Im Jahr 2002 war Ingo Vigneron als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) und auch hauptberuflich im Auftrag des Landkreises Merzig-Wadern (Saarland) tätig. So kam es, dass er von der Kreiskatastrophenschutzbehörde des Landkreises angesprochen wurde, um zu Übungszwecken ein Team von Darstellern zu finden und für eine große Übung bereitzustellen.
Zunächst haben wir die darauf spezialisierten Teams von Hilfsorganisationen angesprochen, doch es kamen nicht genügend Darsteller zusammen. So kam es dazu, dass wir einen Verein für Live-Rollenspiel ansprachen. Dessen Mitglieder hatten wir vorab speziell für die Rollen psychisch belasteter Personen geschult. Das Schwierige daran ist nicht die „Darstellung“ der psychischen Belastung, sondern die adäquate Reaktion auf die Maßnahmen der Helfer.
Die Übung war ein voller Erfolg und wir haben seither immer mehr Anfragen für die Notfalldarstellung erhalten. Dabei haben wir für die medizinische Darstellung zunächst mit Notfalldarstellern entsprechend ausgerichteter Hilfsorganisationen zusammengearbeitet.
Es war schnell klar: Wir mussten uns rechtssicher organisieren und auf vernünftige Beine stellen. Der Versuch, uns als korporatives Mitglied in eine bestehende Hilfsorganisation zu integrieren, ist gescheitert. So gründeten wir noch im ersten Jahr unseren Verein.
Seither sind wir unserer besonderen Ausrichtung treu geblieben. Unser Team ist interdisziplinär (Mitarbeiter von Feuerwehr, Rettungsdienst, PSNV, THW, Polizei, Bundeswehr und betriebliches Krisenmanagement). So können wir viel mehr anbieten als Notfalldarstellung. Wir simulieren auch Spurenlagen für Ermittler, Funkübungen, Krisenstabsübungen, und einiges mehr.
Unser breites Angebot ist fachlich gut untermauert. Zu unserem Team zählen neben den oben genannten Fachdiensten auch Ärzte und Psychologen. Wir haben an verschiedenen Studien und wissenschaftlichen Abschlussarbeiten mitgewirkt. Heute wird unsere erste Abteilung „EMERGENCY SIMULATION“ bundesweit, aber auch in Frankreich und Luxemburg eingesetzt.
Parallel dazu entwickelte sich auch der Bereich Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) für Einsatzkräfte. Hier sind wir in den Bereichen Prävention und Einsatznachsorge tätig. Auch der Bereich Psychosoziales Krisenmanagement für Unternehmen ist in dem Verein gewachsen. Diese und weitere Themen werde heute von der zweiten großen Organisationseinheit des Vereins, die „PSNV Akademie“, betrieben.
Im Rahmen eines Forschungsauftrags des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) wurde unsere Ausbildung für PSNV Führungskräfte (L-PSNV) von der Universität Jena, mit sehr gutem Ergebnis evaluiert.
Darüber hinaus wurde die Freiwillige Notfallhilfe e. V. als Vorbild für die Entwicklung des Konzepts für das erste landesweit staatlich anerkannte PSNV System genutzt.