23/10/2026
Bereits zwei Jahre vor dem schicksalshaften Brand der ehemaligen Klosterkirche in Eibingen ereignete sich ein erstes Unglück auf dem Gelände: Am 30. Juni 1930, in der Eibinger Kirchweihnacht, fielen die in der Mitte des 18. Jahrhunderts erbauten Klosterscheunen und Stallungen gegenüber der Kirche einem Brand zum Opfer. Die Eibinger Pflichtfeuerwehr, unterstützt durch die Rüdesheimer Freiwillige Feuerwehr, konnte sich nur auf die Erhaltung der benachbarten Häuser beschränken, da die lagernden Stroh- und Heuvorräte die alten Scheunen schnell in Flammen aufgehen ließen.
Im Zuge der Trennung von Zivil- und Kirchengemeinde 1932 ging ein Teil des Grundstücks der alten Klosterscheunen in den Besitz der Gemeinde Eibingen über. Die seit Anfang des 19. Jahrhunderts im Ostflügel des Klostergebäudes untergebrachte Eibinger Volksschule wurde daraufhin ausgelagert und auf dem Grundstück der alten Stallungen eine neue Volksschule errichtet, die 1935 bezogen werden konnte. In den 1960er-Jahren wurde diese Schule im Rahmen eines „Erweiterungs-Programmes“ um einen Mehrzweckraum, einen Lehrmittelraum, ein Lehrerzimmer sowie einen vierten Klassenraum mit Platz für 40 Kinder erweitert.
Nachdem sie 1968 noch den Namen „Hildegardis-Schule“ erhalten hatte, schloss sie 1970 als Schule ihre Türen. Die Eibinger Schüler und Schülerinnen besuchten von nun an die Rüdesheimer Volksschule in der Friedrichstraße. Seitdem dient die ehemalige Eibinger Volksschule als Eibinger Vereinshaus und bietet zahlreichen Vereinen Räumlichkeiten.
Quellen:
Schmitt, Anton, Rüdesheimer Chronik. mit Verzeichnis der weltlichen und geistlichen Obrigkeiten, Wiesbaden 1978.
Stadtarchiv Rüdesheim am Rhein
Bildnachweis:
Stadtarchiv Rüdesheim am Rhein