01/03/2026
Waaas? Aus Überzeugung keinen Dreck in unserer schönen Stadt aufsammeln helfen!?
Ja, tatsächlich. Trotz der Tatsache, dass es gute Gründe gibt (Die Umwelt wird sauberer, mensch trifft nette Leute, es gibt ein "Get Together" am Baubetriebshof mit Imbiss und Getränken, das Gemeinschaftsgefühl wird ebenso gestärkt wie die durchaus richtige Annahme, etwas Sinnvolles getan zu haben), sind wir von Die PARTEI nicht dabei!?
Zunächst: Wir möchten uns in keiner Weise über die Menschen echauffieren, die daran teilnehmen. Jedes ehrenamtliche Engagement ist zu begrüßen, so auch dieses!
Was also stört uns als PARTEI dennoch so daran?
Als erstes die Verantwortungsdiffusion:
Es ist Aufgabe der Kommune und nicht Privatsache der Bürgerinnen*, für Sauberkeit und Reinigung in den städtischen Anlagen zu sorgen; dies wird schließlich durch Steuern und Gebühren finanziert. Es ist wichtig, dass die kommunale Verantwortung für die Reinigung und die Sauberkeit bei der Stadt liegt. Denn die Privatisierung führt, wie so oft, auch in diesem Bereich zu sozialer Ungleichheit: Ärmere oder sozial benachteiligte Viertel (mit weniger ehrenamtlichem Engagement) werden vernachlässigt, reiche Stadtteile (mit engagierteren Anwohnerinnen) hingegen bleiben sauberer. Und das, obwohl alle gleich viel Abgaben und Gebühren zahlen müssen.
Zweitens ist ein Dreck-Weg-Tag mehr Symbolpolitik als strukturelle Lösung. Er ist eine kurzfristige PR-Aktion, die die Müllprobleme unserer Stadt nicht dauerhaft bekämpfen hilft, sondern bei dem sich die "engagierte Kommunalpolitik" - sehr schön drüben bei den Ratinger Grünen zu sehen - per Selfie selbstvergewissern kann, das ökologisch Richtige zu tun - selbst wenn die cdU dabei ist.
Als drittes lässt sich feststellen, dass Dreck-Weg-Tage nicht so nachhaltig sind, wie viele meinen und Bündnis 90/Dings es gerne hätte: Oft finden sie nur einmal im Jahr statt, der gesammelte Müll kehrt außerdem schnell wieder zurück. Denn der präventive Effekt, den regelmäßig und professionell von Mitarbeiterinnen der Kommune gereinigte öffentliche Flächen hervorrufen würde, entfällt bei einmaligen, symbolpolitischen Aktionen wie dem Dreck-Weg-Tag.
Deshalb: Engagiert euch für was Sinnvolles und Dauerhaftes, aber nicht für einmalige PR-Aktionen, um sich besser zu fühlen und um insta-taugliche Selfies zu produzieren!