21/06/2026
Ebersbach: Gemeinderat ändert seine Meinung zur WINDKRTAFT
Für die Rödernsche Heide rechts der A13 liegt ein Antrag der Energiequelle GmbH aus dem brandenburgischen Zossen vor. Er sieht fünf Windräder von rund 300 Metern Höhe vor. Der Gemeinderat sollte zustimmen, weil das auch ein Vorranggebiet im neuen Teilregionalplan ist. Aber es kam anders.
Ebersbach. Keine Windräder auf die freie Fläche zwischen Kalkreuth, Reinersdorf und Göhra – dafür, wenn’s sein muss, lieber in die Rödernsche Heide. Auf diesen Kompromiss hatte sich der Gemeinderat Ebersbach Ende Januar 2025 in einer öffentlichen Sitzung mit viel Publikum geeinigt. Nun ist der Antrag für die Rödernsche Heide da. Ebersbach soll dem Bau und der Inbetriebnahme von fünf Windkraftanlagen der Energiequelle GmbH aus Zossen in der Gemarkung Niederrödern zustimmen.
Schon im April ist der Antrag auf immissionsschutzrechtlichen Vorbescheid beim Landkreis gestellt worden. Seit Mai ist das in der Gemeinde bekannt. Die fünf Windkraftanlagen vom Typ Vestas hätten eine Nabenhöhe von 199 Metern und einen Rotordurchmesser von maximal 180 Metern. Sie sind damit rund 300 Meter hoch.
Röderner Einwohner machen Druck
Ebersbach hat die Entscheidung dennoch nicht allein dem Technischen Ausschuss überlassen. Nun sitzen rund 30 Bürger in der Ratssitzung, mehrheitlich aus Rödern. Sie äußern sich in der Bürgerfragestunde, aber auch beim entsprechenden Tagesordnungspunkt mit deutlichem Druck. So bittet Uwe Rentsch von der Bürgerinitiative Gegenwind Rödernsche Heide um Ablehnung.
Und begründet das vor allem ausführlich mit fehlender Planung von wichtigen Details. Rentsch beklagt auch, dass seiner Meinung nach zu spät über den vorliegenden Antrag informiert wurde. Auch Ronny Michel hat ein Informationsschreiben an die Gemeinderäte gerichtet. Seiner Ansicht nach gibt die Kommune bei einer Zustimmung „ihren wichtigsten bauplanerischen Hebel aus der Hand”.
Die Rödernsche Heide ist im Entwurf des Regionalplans als Vorrangfläche Nr. 24 ausgewiesen. Mit einer Größe von 73 Hektar. Zum einen, weil der Gemeinderat sich 2025 positiv dazu gestellt hatte. Und zum anderen, weil der Eigentümer der Rödernschen Heide die Flächen verkaufen will. Bei den anderen beiden Vorrangflächen der Gemeinde im Regionalplan ist das nicht der Fall. Bisher war das Gebiet an der A13 durch den Vogelschutz von Windrädern ausgenommen.
Nun könnten sie im Abstand zu Einzelwohnhäusern im Außenbereich beziehungsweise zum Naturcamping Zschorna von minimal 600 Metern entstehen. Mit jährlich etwa 40.000 Euro zweckgebundenen Zahlungen an die betroffenen Kommunen – neben Ebersbach auch Thiendorf, Radeburg und Laußnitz.
Naturcamping Zschorna wäre betroffen
Michael Welde, der Inhaber des Naturcampings Zschorna am Brettmühlenteich, wohnt zwar in der Nachbargemeinde Thiendorf. Aber auch er äußert sich deutlich gegen die XXL-Windräder. „Ebersbach sollte nicht schon vor dem Regionalen Planungsverband Fakten schaffen“, meint Welde. Allerdings obliegt eine grundsätzliche Entscheidung zu der Voranfrage dem Landratsamt. Erfahrungsgemäß wird ein Nein der Kommune dort ohnehin durch eine Ja-Entscheidung ersetzt.
Doch in Ebersbach geht es jetzt deutlich um ein Bekenntnis. Die Gemeinderäte sollen sich aus Sicht der betroffenen Bürger gegen ihre ursprüngliche Positionierung entscheiden – die beileibe auch nicht einstimmig war. Gemeinderat Andrè Schuppe hat damit ein Problem. „Dort stört es die Menschen am wenigsten“, ist seine Meinung. Gemeinderat Michael Eitner sieht das anders: „Da gab es ein Seeadler-Nest, das mutwillig zerstört wurde. Dazu und zu weiteren Naturschutzfragen fehlen mir hier wichtige Informationen“, so Eitner.
Zustimmung wird mehrheitlich verweigert
Thomas Schädlich gibt unter Beifall der Anwesenden zu bedenken, dass seit dem Kompromiss Anfang 2025 viele Aspekte hinzugekommen seien und sich deshalb ein Beschluss des Gemeinderates auch ändern könne. Erik Baumann bringt die Trinkwasserschutzzonen ins Spiel. Und die Einflugschneise zum Dresdner Flughafen. Baumann beantragt außerdem eine namentliche Abstimmung.
So votieren am Ende zwei Gemeinderäte und Bürgermeister Hentschel für den Vorbescheid, drei enthalten sich und acht stimmen dagegen. Die Gemeindestellungnahme an den Kreis fällt damit negativ aus.
SZ