30/06/2026
Erste Monatsversammlung der VRB nach der Kommunalwahl
Die erste Monatsversammlung der VRB nach der Kommunalwahl fand im Helds Vitalhotel statt. Vorsitzender Thomas Ringsgwandl begrüßte die Anwesenden und erklärte, man habe nach dem intensiven Wahlkampf bewusst etwas Zeit verstreichen lassen, damit sich alle politisch wieder etwas sammeln könnten.
Bei der Analyse des Wahlergebnisses stellte die Co-Vorsitzende und neue Gemeinderätin Maria Hipf fest, dass die VRB mit 18,0 Prozent der Stimmen bei genauerer Betrachtung durchaus ein
respektables Ergebnis erzielt habe. Der Stimmenanteil liege deutlich über dem von Grünen und SPD. Umso bedauerlicher sei es, dass die VRB bei der Besetzung der Ausschüsse letztlich nur die gleiche Anzahl an Sitzen erhalten habe wie diese beiden Parteien. Positiv sei hingegen, dass die VRB im Vergleich zur letzten Wahl deutlich geringere Verluste hinnehmen musste als andere Gruppierungen. Durch das zusätzliche Antreten der Freien Wähler habe sich die Ausgangslage erheblich verändert. Mit sechs Gemeinderatssitzen erzielten diese auf Anhieb ein starkes Ergebnis.
Die erste Sitzung des neuen Gemeinderats stand vor allem im Zeichen der Ausschussbesetzungen sowie der Wahl des zweiten und dritten Bürgermeisters. Zum zweiten Bürgermeister wurde
bekanntlich Ludwig Böddecker gewählt.
Aus der ersten Sitzung des Kommunalunternehmens Tourismus berichtete M. Hipf, dass Einigkeit über die große Bedeutung des Tourismus für Ruhpolding bestehe. Neben Personalentscheidungen, darunter die Nachbesetzung der Leitung des Vita Alpina, standen die Öffnungszeiten des Freibads
auf der Tagesordnung. Künftig öffnet das Bad bereits um 10 Uhr und bleibt je nach Wetter bis 18 oder 19 Uhr geöffnet. Zusätzliche Zeiten für Frühschwimmer seien aufgrund der angespannten Personalsituation derzeit nicht möglich.
Zudem informierte M. Hipf über aktuelle und geplante Veranstaltungen. Die „Bike Trophy“ mit über 1.000 Teilnehmern wurde gemeinsam mit Inzell, Bergen und Siegsdorf durchgeführt. Das „Voi Guad Streetfood Festival“ wird vom 3. bis 5. Juli auf Eigeninitiative fortgeführt. Ebenso finden das „Ride Moto Festival“ vom 24. bis 26. Juli, sowie die Veranstaltung „Route 66“ am 13. September statt. Auch die Britischen Nordischen Meisterschaften kehren nach Ruhpolding zurück.
Als wichtigste Zielgruppen sieht der Tourismus weiterhin junge Familien und Paare. Angesichts zunehmend schneearmer Winter müsse aber verstärkt über alternative Angebote nachgedacht werden. Eine Idee sei die Öffnung einzelner Almen auch während der Wintermonate. Ludwig Böddecker verwies in diesem Zusammenhang auf mögliche Ausnahmeregelungen bei den
Bayerischen Staatsforsten.
Diskutiert wurde auch die Berufung eines nicht gewählten Gemeinderats in den Aufsichtsrat der RTK. Zwar ist dies rechtlich zulässig, die VRB-Fraktion vertritt jedoch die Auffassung, dass solche Aufgaben gewählten Gemeinderatsmitgliedern vorbehalten sein sollten. Der Gemeinderat sah dies letztlich mit einer Stimme Mehrheit anders.
In der anschließenden Diskussion ging es um die Frage, wie der Tourismus finanziell wieder handlungsfähiger werden könne. Böddecker betonte, hierfür sei zeitnah eine grundlegende
Entscheidung über die Zukunft unserer Bäder notwendig.
M. Hipf berichtete außerdem aus dem Holzknechtmuseum. Die Besucherzahlen entwickelten sich erfreulich, zugleich arbeite man kontinuierlich an neuen Veranstaltungsformaten. Zudem werde nach einer Lösung für das Parkticketsystem für Museumsbesucher gesucht.
Über aktuelle Themen aus dem Bauausschuss informierte Ludwig Böddecker. Für das neue Heizwerk könnte bereits im Herbst der Spatenstich erfolgen. Dafür werde ein Teil der Freibadfläche
benötigt werden. Da die Gastronomie aber künftig zum Hallenbad verlegt werden soll, seien keine größeren Einschränkungen zu erwarten.
In der zweiten Gemeinderatssitzung wurden u.a. die Beauftragten neu bestellt. Mit Dr. Ulrike Pfeifer (Senioren), Birgit Schmid (Ihringen), Maria Hipf (Familie) und Gitti Linsmeier (Jugend)
stellt die VRB vier Beauftragte und ist damit in diesen Ehrenämtern stark vertreten.
Abschließend wurde über eine interne Klausurtagung des neuen Gemeinderats berichtet. Dort standen die wichtigsten Zukunftsfragen und Herausforderungen der Gemeinde im Mittelpunkt. Die Zusammenarbeit über Fraktionsgrenzen hinweg verlaufe bislang konstruktiv, die großen Entscheidungen stünden jedoch noch bevor.