agatha um den Haushalt, das waschen der Wäsche und zubereiten der Speisen kümmerte. Als die Bäuerin Agatha jedoch 1890 verstarb, blieb der Witwer Hermann mit seinen Kindern alleine auf dem Hofgut ansässig. Nachdem der Hofbauer Hermann Lorenz 16 Jahre später verstarb, blieben seine vier Söhne Pius, Roman, Severin und Wilhelm sowie sein Tochter Antonia auf dem elterlichen Hofgut, welcher Ende Juli 1914 an den damals 34-jährigen Sohn Roman Lorenz überging mit der Verpflichtung, seinen Geschwistern, solange sie im ledigen Stand sind, unentgeltlich das Wohnrecht im Schniederlihof zu gewähren. So blieb der Schniederlihof bis 1966 im Besitz der Geschwister, welcher vom letzten Hofbauern Waldfried Lorenz und seiner Schwester Antonia bewohnt und bewirtschaftet wurde. Als Antonia jedoch im Februar 1965 verstarb, verblieb ihr Bruder Wildfried noch bis 1966 im Besitz des elterlichen Hofes. Doch als dieser durch einen Unfall im Alter von 33 Jahren verstarb, ging der Schniederlihof an die Erbengemeinschaft, welcher 1972 von der Gemeinde Hofsgrund gekauft und in Zusammenarbeit mit dem Denkmalamtes zum heutigen Heimatmuseum umgebaut wurde.
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©Jens Schneider

Quelle der alten Fotos: Denkmalamt Freiburg, Andreas Venzke ( Schniederlihof )

• 1 Foto Schniederlihof ( Datum unbekannten )

• 2 Foto Bäuerin Antonia Lorenz und ihr Bruder ( Datum unbekannten )

• 3 Foto Bäuerin Antonia Lorenz vor dem Schniederlihof ( Datum unbekannten )

Meine Tour durch den Schwarzwald führte mich nach Furtwangen-Hexenloch, um mir das s'Theodore-Hisle und dessen Geschicht...
01/09/2024

Meine Tour durch den Schwarzwald führte mich nach Furtwangen-Hexenloch, um mir das s'Theodore-Hisle und dessen Geschichte anzuschauen.
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Geschichte zum s'Theodore-Hisle:

Im Jahre 1659 wurde das Waldhäusle von Bauer Hans R. in Furtwangen-Hexenloch erbaut, welches er mit seiner Ehefrau bewohnte und jahrelang in einer kleinen Landwirtschaft betrieb, welche der Selbstversorgung diente. Jedoch blieb das Waldhäusle nach dem Tod von Bauer Hans und seiner Ehefrau sehr lange unbewohnt, bis dieses um 1795 vom Schuster Johann Baptist Kuß gekauft und mit seiner Ehefrau und Kindern bewohnt und bewirtschaftet wurde. Da Johann Baptist Schuster von Beruf war, richtete er sich vermutlich seine eigene kleine Schusterei im Waldhäusle ein, wo er verschiedene Schuhe herstellte, aber auch Schuhe reparierte, welche ihm von den umliegenden Hofgütern gebracht wurden, während sich seine Ehefrau und seine Töchter um den Haushalt, sowie um den kleinen Ackerbau kümmerten.

Nach einigen Jahren der Bewirtschaftung und Schuhherstellung, heiratete eine ihrer Töchter den Bauerssohn Bartholomäus Ketterer, welcher zu ihnen auf das Waldhäusle zog und vermutlich seinem Schwiegervater bei der Schuherstellung unterstützte, während sich die Bäuerin und Mutter mit ihren Töchtern um den Haushalt und weitere Arbeiten kümmerte, welche im und um das Waldhäusle zu verrichten waren. Als das alte Schusterpaar Kuß um 1820 verstarb, verblieb die Tochter auf dem Waldhäusle, welche sich mit Bartholomäus Ketterer verehelicht hatte und die Ackerbewirtschaftung nach väterlicher Sitte fortführte. So verblieb das Bauernpaar nahezu 7 Jahre im Besitz des elterlichen Waldhäusle, welches sie 1827 an den aus St. Märgen stammenden Schuster Johann Mark verkauften, welcher das Häusle bewohnte und die Herstellung und Reparaturen von Schuhen ausübte, bis er das Häusle 1830 an den Zimmermann Josef Braun weiter verkaufte.

Zimmermann Josef Braun verblieb jedoch nur 2 Jahre im Waldhäusle, so dass er das Häusle 1832 an den aus Siegelau stammenden Wagner und Gestellmacher Mathias Hamm verkaufte, welcher über Jahre neue Räder für Kutschen, Ackerwagen, Schieb- und Pferdekarren fertigte und reparierte. Vermutlich wurden von Mathias auch Gestelle hergestellt, wodurch er das Achsfutter, in die Eisenachse einband. Darüber hinaus fertigte er auch Schemel, Rungen, Deichsel und Kastengestelle, welche er für verschiedene Karren benötigte. So wurde diese Tätigkeit vom Wagner und Gestellmacher Mathias nahezu 9 Jahre lang ausgeübt, bis er das Waldhäusle 1841 an den Uhrmacher Fidel Feis verkaufte, so dass dieser die ehemalige Gestellmacherei im Häusle zu einer Uhrenwerkstatt umbaute, um dort verschiedene Holzuhren herstellen zu können, welche er vermutlich in den umliegenden Ortschaften verkaufte.

1845 verkaufte der Uhrmacher Fidel sein Häusle an den von Wildgutach stammenden Gestellmacher Georg Wursthorn, welcher das Waldhäusle mit seiner Ehefrau aus 2.Ehe Rosalie, geb. Kammerer und seinem Sohn Josef aus 1.Ehe bewohnte und bewirtschaftete, wobei Georg und sein Sohn Josef der täglichen Arbeit in der hauseigenen Werkstatt nachgingen, um Gestelle herzustellen, während sich die Ehefrau und Mutter Rosalie um den Haushalt und die kleine Ackerwirtschaft kümmerte, welche der Selbstversorgung diente. Der Gestellmacher Georg verstarb jedoch nach 15-jähriger Bewirtschaftung und Handwerksarbeit, so dass die hinterbliebenen Witwe Rosalie mit ihrem Stiefsohn Josef ab 1860 allein auf dem Häusle verblieb, wobei der Stiefsohn Josef die handwerkliche Tätigkeit seines verstorbenen Vaters fortführte.

Als 5 Jahre später die Witwe Rosalie verstarb, verblieb ihr Stiefsohn Josef weiterhin auf dem Gestellmacherhäusle, welches er jedoch 1866 an den Schuhmacher Andreas Schwer verkaufte, welcher das Häusle mit seiner Ehefrau Theresia, geb. Rombach bewohnte und bewirtschaftete. Da Andreas Schuhmacher von Beruf war, stellte er vermutlich mit Hilfe seines Sohnes Theodor verschiedene Arten von Schuhen in seiner Schuhwerkstatt her, welche wahrscheinlich in der ehemaligen Gestellmacherwerkstatt im Häusle einrichtete wurde. Nahezu 13 Jahre betrieb der Schuhmacher Andreas diese Tätigkeit, bis er um 1879 verstarb.

Nach dem Ableben von Schuhmacher Andreas, verblieb die hinterbliebenen Witwe Theresia mit ihrem Sohn Theodor auf dem Häusle in Hexenloch, bis dieses 1890 von ihrem Sohn Theodor übernommen wurde, welcher das elterliche Häusle mit seiner Ehefrau Maria und ihrem Sohn Theodor (jun) bewohnte und in einem kleinen Land- und Ackerwirtschaft betrieb. Jedoch arbeitete der Bauer Theodor neben seiner Landwirtschaft noch als Holzhauer an der steilen Halde im Hexenloch, während sich seine Ehefrau Maria und ihr Sohn um das Häusle und die Bewirtschaftungsflächen kümmerten. Trotz dieser schweren Arbeit, welche der Bauer und Holzhauer Theodor über mehrere Jahre ausübte, erreichte er ein Alter von 90 Jahren. Jedoch übergab er bereits 1937 das Häusle an seinen Sohn Theodor (jun), welcher über Jahre als Straßenwart tätig war.

So verblieb das Theodore-Hisli über mehrere Generationen im Besitz der Familie Schwär, so dass 1972 der Sohn Theodor Schwär das Häusle übernahm und 1973 seinem älteren ledigen Bruder Ludwig ein lebenslanges Wohnrecht im elterlichen Häusle überschrieb, worauf Theodor mit seiner Ehefrau Hildegard das Hexenloch in Furtwangen verließ. Ludwig Schwär lebte nahezu 33 Jahre als Junggeselle im Theodore-Hisle, welches 2006 an seinen Neffen Michael Theodor Schwär überging, welcher das elterliche Häusle von 2006-2019 in mühevoller Arbeit renovieren ließ, so dass dieses bis zum heutigen Tag als Ferienunterkunft für Familien und kleine Gruppen angeboten werden konnte.
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©Jens Schneider

Quelle der alten Fotos: ©Nicole Schwär

• 1 Foto: Großmutter von Theodor Schwär um 1930 vor dem s' Theodore Hisle
• 2 Foto: Kinder des Holzhauer Theodor Schwär ( Ludwig, Agathe und Theodor )
• 3 Foto: Theodor Schwär (Vater von Michael Theodor)
• 4 Foto: s'Theodore Hisle um 1950
• 5 Foto: Ludwig Schwär um 1970

Meine Tour durch den Schwarzwald führte mich nach Breitnau-Vorderdorf, um mir den Klausenhof und dessen Geschichte anzus...
27/08/2024

Meine Tour durch den Schwarzwald führte mich nach Breitnau-Vorderdorf, um mir den Klausenhof und dessen Geschichte anzuschauen.
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Geschichte zum Klausenhof:

Im Jahre 1446 wurde das Hofgut von Bauer Nikolaus Lonbaß in Breitnau erbaut, welchen er mit seiner Ehefrau bewohnte und vermutlich über Jahre in der Land- und Viehwirtschaft betrieben. Da ihre Ehe kinderlos verblieb, kaufte nach dessen Ableben um ca. 1530 Bauer Josef Nithart den Klausenhof, welchen er vermutlich mit seiner Ehefrau bewohnte und in der Bewirtschaftung weiter führte. So folgten bis 1631 weitere Besitzerwechsel, so dass um 1554 Bauer Thomas Schwörer, 1560 Bauer Anton Hog und 1631 Vogt Georg Zähringer auf dem Klausenhof ansässig waren, worauf das Hofgut nach dem Tod des Vogtes Georg um 1693/94 von Bauer Nikolaus Wangler käuflich erworben wurde, welcher das Hofgut mit seiner Ehefrau Magdalena, geb. Hug bewohnte und in der Land- und Viehwirtschaft fortführte.

Nach 3-jähriger Bewirtschaftung auf dem Klausenhof, gebar die Bäuerin Magdalena 1696 ihre Tochter Katharina, welche bereits von Kindesalter an ihrer Mutter im Haushalt mithalf. Katharina blieb jedoch nicht ihr einziges Kind, da von 1699-1719 noch die Kinder Johann, Jakob, Maria, Thomas, Philipp und Andreas geboren wurden, welche wie schon ihre Schwestern, von Kindesalter in die Bewirtschaftung mit eingespannt wurden. So wurde vermutlich von Hofbauer Nikolaus und seinen Söhnen, sowie zum Teil von seinen ältesten Töchtern der Acker- und Getreideanbau bewirtschaftet, während sich die Bäuerin Magdalena mit den jüngsten Kindern um den Haushalt, das waschen der Wäsche und zubereiten der Speisen kümmerte.

Als die Jahre vergingen, heiratete ihr ältester Sohn Johann 1730 die Bauerstochter Apollonia, geb. Benitz, worauf sie das elterliche Hofgut verließen und bis 1734 im Barthleshäusle in Breitnau ansässig wurden, so dass nach dessen Ableben sein Bruder Andreas mit Ehefrau Gertrud, geb. Kistler das Barthleshäusle übernahmen, während sein Bruder Thomas am 22.06.1735 Gertrud, geb. Tischler heiratete, wobei er als Tagelöhner auf dem elterlichen Hof arbeitete. So verblieb der Hofbauer Nikolaus nahezu 52 Jahre Klausenhofbauer, welcher nach seinem Tod 1741 an seinen 2. ältesten Sohn Jakob überging, welcher das elterliche Hofgut mit seiner Ehefrau Magdalena, geb. Kaltenbach bewohnte und in der vorhandenen Land- und Viehwirtschaft nach väterlicher Sitte weiter bewirtschaftete.

Bereits nach dem ersten Jahr der Hof übernahme, gebar die Bäuerin Magdalena 1742 ihre Tochter Maria, sowie in den folgenden Jahren ihre Kinder Georg, Lorenz, Georg, Johann und Jakob, welche von Kindesalter an ihren Eltern auf den Klausenhof halfen, so dass die ältesten Söhne vermutlich das Vieh zum Frühjahr hin auf die Weiden trieben, während der Hofbauer Jakob mit dem Rest der Kinder die Felder und Äcker bewirtschaftete, wobei sie vermutlich mit Hilfe eines Ochsen, an dem ein Pflug befestigt war, Furchen in den Ackerboden zogen, um im Nachhinein Kartoffeln zu setzen. Auch während der Erntezeit half der Großteil der Familie mit, so dass der Hofbauer Jakob mit seinen Söhnen Georg, Lorenz und Georg das Getreide mit Hilfe einer Sense mähten, während die älteste Tochter Maria das Getreide mit einer Sichel schnitt, wobei die jüngsten Söhne Georg, Johann und Jakob (jun) das geschnittene und gemähte Getreide sammelten und daraus Garbenbündel herstellten, welche sie auf dem Feld zum trocknen aufstellten.

Als die gebündelten Garben trocken waren, wurden diese auf ein Ochsenfuhrwerk geworfen und zum Hofgut transportiert, um diese dort im Wechsel mit einem Dreschflegel zu dreschen, wobei die jüngsten Kinder das gedroschene Getreide nahmen und in eine Fruchwanne (Getreidekorb) legten, so dass sie durch Wurf- und Schwenkbewegungen das reine Korn gewannen, welches vermutlich im Kornspeicher zwischengelagert wurde, bis es zu Mehl weiterverarbeitet wurde. Als der Hofbauer Jakob nach 31-jähriger Bewirtschaftung verstarb, erbte sein zweit jüngster Sohn Johann das Hofgut, welches er mit seiner Ehefrau Maria, geb. Helmle weiterhin bewohnte und in der hinterlassenen Land- und Viehwirtschaft weiter betrieb, während seine Schwester bereits 1764 mit ihrem Ehemann Johann Zipfel auf dem Lenzenhof ansässig wurde und sein Bruder Georg als Tagelöhner das Sattlerhäusle in Sandbühl kaufte, bis er 1811 mit seiner Ehefrau Maria, geb. Hug den Kreuzhof in Titisee-Spriegelsbach erwarb und bewohnte.

Während der Jahre als Bauer Johann mit seiner Ehefrau Maria, geb. Helmle den Klausenhof bewohnte und bewirtschaftete, gebar diese 6 Töchter und 6 Söhne, welche wie schon ihre Vorfahren, von Kindesalter an auf dem Hofgut ihre Arbeit verrichten mussten, da der Hofbauer Johann zu jener Zeit nicht nur Landwirt auf dem Klausenhof war, sondern auch die Tätigkeit des damaligen Vogt ausübte, wobei die Landwirtschaft vermutlich von seinen Söhnen Matthäus, Andreas, Matthäus, Johann, Johann und Josef ausgeführt wurden, während die Töchter Maria, Katharina, Agatha, Anna, Franziska und Katharina ihrer Mutter im und um das Hofgut halfen. Am 05.05.1813 heiratete ihre Tochter Anna den Bauern Johann Georg Faller, worauf sie in Hinterzarten den Michelthomilihof bewohnten, während ihre Schwestern Agatha am 20.01.1817 Bauer Andreas Schuler vom Salpeterhof in St. Peter und Katharina am 04.06.1822 Bauer Georg Bank vom Bistenhof Hinterzarten heirateten und das elterliche Hofgut verließen, so dass der Klausenhof von der Witwe, des um 1779 verstorbenen Hofbauern Johann, an ihren Sohn Johann (jun) übergeben wurde, welcher das elterliche Hofgut mit seiner Ehefrau Maria, geb. Zähringer bewohnte und bewirtschaftete.

So verblieb der Klausenhof über mehrere Generationen im Besitz der Bauernfamilie Wangler, so dass von 1851-1903 Johann Georg mit Ehefrau Theresia, geb. Rombach, 1903-1944 Bernhard und Ehefrau Maria, geb. Faller, 1944-1977 Bürgermeister Bernhard Wangler mit Ehefrau Emma, geb. Tritschler sowie 1977-1999 Bauer Bernhard und Ehefrau Theresia, geb. Willmann, welche das Hofgut 1999 an den heutigen Besitzer verkauften, so dass diese das Hofgut in mühevoller Arbeit restaurierten und an Peter Hörig und Karin Richter verpachteten, welche neben ihrer Haupttätigkeit auf dem Klausenhof mehrere Esel bewirtschaften.
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© Jens Schneider

Quelle der alten Fotos: ©Andrea Wangler ( Haldenmichelhof )

©Denkmalamt Freiburg

• 1 Foto Klausenhof ( Datum unbekannten )
• 2 Foto Klausenhof ( Datum unbekannten )
• 3 Foto Klausenhof ( Datum unbekannten )
• 4 Foto Klausenhof ( Datum unbekannten )

Meine Tour durch den Schwarzwald führte mich nach Hornberg-Niederwasser, um mir den Dritten Hof und dessen Geschichte an...
14/07/2024

Meine Tour durch den Schwarzwald führte mich nach Hornberg-Niederwasser, um mir den Dritten Hof und dessen Geschichte anzuschauen.
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Geschichte zum Dritten Hof:

Um 1608 wurde das Hofgut von einer unbekannten Bauernfamilie in Niederwasser erbaut, welches sie unter der damaligen Herrschaft Hornberg vermutlich in der Land- und Viehwirtschaft betrieben, sodass sie verpflichtet waren jährlich einen gewissen Zins an die Herrschaft zu leisten. Als 10 Jahre der Bewirtschaftung vorüber waren, folgte am 23.05.1618 der Dreißigjährige Krieg, welcher sich über Europa ausbreiten und das Hofgut dadurch komplett zerstört wurde. Doch da sich zu jener Zeit auf der gegenüberliegenden Seite der Gutach ein Wehrgebäude mit 1 Meter dicker Mauer und Schießscharten befand, welches als bewachte Versorgungsstelle für die Burg Alt Hornberg fungierte und während des Krieges auch zerstört wurde, beschloss die unbekannten Bauernfamilie um ca. 1625 auf dessen noch vorhandenen Grundmauern ein neues Hofgebäude zu errichten, worauf sie diesen bewohnten und bewirtschaftung.

So verblieben die unbekannten Bauernfamilie vermutlich bis Anfang des 18. Jahrhundert auf dem Dritten Hof, welches von Bauer Johann Dold und Ehefrau Maria geb. Fehrenbach käuflich erworben wurde, sodass diese das Hofgut bewohnten und die Land- und Viehwirtschaft weiterführten. Als einige Jahre der Bewirtschaftung vergingen, gebar die Bäuerin Maria 1773 ihren einzigen Sohn Gregor, welcher bereits von Kindesalter an seinem Vater Johann bei der täglichen Acker- und Getreidewirtschaft half, während sich die Bäuerin und Mutter Maria um den Haushalt kümmerte. Als das Altbauernpaar Dold jedoch einige Jahre später verstarb, erbte 1838 ihr Sohn Gregor das elterliche Hofgut, welches er mit seiner Ehefrau Theresia geb. Reiner und Tochter Maria Anna weiterhin bewohnte und in der hinterlassene Land- und Viehwirtschaft seines verstorbenen Vaters Johann weiter betrieb.

Über die Jahre der Bewirtschaftung lernte Bauerstochter Maria Anna eines Tages den Schonacher Johann Georg Kienzler kennen, welche am 19.11.1848 heirateten und gemeinsam auf dem elterlichen Hofgut ansässig wurden, sodass Johann Georg vermutlich seinen Schwiegervater Gregor bei der Land- und Viehwirtschaft half, Währenddessen sich die Bäuerin und Mutter Theresia und ihre Tochter Maria Anna um den Haushalt, das Waschen der Wäsche und Zubereiten der Speisen sorgte. Jedoch verstarb der Altbauer Gregor nach 38 jähriger Bewirtschaftung, sodass seine Tochter Maria Anna den Dritten Hof mit ihrem Ehemann Johann Georg und ihrem Sohn Eugenie übernahm, welches sie in der Bewirtschaftung fortführten. Jedoch blieb die Bäuerin Maria Anna nicht lange im Besitz des Hofes, da sie bereits nach 12 Jahren verstarb, sodass der Witwer Johann Georg mit seinem Sohn Eugenie und dessen Ehefrau Cölestin geb. Fehrenbach das Hofgut weiterhin bewohnte und bewirtschaftete.

So verblieb der Witwer Johann Georg nahezu 34 Jahre Bauer auf dem Dritten Hof, welches nach seinen Ableben 1894, an seinen Sohn Eugenie vererbt wurde, welcher mit seiner Ehefrau Cölestin und Tochter Maria Anna das Hofgut weiter bewohnte und bewirtschaftete. Doch verstarb der Hofbauer Eugenie bereits einige Jahre nach der Übernahme des elterlichen Hofes, wodurch die Witwe Cölestine geb. Fehrenbach in den Besitz des Dritten Hofes kam, welches sie zu dieser Zeit nur mit ihrer Tochter Marie Anna bewohnte. Jedoch lernte die Bauerstochter Maria Anna den Bauerssohn Gebhard Schwer kennen, welche am 30.04.1906 heirateten und im Dritten Hof bei der Altbäuerin und Mutter Cölestin ansässig wurden. Doch da sich die Bewirtschaftungs Verhältnisse durch das schlagbare Holz verschlechterte und das gesparte Geld welches von der Altbäuerin Cölestin zur Bank gebracht wurde und auf Grund der Inflation 1914 - 1923 ihren Wert verlor, musste der eingeheiratete Gebhard Schwer seinen Lebensunterhalt anderweitig verdienen, weshalb er einige Zeit bei der Eisenbahn arbeitete.

Nach dem Ableben der Witwe und Altbäuerin Cölestin am 28.01.1930, übernahm ihre Tochter Maria Anna mit Ehemann Gebhard den Dritten Hof, welchen sie mit ihren zwei Söhnen in der vorhandenen Land- und Viehwirtschaft weiterführte. So wurde vermutlich von ihren ältesten Sohn die Weidengänge ausgeübt, während sich der Hofbauer Gebhard und sein jüngster Sohn Josef um den Acker- und Getreideanbau kümmerte. In der Zwischenzeit blieb die Bäuerin und Mutter Maria Anna im Hofgut, um den Haushalt sowie weitere Arbeiten zu verrichten. Doch als die große Erntezeit begann, half die komplette Bauernfamilie Schwer zusammen, indem sie vermutlich mit Hilfe eines Ochsenfuhrwerks an den Getreidefeldern arbeiteten, wobei sie das Getreide mit einer Sense mähten und als gebündelte Garben zum trocknen auf den Feld platzierten, welche im Anschluss auf das Ochsenfuhrwerk geworfen und zum Hofgut transportiert wurde, um es am Dritten Hof mit einem Dreschflegel zu dreschen, damit sie aus den gewonnenen Korn, das Hofeigenen Mehl herstellen konnten.

Über die Jahre der Bewirtschaftung heiratete ihr Sohn Josef am 07.07.1942 die aus Tennenbronn stammende Bauerstochter Maria geb. Maurer, welche über die Zeit bereits 3 Kinder hatten. Doch da zu dieser Zeit der zweite Weltkrieg herrschte, wurden der Bauerssohn Josef und seine Bruder gegen Ende des Krieges zur Wehrmacht einberufen, um ihre Dienste an der Waffe zu leisten, während ihr Eltern sowie die Ehefrauen Maria mit der Ungewissheit die Land- und Viehwirtschaft weiterführten ob Josef und seine Bruder aus dem Krieg je zurück kehren würden. So kümmerte sich über diese Zeit Josef's Ehefrau Maria um den Haushalt der Großfamilie sowie um ihre 3 Kinder Hildegard, Nikolaus und Reinhard, während sie nebenbei noch einen großen Hausgarten pflegte und bei der Vieh- und Ackerwirtschaft mithalf, da ihre Schwiegermutter Maria Anna zu jener Zeit infolge eines Herzleidens arbeitsunfähig wurde und somit viel Pflege und Unterstützung benötigte.

Als der Krieg vorüber war, kehrte vermutlich nur der Bauerssohn Josef in das elterliche Hofgut zurück, worauf er seinen Vater Gebhard bei der täglichen Land- und Viehwirtschaft unterstütze, indem sie auf den Äckern und Feldern Kartoffeln, Roggen, Hafer, Gerste und Rüben anbauten wobei der Altbauer Gebhard stets von seinen Hund begleitet wurde, während sich vermutlich die Söhne Nikolaus und Reinhard um die 9 Rinder, 4 Schweine und 6 Bienenvölker kümmerten, welches sie über Jahre ausübten. Doch als der Altbauer Gebhard das Hofgut aus Altersbedingt Gründen nicht weiter bewirtschaften konnte, übergab er den Dritten Hof 1950 an seinen Sohn Josef, welcher die Land- und Viehwirtschaft mit seiner Ehefrau Maria und seinen 3 Kindern weiter betrieb.

Bereits ein Jahr nach der Übernahme des elterlichen Hofes, kaufte der Hofbauer Josef 1951 eine Zugmaschine, welches die tägliche Arbeit auf den Feldern und Äckern erleichtern sollte. Da sich zur damaligen Zeit auch ein Leibgedinghaus auf dem Hofgut befand, wurde dieses schlussendlich 1953 von Hofbauer Josef und seinen Söhnen abgerissen, wobei sie das Fundament ausheben und zum Teil durch vorhandene Felsstücke sprengen mussten, damit sie im Anschluss ein neues Haus errichten konnten, welches jedoch anfangs nur im Rohbau verblieb. Als der Winter einbrach wurden die Innenräume ausgebaut, sodass im Herbst 1954 zwei der Wohnungen bezugsfertig waren, welches durch viel Eigenarbeit des Hofbauern Josef und seinen Söhnen erledigt wurde.

Als weitere 2 Jahre der Land- und Viehwirtschaft vergingen, beschloss der Hofbauer Josef 1956 die nahegelegenen Wassermühle mit Hilfe eines Mühlenbauers aus Tennenbronn instand zu setzen, welches somit ein neues Wasserrad sowie einen neuen Antrieb erhielt, worauf 1960 noch die Erneuerung des Strohdaches auf dem Dritten Hof erfolgte, welches durch Schilf (Riet-Reed) ersetzt wurde, während sich der Hofbauer Josef über die Jahre eine neue Zugmaschine, Pritschenwagen, Ladewagen und eine Heu Raupe anschaffte um die Landwirtschaft zu erleichtern. Doch als der Hofbauer Josef 1970 verstarb, erbte sein ältester und lediger Sohn Nikolaus das Hofgut, welches er zur damaligen Zeit mit seiner Mutter bewohnte und bewirtschaftete, während sein Bruder Reinhard mit seiner Familie im Nebenhaus ansässig wurde.

So erwarb der Hoferbe Nikolaus 1976/77 eine größere und gebrauchte Zugmaschine sowie 1986 einen neuen Mähtruck mit Bandrechen, da die landwirtschaftliche Nutzfläche schrittweise um die extremen Hanglagen verkleinert wurde, sodass alle Bearbeitungen mit geeigneten Maschinen möglich war, was zur folge hatte, dass die Steilhänge aufgeforstet und der Ackerbau auf Grünland umgestellt wurde, während weiterhin auf die Milchviehwirtschaft gesetzt wurde, bis der Hofbauer Nikolaus einige Jahre später die Mutterkuhhaltung begann. Als weitere 20 Jahre der Bewirtschaftung vorüber gingen, heiratete der Hofbauer Nikolaus die geschiedene Frau Renate, welche zu ihm auf das Hofgut zog und mit ihm gemeinsam die Bewirtschaftung fortführte.

Einige Zeit später versuchte der Hofbauer Nikolaus und seine Ehefrau Renate die nicht genutzten Räume an Feriengäste zu vermieten, um sich ein zweites Standbein aufzubauen, wodurch jedoch einige Umbauarbeiten von Nöten gewesen wären, weshalb diese Vision nicht lange anhielt. So verblieb das Bauernpaar Schwer bis 2004 auf dem Dritten Hof, welches sie jedoch auf Grund gesundheitlicher beschwerten an die Firma Uhl Baustoffe verkauften, worauf sich das Bauernpaar ein Haus in Hornberg erbauen ließ, welches sie jedoch weniger Jahre später wieder verließen und in Schonach ansässig wurden. Am 19.07.2019 verstarb der ehemalige Hofbesitzer Nikolaus Schwer Infolge einer schweren Krankheit im Alter von 74 Jahren, während die hinterbliebenen Witwe Renate noch bis heute in Schonach wohnhaft blieb.
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©Jens Schneider

Quelle der alten Fotos: Landesarchiv Baden Württemberg

Meine Tour durch den Schwarzwald führte mich nach Durbach, um mir den Serrerhof und dessen Geschichte anzuschauen. _____...
22/06/2024

Meine Tour durch den Schwarzwald führte mich nach Durbach, um mir den Serrerhof und dessen Geschichte anzuschauen.
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Geschichte zum Serrerhof:

Im 16.Jahrhundert wurde das Hofgut von einer unbekannten Bauernfamilie in Durbach-Hohenberg erbaut, welchen sie vermutlich in der Land- und Viehwirtschaft betrieben. Da das Grundbuch der Gemeinde Durbach nur bis in das Jahr 1786 zurück reicht, konnte ein genaues Erbauungsjahr, sowie die damaligen Bewohner des Hofes nicht recherchiert werden. So ist der erste namentlich erwähnt Besitzer Bauer Franz Joseph Serrer, welcher das Hofgut um ca. 1830 käuflich erwarb und mit seiner Ehefrau Crecentia Spuria, geb. Benz bewohnte und in der Land- und Viehwirtschaft weiter führte. Bereits im selben Jahr, als Bauer Franz Joseph das Hofgut mit seiner Ehefrau Crecentia kaufte, gebar die Bäuerin 1830 ihre Tochter Paula, welche jedoch nicht das einzige Kind der Bauernfamilie bleiben sollte, so dass von 1832-1840 noch die Kinder Creszentia (jun), Balbina, Joseph (jun) und Amalia geboren wurden, welche bereits von Kindesalter an ihren Eltern auf dem Hofgut halfen. So bewirtschaftete der Hofbauer Franz Joseph gemeinsam mit seinem Sohn Joseph (jun) und vermutlich seiner ältesten Töchter Paula und Creszentia (jun) täglich den Acker- und Getreideanbau, während sich die Bäuerin und Mutter Creszentia mit Hilfe ihrer jüngsten Kinder um das Hofgut kümmerte.

Da die Bäuerin Crecentia 1864 verstarb und der Hofbauer Franz Joseph das Hofgut vermutlich aus altersbedingten Gründen nicht weiter bewirtschaften konnte, übergab er den Serrerhof an seine Kinder Paula, Creszentia (jun), Balbina, Joseph (jun) und Amalia, welche im Anschluss namentlich am seitlichen Steinsockel vom damaligen Bildhauer Friedrich aus Altdorf verewigt wurden. So wurde der Serrerhof noch weitere 11 Jahre von den Kindern bewohnt und in der vorhandenen Land- und Viehwirtschaft betrieben, bis sie den Serrerhof 1875 vermutlich aus finanzieller Not an die Handelsmänner Wolf Dreifuß und Isak Weil aus Schmieheim, sowie an die Handelsmänner Wilhelm Haberer und Simon Kormann aus Offenburg verkauften.

Jedoch verkauften die Handelsmänner das 1,32 ha große Hofgut, bereits am 31.01.1876 an Bauer Stefan Kuderer, welcher den Serrerhof mit seiner Ehefrau Klara, geb. Heisch (Nichte des ehemaligen Ritterbauern) bewohnte und bewirtschaftete. So verblieb der Hofbauer Stefan nahezu 13 Jahre Serrerhofbauer, so dass er 1889 das Hofgut samt der Wirtschaftsgrundstücke an den ledigen Bauern Andreas Panter verkaufte, welcher jedoch nur wenige Jahre Erfolg mit der Bewirtschaftung hatte, so dass das Hofgut am 26.03.1897 an den Kaufmann Josef Fritz versteigert wurde, welcher den Serrerhof 4 Jahre lang bewohnte und in der Land- und Viehwirtschaft fortführte, bis er seinen Hof 1901 an den damaligen Ritterbauer und Stabhalter Andreas Kuderer verkaufte.

Nach 20-jähriger Bewirtschaftung des Serrerhofes, wurde dieser vermutlich auf Grund verschmähter Liebe ein Raub der Flammen, wobei das Hofgut bis auf die Grundmauern niederbrannte, dass der verbrannte Hof von einem Nachfahren des verstorbenen Franz Joseph Serrer käuflich erworben wurde. So erbaute der Bauer Josef Serrer mit Hilfe seines Sohnes Franz Anton und dessen Ehefrau Anna das Hofgut erneut, wobei sie tatkräftige Hilfe und Holz-Spenden der umliegenden Nachbarn erhielten, so dass sie das Hofgut nach Beendigung der baulichen Maßnahmen bewohnten und in der Land- und Viehwirtschaft betrieben. So wurde von Hofbauer Josef und seinem Sohn Franz Anton der Getreide- und Kartoffelanbau betrieben, während sie nebenbei eine Viehwirtschaft mit Kühen, Schweinen und Hühnern führten. Der Hofbauer Josef fing zur damaligen Zeit auch an Weihnachtsbäume anzupflanzen, welche zur Anfangszeit aus Fichte und Weißtannen bestand, bis er die erste Nordmanntanne pflanzte, welche noch heute neben dem Hofgut zu betrachten ist.

So befindet sich der Serrerhof bis zum heutigen Tag im Besitz der Familie Serrer, welche die Weiden seit 2016 ausschließlich von ihren Damwild beweiden lassen, während sie im Haupterwerb 45 ha Wald bewirtschaften, wobei die gefällten Bäume zu Stammholz oder Brennholz verarbeitet und verkauft werden. Weitere 15 ha der Bewirtschaftungsflächen bestehen aus Weihnachtsbäumen, Wiesen, Streuobstwiesen, sowie dem Weinanbau, welcher in der hauseigenen Brennerei zu edlen Bränden und Likören verarbeitet wird.
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© Jens Schneider

Quelle der alten Fotos: Ratschreiber i.R. Josef Werner Durbach

Adresse

Schiltach
77761

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