27/08/2025
Die Stadt Halle erfüllt als Oberzentrum eine zentrale Funktion für das Umland – insbesondere für den westlichen Saalekreis und das Mansfelder Land. Viele Bürgerinnen und Bürger dieser Regionen arbeiten in Halle oder sind auf medizinische Versorgung, Einkaufsmöglichkeiten und kulturelle Angebote in der Stadt angewiesen. Diese Rolle als Oberzentrum ist ihr ausdrücklich auch im Landesentwicklungsplan zugewiesen.
Doch um dieser Aufgabe gerecht zu werden, muss die Stadt auch in angemessener Zeit erreichbar sein. Derzeit ist das nicht gegeben: Tägliche Staus von über 45 Minuten auf den Zufahrtsstraßen – etwa der B80, der Röpziger Brücke oder in Kröllwitz – sind für Pendlerinnen und Pendler nicht länger hinnehmbar.
Die Stadt Halle steht in der Verantwortung, das aktuelle Umleitungs- und Baustellenkonzept dringend nachzubessern. Ein Verweis auf verstärkte Polizeikontrollen auf der Elisabethbrücke, die derzeit nur von Straßenbahnen und Radfahrern genutzt wird, ist als verkehrliches Gesamtkonzept völlig unzureichend.
Was fehlt, sind konkrete Maßnahmen:
• Ein sinnvoller Park-and-Ride-Ansatz, etwa in Halle-Neustadt, mit klarer Ausschilderung und ausreichenden Kapazitäten.
• Die temporäre Öffnung der Elisabethbrücke, zumindest in eine Fahrtrichtung oder für den PKW-Verkehr, sollte ernsthaft geprüft werden.
Für einen Zeitraum von zwei Jahren ist die derzeitige Verkehrssituation für viele Bürgerinnen und Bürger im Umland nicht zumutbar. Wer täglich zur Arbeit muss, auf medizinische Versorgung angewiesen ist oder schlicht mobil bleiben möchte, braucht verlässliche Verkehrswege – auch mit dem Auto.
Ich fordere daher im Sinne des Umlandes die Stadt Halle dazu auf, ein praktikables, durchdachtes und umsetzbares Verkehrskonzept vorzulegen, das der Bedeutung Halles als Oberzentrum gerecht wird und die Bedürfnisse der Menschen im Saalekreis und im Mansfelder Land berücksichtigt.
Michael Scheffler
Mitglied des Landtages Sachsen-Anhalt