14/05/2026
Die Geschichte der Drogenhilfe Saarbrücken gGmbH
54 Jahre Drogenhilfe Saarbrücken – Hilfe, Beratung und Unterstützung seit 1972
Von der ältesten Drogenberatungsstelle des Saarlandes zu einem komplexen Anbieter im Bereich der Suchthilfe: Keine Einrichtung im Saarland verfügt über eine vergleichbar umfassende Expertise zu den Themen Sucht, Abhängigkeit und Drogenhilfe.
Seit inzwischen 54 Jahren orientiert sich die Arbeit der Drogenhilfe Saarbrücken an den gesundheitlichen, sozialen und psychischen Lebenslagen ihrer Besucher:innen und Klient:innen. Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, ihre individuelle Lebenssituation nachhaltig zu verbessern.
Die Anfänge reichen in das Jahr 1972 zurück. Auf Veranlassung des Unterausschusses „Drogenprobleme“ des Landesjugendwohlfahrtsausschusses wurde die Aktionsgemeinschaft Drogenberatung e.V. gegründet. Hintergrund war das erstmalige verstärkte Auftreten illegalen Drogenkonsums im Saarland im Zuge der sogenannten ersten Drogenwelle. Ziel der neu gegründeten Organisation war der Aufbau einer Beratungsstelle, um jungen Menschen mit Drogenproblemen sowie deren Angehörigen Hilfen anzubieten und ihre gesellschaftliche Wiedereingliederung zu fördern.
1980 wurde der Bereich der Suchtprävention als eigenständiges Arbeitsfeld mit Angeboten der Primär- und Sekundärprävention etabliert. Zwei Jahre später, 1982, wurde das Angebot durch die externe Drogenberatung in der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken erweitert.
Mit der Eröffnung des Café HiFi („Hilfe für Fixer“) in der Bruchwiesenstraße im Saarbrücker Nauwieser Viertel entstand 1987 die Vorläufereinrichtung des heutigen Drogenhilfezentrums. Erstmals wurden dort niedrigschwellige Überlebenshilfen und Ausstiegshilfen unter einem Dach angeboten.
Veränderte gesellschaftliche und gesundheitspolitische Rahmenbedingungen machten in den folgenden Jahren eine Neuausrichtung der Drogenhilfe erforderlich. Die zunehmende gesundheitliche, soziale und psychische Verelendung vieler Drogengebrauchender in der offenen Drogenszene, die Ausbreitung von HIV sowie das Auftreten von AIDS unter intravenös konsumierenden Menschen führten ebenso zu einem Umdenken wie die steigende Zahl drogenbedingter Todesfälle und die wachsenden gesellschaftlichen Folgekosten.
Vor diesem Hintergrund wurden neue Ansätze in der Drogenhilfe entwickelt. Im August 1992 wurde das Drogenhilfezentrum Saarbrücken am heutigen Standort in der Brauerstraße eröffnet. Mit der Eröffnung des Drogenkonsumraums im April 1999 wurde das Angebot um einen weiteren zentralen Baustein ergänzt.
Ebenfalls im Jahr 1999 fiel die Entscheidung, das Drogenhilfezentrum organisatorisch aus der Trägerstruktur der Aktionsgemeinschaft Drogenberatung e.V. herauszulösen und als eigenständige Einrichtung weiterzuführen. Die Aktionsgemeinschaft Drogenberatung e.V. blieb jedoch weiterhin als Gesellschafterin im Aufsichtsrat der neu gegründeten Drogenhilfezentrum gGmbH vertreten.
Im Zuge einer Anpassung der Konsumraumverordnung dürfen seit dem 15. November 2006 ausschließlich Drogengebraucher:innen mit Wohnsitz im Saarland die Angebote des Drogenhilfezentrums nutzen.
Im Januar 2007 wurde das Projekt „Le Trottoir“ eröffnet. Das Angebot richtet sich an drogengebrauchende Sexarbeiterinnen und bietet ihnen einen geschützten Raum am Straßenstrich – von Frauen für Frauen.
Im Jahr 2015 firmierten die Drogenhilfezentrum gGmbH und die Psychosoziale Beratungsstelle der Aktionsgemeinschaft Drogenberatung e.V. gemeinsam zur Drogenhilfe Saarbrücken gGmbH.
Heute umfasst das Leistungsspektrum der Drogenhilfe Saarbrücken vielfältige Angebote in den Bereichen Beratung, Prävention, Therapie und Überlebenshilfe. Dazu gehören unter anderem die Suchtberatung, die ambulante Suchtherapie, die externe Drogenberatung in der Justizvollzugsanstalt, Maßnahmen der Suchtprävention, das Projekt Löwenzahn, Streetwork-Angebote, Maßnahmen zur Risikominimierung, das Naloxon-Projekt, die Beratungsstelle „Le Trottoir“ für drogengebrauchende Sexarbeiterinnen, eine Praxis zur medizinischen Grundversorgung, der Drogenkonsumraum sowie Kontakt- und Aufenthaltsmöglichkeiten.
Ergänzt werden diese Angebote durch lebenspraktische Hilfen und individuelle Beratung mit dem Ziel, das Überleben zu sichern, soziale Desintegration zu verhindern sowie die gesundheitliche und psychosoziale Stabilisierung der Betroffenen zu fördern.
Gesellschafter der Drogenhilfe Saarbrücken gGmbH sind der Paritätische Wohlfahrtsverband Rheinland-Pfalz/Saarland, die SHG-Kliniken, die AWO Saarland sowie die Saarländische Aidshilfe. Im Aufsichtsrat der Drogenhilfe Saarbrücken sind neben den Gesellschaftern auch Vertreter:innen des Regionalverbandes Saarbrücken, der Landeshauptstadt Saarbrücken sowie des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit vertreten. Darüber hinaus gehört dem Aufsichtsrat ein beratendes Mitglied an.
Die Drogenhilfe Saarbrücken gGmbH ist Mitglied in folgenden Fach- und Netzwerkorganisationen:
Der Paritätische Rheinland-Pfalz/Saarland
Aldona e.V.
Akzept e.V.
Deutschland e.V.
Saarbrücken e.V.
Wir hoffen, dass euch dieser Einblick in die Geschichte der Drogenhilfe Saarbrücken gefallen hat.
In der kommenden Woche stellen wir euch unser jüngstes Angebot vor: das Präventionsprojekt „Löwenzahn“ für Kinder aus suchtbelasteten Familien.