02/06/2026
Senioren-Union Ortsverband – Altersdiskriminierung wirksam bekämpfen statt nur Begriffe ändern
Die Senioren-Union begrüßt grundsätzlich das Ziel der Bundesregierung, den Diskriminierungsschutz in Deutschland zu stärken. Der vorliegende Gesetzentwurf zur Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) bleibt jedoch beim Schutz vor Altersdiskriminierung deutlich hinter den Erwartungen älterer Menschen zurück.
„Die bloße Ersetzung des Begriffs ‚Alter‘ durch ‚Lebensalter‘ bekämpft keine Altersdiskriminierung. Entscheidend ist, bestehende Benachteiligungen älterer Menschen im Alltag, im Berufsleben und bei wichtigen Dienstleistungen wirksam abzubauen“, erklärt Jürgen Muschinsky, Vorsitzender der Senioren-Union Rangsdorf.
Nach Auffassung der Senioren-Union werden ältere Menschen weiterhin häufig mit pauschalen Altersgrenzen und Vorurteilen konfrontiert – etwa bei der Kreditvergabe, im Versicherungswesen oder auf dem Arbeitsmarkt. Deshalb fordern wir die Abschaffung starrer Altersgrenzen, soweit diese nicht sachlich zwingend begründet sind. Transparenz und individuelle Prüfungen müssen an die Stelle pauschaler Altersannahmen treten.
Kritisch sehen wir zudem die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz und automatisierten Entscheidungssystemen. Es darf nicht zugelassen werden, dass bestehende Benachteiligungen älterer Menschen durch Algorithmen verstärkt oder digitalisiert werden.
„Eine moderne Gesellschaft misst Menschen nicht an ihrem Geburtsdatum, sondern an ihren Fähigkeiten, ihrer Erfahrung und ihrem Beitrag für das Gemeinwohl. Der Gesetzentwurf muss deshalb deutlich nachgebessert werden, damit er den Herausforderungen des demografischen Wandels gerecht wird.“