26/04/2026
Mit großer Besorgnis nehmen wir zur Kenntnis, dass ein Ableger des Vereins Kampfsport Klötze e.V. Räumlichkeiten auf dem Gelände der Förderschule „Unterm Regenbogen“ in Trägerschaft des Landkreises nutzt. Diese Entscheidung ist vor dem Hintergrund der überregionalen Berichterstattung über Gewalttaten im Umfeld des Klötzer Waldbads sowie der seit Langem diskutierten Verflechtungen einzelner Akteure aus dem Vereinsumfeld mit rechtsextremen Strukturen politisch hochbrisant und nicht akzeptabel. Die wiederkehrenden Vorfälle fügen sich zu einem Gesamtbild, das Zweifel an der notwendigen Abgrenzung, Kontrolle und klaren Haltung gegenüber solchen Entwicklungen aufkommen lässt.
Gerade öffentliche Einrichtungen wie Förderschulen tragen eine besondere Schutzverantwortung. Sie sind Orte für Menschen, die auf ein sicheres, unterstützendes Umfeld angewiesen sind. Dass ausgerechnet hier einem Verein Raum gegeben wird, dessen Umfeld mit Gewalt und Einschüchterung in Verbindung gebracht wird, ist ein fatales Signal. Der Landkreis als Träger der Schule steht hier in der Pflicht. Es reicht nicht aus, sich auf formale Genehmigungen zurückzuziehen. Vielmehr braucht es eine klare politische Bewertung und die Bereitschaft, Entscheidungen zu korrigieren, wenn sie sich als problematisch erweisen.
Wer öffentliche Infrastruktur zur Verfügung stellt, übernimmt Verantwortung dafür, wem Raum gegeben wird. Diese Verantwortung endet nicht bei der Unterschrift unter einem Nutzungsvertrag. In Zeiten, in denen rechtsextreme Netzwerke zunehmend selbstbewusst auftreten und versuchen, gesellschaftliche Räume zu besetzen, braucht es eine klare Haltung der öffentlichen Hand. Wegsehen, Verharmlosen oder Abwarten sind keine Optionen. Es geht hier nicht nur um einen Verein, sondern um die Frage, welche Werte in unserer Gesellschaft gelten – und wer Zugang zu öffentlichen, besonders schützenswerten Räumen erhält.
Der Kreisvorstand
Die Linke Altmarkkreis Salzwedel