26/04/2026
Anfrage der AfD Kreistagsfraktion Recklinghausen
Ausbreitung der asiatischen Hornisse
Die Ausbreitung der asiatischen Hornisse (Vespa velutina) hat sich in den vergangenen Jahren von einem zunächst lokal begrenzten Phänomen zu einer ernstzunehmenden Herausforderung für weite Teile Mitteleuropas entwickelt.
Auch in Nordrhein-Westfalen ist eine zunehmende Dynamik festzustellen. Mehrere Kreise und kreisfreie Städte haben bereits reagiert und verfolgen aktive Strategien zur Erfassung, Eindämmung und Bekämpfung dieser invasiven Art.
So ist festzustellen, dass u. a. im Rhein-Kreis Neuss, im Kreis Viersen sowie im Kreis Wesel bereits strukturierte Maßnahmen etabliert wurden. Dazu zählen insbesondere systematische Meldestrukturen, koordinierte Vorgehensweisen zur Nestentfernung sowie gezielte Maßnahmen zur Sensibilisierung der Bevölkerung. In einzelnen Fällen werden darüber hinaus finanzielle Unterstützungen oder Kostenübernahmen für die fachgerechte Entfernung von Nestern gewährt, um eine schnelle und effektive Bekämpfung zu gewährleisten und Hemmschwellen für entsprechende Meldungen zu senken.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen sowie der erheblichen, ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen – insbesondere auf die Imkerei, die Landwirtschaft und die Biodiversität – ergibt sich auch für den Kreis Recklinghausen ein dringender Handlungsbedarf.
Die AfD Kreistagsfraktion Recklinghausen bittet die Verwaltung daher um die Beantwortung der folgenden Fragen:
1. Sachstand und Monitoring
o Liegen der Verwaltung belastbare Erkenntnisse über das Vorkommen der asiatischen Hornisse im Kreisgebiet Recklinghausen vor?
o Existieren strukturierte Monitoringprogramme oder Meldewege (z. B. in Zusammenarbeit mit Imkerverbänden, Naturschutzorganisationen oder über digitale Plattformen)?
2. Vergleich und bewährte Methoden in Nordrhein-Westfalen
o Welche Erkenntnisse liegen der Verwaltung über Maßnahmen, Strategien und Förderprogramme anderer Kreise und Städte in Nordrhein-Westfalen vor (z. B. Rhein-Kreis Neuss, Kreis Viersen, Kreis Wesel)?
o In welchen Regionen werden bereits Kosten für die Nestentfernung ganz oder teilweise übernommen, und welche Modelle haben sich dabei als besonders wirksam erwiesen?
3. Zuständigkeiten und Koordination
o Welche Behörden und Organisationseinheiten sind aktuell für die Erfassung, Bewertung und Bekämpfung der asiatischen Hornisse zuständig?
o Wie ist die Abstimmung zwischen dem Kreis Recklinghausen, dem Land Nordrhein-Westfalen sowie benachbarten Kommunen organisiert?
4. Konkrete Maßnahmen und Einsatzkonzepte
o Welche konkreten Maßnahmen zur Eindämmung und Bekämpfung werden derzeit umgesetzt oder vorbereitet?
o Gibt es ein abgestimmtes Einsatzkonzept zur fachgerechten Entfernung von Nestern einschließlich klar definierter Abläufe und Zuständigkeiten?
5. Förderung und finanzielle Unterstützung
o Ist vorgesehen, analog zu anderen Kreisen in Nordrhein-Westfalen, eine (teilweise) Kostenübernahme oder Förderung für die Entfernung von Nestern einzuführen?
o Falls nein, aus welchen Gründen wird auf ein solches Instrument verzichtet, obwohl andere Regionen hiermit bereits positive Erfahrungen sammeln?
6. Sensibilisierung und Öffentlichkeitsarbeit
o Welche Maßnahmen zur Information und Sensibilisierung der Bevölkerung sind geplant oder bereits umgesetzt worden?
o Gibt es gezielte Kampagnen, Informationsmaterialien oder Meldeportale, um Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Früherkennung einzubinden?
7. Einbindung lokaler Akteure
o In welcher Form werden Imkerinnen und Imker, Naturschutzverbände, sowie weitere, relevante Akteure in die Strategie eingebunden?
o Gibt es feste Ansprechpartner oder Netzwerke vor Ort?
8. Zukünftige strategische Ausrichtung
o Welche kurz-, mittel- und langfristigen Strategien verfolgt die Verwaltung im Umgang mit der weiteren Ausbreitung dieser invasiven Art?
o Ist die Entwicklung eines umfassenden, präventiven Handlungskonzepts vorgesehen?
Angesichts der Erfahrungen anderer Regionen in Nordrhein-Westfalen zeigt sich deutlich, dass ein frühzeitiges, koordiniertes und auch finanziell unterstütztes Vorgehen entscheidend ist, um die Ausbreitung wirksam einzudämmen. Insbesondere die Förderung der Nestentfernung sowie eine breit angelegte Sensibilisierung der Bevölkerung haben sich als zentrale Bausteine erfolgreicher Strategien erwiesen.
Vor diesem Hintergrund erwartet die AfD Kreistagsfraktion Recklinghausen eine umfassende Darstellung des aktuellen Sachstands sowie konkrete Aussagen zu geplanten Maßnahmen für den Kreis Recklinghausen.