16/05/2025
Dem BUND Saarlouis sind die Arbeiten am Saaraltarm bereits vor Wochen aufgefallen. Wir haben daraufhin das Gespräch mit der Stadtverwaltung gesucht und konnten uns ein umfassendes Bild der geplanten und bereits umgesetzten Maßnahmen machen. Der Austausch mit der Verwaltung war sehr konstruktiv. Wir gehen davon aus, dass auch der NABU Saarlouis/Dillingen immer im engen Austausch mit der Verwaltung steht.
Ich versuche mal einige Inhalte im Austausch mit der Verwaltung wiederzugeben:
Die Wasserlinsen haben sich in den vergangenen Wochen stark vermehrt, und auch für die Sommermonate ist mit einer massiven Zunahme zu rechnen. Die Erfahrungen der letzten Jahre hätten gezeigt, dass es in sensiblen Bereichen des Saaraltarmes immer wieder zu starkem Sauerstoffmangel kam – mit der Folge, dass massives Fischsterben droht, ja bis dahingehend, dass der gesamte Saarlouiser Saaraltarm „kippt“. Das wäre ein Desaster für Flora und Fauna und der Erholungsfunktion für die Saarlouiserinnen und Saarlouisern. Aus diesen Gründen werden an fest definierten Stellen regelmäßig Wasserlinsen und damit auch Nährstoffe aus dem Saaraltarm entzogen.
Zudem zeige der Zwischenbericht eines beauftragten Gutachters zur ökologischen Wasserqualität, der auch im städtischen Ausschuss für Nachhaltigkeit, Ökologie und Verkehr vorgestellt wurde, einen dringenden Handlungsbedarf. Um die empfindlichen Bereiche des Altarmes zu schonen, hat die Stadt bereits im Winter gezielt Vorarbeiten geleistet – unter anderem durch die Entnahme von Totholz in einem kurzen Abschnitt von etwa 50 m am unteren Ende des 2400 m langen Saaraltarmes. Dort wurden im Winter Entnahmestellen eingerichtet, um künftig nach längeren Regenereignissen mit Boot und Ölsperre gezielt Wasserlinsen – und damit auch überschüssige Nährstoffe – in die fließende Saar ableiten zu können. Die Maßnahme ist also eine absolut sinnvolle Strategie der Stadt, um ein Verlanden des artenreichen Fischgewässers zu verhindern.
Dass die Maßnahmen erfolreich sind, zeigt u.a. der Eisvogel, der in diesem Jahr wieder am Altarm brütet.
Dem BUND ist ein lebendiger Altarm lieber, als ein verlandeter.
Die absolut moderate Entnahme von Totholz letzten 50 Meter diente dem Schutz vor einer fortschreitenden Eutrophierung des Gewässers. Nach Auskunft der Stadt waren die Maßnahmen , die der NBS ausgeführt hat, auch immer eng mit dem Umweltschutzbeauftragen der Stadt abgestimmt. Zudem wurde nicht nur Totholz, sondern auch jede Menge Schrott und Müll aus dem Altarm entnommen, darunter auch Motorroller.
Gleichzeitig soll der betroffene Abschnitt von etwa 50 m am äußersten Ende auch ökologisch weiterentwickelt werden. Geplant sei auch die Anlage und Entwicklung neuer Flachwasserzonen. Außerdem soll der abrutschgefährdete Radweg auf rund 300 Metern zurückgebaut und in einen stabileren Bereich nebenan verlegt werden – auch das schaffe neue ökologische Potenziale.
Wir werden die Entwicklungen weiter aufmerksam begleiten und stehen mit der Stadt im engen Austausch. Das erwarten wir auch vom nabu. Denn Natur-, Umwelt- und Klimaschutz gehen nur gemeinsam.