02/12/2025
📚 Schulstandorte in Reichenbach: Eine schwere, aber verantwortungsvolle Entscheidung!
Wir haben verganenen Montag im Stadtrat eine Entscheidung getroffen, die niemandem leichtfällt. Veränderungen in einer Stadt, die seit Jahren schrumpft, sind nie angenehm, aber sie sind notwendig.
Seit fast einem Jahr haben wir in einer großen Arbeitsgruppe aus Stadträte, Verwaltung, Schulen und Trägern intensiv an diesem Thema gearbeitet. Diese breite Diskussion war alles andere als selbstverständlich und wir können stolz darauf sein, wie ernsthaft wir uns mit den Fakten auseinandergesetzt haben.
Was uns wichtig ist:
Wir verstehen sehr gut, dass Eltern für ihre Einrichtungen kämpfen. Das ist absolut legitim. Ihre Sorgen und Argumente sind in unsere Beratungen eingeflossen und wurden gemeinsam mit Fachleuten geprüft.
Was uns weniger verständlich ist:
dass manche Fraktionen nach einem Jahr intensiver Arbeit weiterhin behaupten, es seien „noch Fragen offen“, oder nur dann aktiv werden, wenn es um ihren eigenen Ortsteil geht. Wir sind als Stadtrat für die gesamte Stadt verantwortlich nicht für die Interessen einzelner Ortsteile!
Warum Veränderungen nötig sind
Reichenbach hat die Infrastruktur einer 30.000-Einwohner-Stadt ist aber längst eine 20.000-Einwohner-Stadt mit deutlich weniger Kindern. Jahrelang wurden notwendige Anpassungen verschoben.
Das rächt sich jetzt, wie wir es beim Zustand von Straßen und Brücken bundesweit sehen.
Auch frühere Kompromisse wie die Schulbezirksänderung 2020, um die Mylauer Schule zu retten fallen uns heute auf die Füße. Wir müssen ehrlich sein: Wer jetzt behauptet, alles könne bleiben wie es ist, vertröstet die Menschen mit Versprechen, die in der Realität nicht haltbar sind!
Was der Beschluss konkret bedeutet:
➡️ die Weinhold-GS wird mit Beginn des Schuljahres 26/27 in das Gebäude der Neuber-GS ausgelagert.
➡️ ab dem Schuljahr 27/28 wird in der Weinhold-GS keine neue erste Klasse gebildet.
➡️ spätestens mit Beginn des Schuljahres 29/30 erfolgt die Zusammenführung der Weinhold-GS und der Neuber-GS zu einer Grundschule.
➡️ notwendige bauliche Maßnahmen zur Schaffung von Barrierefreiheit an der Neuber-GS sind zu prüfen
➡️ Die Schulbezirke werden angepasst, damit Planungssicherheit entsteht.
Für die Kinder bedeutet das:
Sie behalten ihre Lehrerinnen, ihre Schulleitung, ihre Mitschüler. Sie sitzen am Ende sogar auf denselben Stühlen nur an einem anderen Ort. Kinder kommen mit solchen Veränderungen in der Regel sehr gut zurecht.
Die eigentliche Herausforderung liegt bei den Erwachsenen: in neuen Wegen, neuen Abläufen, zusätzlicher Organisation. Das ist anstrengend aber machbar.
Unser Fazit:
Wir stimmen dem Beschluss nicht zu, weil er „schön“ ist.
Wir stimmen zu, weil er notwendig ist.
Wir sichern damit das gesamte Bildungsangebot unserer kleiner werdenden Stadt für alle Reichenbacher Kinder, heute und in Zukunft.
👉 Verantwortung heißt: schwierige Entscheidungen treffen, bevor andere sie für uns treffen.