26/06/2026
Wir als CDU-Gemeindeverband Meerane-Waldenburg teilen die Sorge um das VW-Werk Zwickau ausdrücklich.Zumal ein großer Teil der Zulieferer im unserem Gemeindeverband ansässig ist.
Eine mögliche Schwächung oder gar Aufgabe dieses Standortes wäre nicht nur ein Problem für Volkswagen. Es wäre ein Schlag für die gesamte industrielle Wertschöpfung in Westsachsen – für Beschäftigte, Familien, Zulieferer, Handwerk, Logistik und viele mittelständische Unternehmen in unserer Region.
Gleichzeitig müssen wir diese Debatte ehrlich führen. Wir stehen an einem Punkt, an dem Deutschland sich grundsätzlich fragen muss: Wie wollen wir künftig noch Industrieland bleiben?
Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach erlebt, dass starke Technologien, Produktionsketten und Schlüsselindustrien aus Deutschland oder Europa herausgewandert sind. Bei Medikamenten sehen wir heute eine hohe Abhängigkeit bei Wirkstoffen aus Asien. Die Solarindustrie ist in großen Teilen nach China abgewandert. Der Transrapid war deutsche Ingenieurskunst und fährt heute in Shanghai. Bei Batterien, Rohstoffen und Komponenten entstehen neue Abhängigkeiten, während wir hierzulande oft zu langsam, zu kompliziert und zu teuer werden.
Die Antwort darf deshalb nicht nur lauten: mehr Förderprogramme. Fördermittel können helfen, ersetzen aber keine Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen brauchen verlässliche Energiepreise, schnellere Genehmigungen, weniger Bürokratie, planbare Rahmenbedingungen, wettbewerbsfähige Arbeits- und Lohnnebenkosten und vor allem die Freiheit, wieder schnell Entscheidungen treffen zu können.
Dazu gehört aber auch Ehrlichkeit auf allen Seiten: Politik, Management, Tarifpartner und Gesellschaft müssen anerkennen, dass Wohlstand erst erwirtschaftet werden muss, bevor er verteilt werden kann. So wichtig gute Löhne sind – am Ende müssen Produkte, Standorte und Kosten im internationalen Wettbewerb bestehen.
Volkswagen steht hier besonders in der Verantwortung. Die Beschäftigten in Zwickau haben die Transformation zur Elektromobilität mitgetragen. Jetzt braucht es Verlässlichkeit, ein klares Bekenntnis zum Standort und vor allem Fahrzeuge, die wieder Lust darauf machen, einen Volkswagen zu fahren.
Unser Ziel muss sein: Industrie halten, Wertschöpfung in der Region sichern, Abhängigkeiten reduzieren und wieder den Mut entwickeln, gute deutsche Produkte hier zu entwickeln, hier zu bauen und weltweit erfolgreich zu machen.
Zwickau darf nicht zum nächsten Beispiel dafür werden, dass Deutschland seine industrielle Substanz Stück für Stück verliert.
Das Volkswagen-Standort Zwickau ist zentral für den Wirtschaftsstandort Südwestsachsen. Der Konzern konnte und kann sich stets auf die Region Zwickau, den Freistaat Sachsen und die tausenden hochqualifizierten Beschäftigten am Standort und in der Zulieferindustrie verlassen. Jetzt müssen alle Akteure an den Verhandlungstisch! Es braucht Lösungen und klare gemeinsame Perspektiven.
Als CDU-Kreisverband kämpfen wir und unsere Amts- und Mandatsträger für den Standort und die Sicherung des Wohlstandes in unserer Heimat!
Carsten Michaelis - Landrat Landkreis Zwickau Carsten Körber - MdB Jan Löffler Kerstin Nicolaus Ina Klemm - Ihre CDU-Landtagsabgeordnete Daniela Pfeifer