01/11/2023
Geboren wurde Rudolf Wilhelm Emil Ladewig am 30. April 1893 in Brodersdorf bei Rostock.
Er lernte Maurer und studierte später Architektur. Im Ersten Weltkrieg wurde bei Verdun schwer verwundet und es musste ein Oberschenkel amputiert werden. 1919 heiratete er in Breslau Hildegard Bucka, deren Eltern jüdischer Herkunft waren. Im November 1925 wurde Ladewig Erster Stadtarchitekt der Stadt Reichenbach im Vogtland.
Er wirkte bei der Planung und dem Bau folgender heute noch Stadtbildprägender Gebäude mit: der Marienkirche, des Wasserturms, der Textilfachschule, der Siedlung am Erlicht, der Wohnhäuser an der Schützenstraße und der Bebelstraße, des Krematoriums und des Obdachlosenheims.
Ab 1931 wurde seine Abteilung im Rathaus aufgelöst und Ladewig wurde freiberuflich Tätig. Zwischen 1932 und 1933 entstand die Sternsiedlung.
Aufgrund seiner "Mischehe" bekam er keine Aufträge mehr aus dem Rathaus des Nazi-Oberbürgermeisters von Reichenbach. Deswegen ging Ladewig 1934 nach Sofia (Bulgarien).
Ab dem 1. September 1935 zog Ladewig mit seiner Familie nach Hamburg. Während des zweiten Weltkriegs schloss sich Ladewig, der als "konservativer Sozialdemkrat" eingeordnet wurde, der Widerstandsgruppe "Kampf dem Faschismus" an.
Zum 28. Juni 1944 wurde ihm sein Arbeitsplatz aufgrund seiner politischen Haltung endgültig gekündigt. Am 22. März 1945 wurde Rudolf Ladewig verhaftet und ins Gestapo-Gefängnis Fuhlsbüttel gesperrt. Aufgrund der nahenden allierten Streitkräfte wurde er am 20. April ins KZ Neuengamme überführt. Zwischen dem 21. und 24. April wurde Ladewig ermordet, die genauen Umstände seines Todes sind bis heute ungeklärt.
In Hamburg erinnert ein Stolperstein an Ladewig und in Reichenbach eine Gedenktafel am Wasserturm.
Stolpersteine Hamburg