ROSA - Reutlingen for organisation, solidarity and actions

ROSA - Reutlingen for organisation, solidarity and actions Wir sind ROSA, eine Gruppe politisch interessierter Menschen aus Reutlingen und Umgebung.

Öffentlic REGELMÄSSIGE ÖFFENTLICHE TREFFEN:

Jeden 1. Wer sind wir?

Donnerstag im Monat 19 Uhr Haus der Jugend, Reutlingen.

Über ROSA

Warum gibt es Rosa? Lange vor dem ersten Rosa-Treffen im Haus der Jugend, gab es schon den Wunsch nach einem offenen politischen Treffen in Reutlingen. Es sollte möglich werden, die politisch motivierten aber vielfach unorganisierten, Menschen zusammen zu bringen. Dabei sollte ein Rahmen geschaffen werden, in dem für alle Menschen

, alle Fragen und Probleme Platz ist. Die Idee war, dass sich jeder und jede wohl fühlen und wir gemeinsam an einem Strang ziehen, eine Zusammenkunft in der es nicht wichtig ist welche (politische) Vorbildung man besitzt. Konkreter wurde das Anliegen einer solchen Plattform, als im letzten Jahr in und um Reutlingen vermehrt rechte Aktivitäten wahrnehmbar wurden. Hierbei stachen insbesondere die Aktivitäten der Neonazi-Kleinstpartei „der dritte Weg“, der Identitären Bewegung und der AfD ins Auge. Die Aktionen reichten vom Verkleben rechter Aufkleber, über Hetze bei Informationsveranstaltungen zur Flüchtlingsunterbringung, bis hin zu Demonstrationen auf den Straßen Reutlingens. Auch, oder gerade, das Reutlinger Umland ist von diesen rechten Umtrieben betroffen. Plakate und Banner mit rechten Inhalten werden in den betroffenen Regionen über Nacht aufgehängt. Personen mit rechter Gesinnung fühlen sich so wohl, dass sie sogar Parteiveranstaltungen stören. Die Vorfälle und Aktivitäten „im Ländle“ sind allerdings keine Randerscheinung. Überall in Deutschland und darüber hinaus bilden sich rechte Gruppierungen und Parteien. PEGIDA hatte zeitweise bis zu 25.000 Mitläufer*innen bei ihren Abendspaziergängen durch Dresden und Bundesweit gibt es Versuche Ableger zu gründen. Zeitgleich, vermutlich durch die Positionen der PEGIDA gestärkt, erfährt die AfD großen Aufwind und zieht in zahlreiche Landesparlamente ein. Dieser Rechtsruck in Deutschland macht sich auch am Handeln etablierter Parteien bemerkbar. Wie schon 1993, als die Parteien den rassistischen Prognomen in Rostock-Lichtenhagen, Brandanschlägen in Hoyerswerda und weiteren rechten Ausschreitungen nachgaben, antworteten die aktuell etablierten Parteien mit einer Verschärfung des Grundrechts auf Asyl. Wie damals ist also auch den jüngsten Änderungen geltenden Rechts ein Rechtsruck der Gesellschaft vorausgeeilt. Dieser zeigte sich im Jahr 2015 besonders deutlich, als fast kein Tag ohne neue Meldungen von Brandanschlägen auf Asylbewerber*innen-Unterkünfte verging. Doch nicht nur in Deutschland, sondern auch europaweit, ist ein solcher Trend wahrzunehmen. Vielerorts bilden rechte Parteien die Regierungen oder sind mit vielen Sitzen in den Parlamenten vertreten. In Ungarn sind die Bürgerwehren so erstarkt, dass sie teilweise die Grenzen absichern. Auch gibt es an den Grenzzäunen immer wieder rassistische Demonstrationen mit teils internationaler Beteiligung, auch aus Deutschland sind Teilnehmer*innen angereist. Die internationale Zusammenarbeit der Nationalisten hat auch bei Europas rechten Parteien Hochkonjunktur. So schmust beispielsweise die AFD in Koblenz mit der französischen Partei „Front Nationale“ und der niederländischen „Partij voor de Vrijheid“. Doch nicht nur Parteien und Bewegungen vom rechten Rand sind Europaweit für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich zu machen. Während die Europäische Union auf der einen Seite gegen Trump und seine Mauer zu Mexiko wettert, hat sie gleichzeitig mit der Grenzschutzorganisation Frontex und der Schließung der Fluchtrouten über das Festland, eine der tödlichsten Grenzen der Welt geschaffen: Das Mittelmeer. Betrachtet man die Europäischen Union, so stellt man fest, dass selbst innerhalb des „Schengener Raums“ Grenzen für Ausschlussmechanismen verantwortlich sind. Das durch Grenzen implizierte „wir“ und „die Anderen“ sowie die daraus resultierenden Benachteiligungen, Vorverurteilungen und Ächtungen von Menschen wollen wir nicht akzeptieren und deshalb haben wir uns dazu entschieden, das Rosa-Treffen ins Leben zu rufen. Dennoch sind wir der Meinung, es ist wichtig, den gesellschaftlichen Rechtsruck zwar als Anlass, jedoch nicht als Ursprung für unser Engagement zu sehen. Denn die Problematik ist weitaus tiefer verankert. Wir wollen uns mit den Wurzeln des Rassismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit beschäftigen. Diese sind unserer Meinung nach selbst in den kleinsten Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens zu verorten, jeder einzelnen Stadt, jedem Dorf, jeder Gruppierung oder noch so kleinen Familie. Wir sind ROSA, eine Gruppe politisch interessierter Menschen aus Reutlingen und Umgebung. Aufgrund der oben genannten politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, sehen wir ROSA als eine notwendige Plattform zur Vernetzung interessierter und engagierter Menschen. Bei den barrierefreien ROSA-Treffen ist jede*r willkommen, egal welchen Alters, Geschlechts, Aussehens, etc., solange er*sie niemanden diskriminiert oder menschenverachtende Hetzte verbreitet. Unser respektvoller und solidarischer Umgang miteinander ermöglicht einen Raum, in welchem jede*r Gehör findet, Ideen einbringen und sich in Diskussionen austauschen kann. Gemeinsam organisieren wir die verschiedensten Aktionen und Workshops gegen jede Art von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Die Grundlage hierfür versuchen wir durch eine diskriminierungsfreie Kommunikation, die frei von jeglicher verbalen Gewalt sein sollte, zu bilden. Unter dieser verstehen wir nicht nur Offensichtliches wie Beleidigungen oder Mobbing, sondern auch versteckte Diskriminierung. Denn diese kann sich absichtlich oder unabsichtlich durch eine, beispielsweise sexistische, Ausdrucksweise äußern. Durch Dialog und Kritikfähigkeit wollen wir uns gegenseitig darauf aufmerksam machen und uns stetig selbst hinterfragen, um verbaler Gewalt und Diskriminierungen bei den ROSA-Treffen entgegenzuwirken. Alle unsere Entscheidungen werden basisdemokratisch im ROSA-Plenum getroffen. Dies ermöglicht jeder*m eine unmittelbare und gleichberechtigte Beteiligung an der Entscheidungsfindung. Denn Entscheidungen gehen ausschließlich aus dem gemeinsamen Konsens hervor. Durch Diskussion und Verständigung versuchen wir eine gemeinsame, für alle annehmbare Lösung zu finden und nicht lediglich den Willen einer (knappen) Mehrheit durchzusetzen. Jede*r Teilnehmer*in des Plenums besitzt ein Vetorecht, welches jedoch begründet und verantwortungsbewusst eingesetzt werden muss. Auch kann Arbeitsgruppen zu bestimmten Themen vom Plenum ein „themenbezogenes“ Entscheidungsrecht zugesprochen werden. Dies ermöglicht es der Arbeitsgruppe selbstständig Entscheidungen auf Grundlage der Interessen und Beschlüsse des ROSA-Plenums zu treffen, um auch bei spontanen Aktionen handlungsfähig zu sein. Dieses Mandat ist vor dem Konsens im Plenum zu verantworten. Was wir wollen und wie wir dies erreichen, findet ihr unter:
https://rosa-reutlingen.de/ueber-rosa/

Adresse

Museumstraße 7
Reutlingen
72764

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