Stadtarchiv Rüdesheim am Rhein

Stadtarchiv Rüdesheim am Rhein Das Stadtarchiv Rüdesheim ist zentrale Anlaufstelle für alle Fragen zur Geschichte Rüdesheims.

„Zuerst gelangt man in eine offene Säulenrunde oder einen kleinen Tempel, wo sich eine der schönsten Aussichten am Rhein...
22/05/2026

„Zuerst gelangt man in eine offene Säulenrunde oder einen kleinen Tempel, wo sich eine der schönsten Aussichten am Rheine öffnet, und schwerlich möchte sie von andern in Deutschland übertroffen werden. Aufgerollt liegt der Rhein da, mit seinen stadtähnlichen Dörfern, seinen Kirchen, Landhäusern, Weinhügeln und grünen Bergen. […] Ungern trennt man sich von dieser Stelle, und möchte immer wieder dahin zurückkehren, um das Bild treu und lebendig in sich aufzunehmen.“

Diese Worte aus dem 1841 veröffentlichten „Handbuch für Reisende in Rheingegenden“ von Dr. Aloys Schreiber fassen besonders eindrücklich den Weitblick des Niederwaldtempels zusammen. Zahlreiche Gäste von nah und fern zog es im Zuge der ‚Rheinromantik‘ an diesen Tempel auf dem Niederwald. Unter ihnen bekannte Namen wie Clemens Brentano, Ludwig van Beethoven u. v. m. Und auch Goethe war 1814 an dieser Stelle so „ergriffen, von der Schönheit des überaus prächtigen Rheingaues“, dass der Tempel eine zeitweise Umbenennung in Goethe-Tempel erfahren hat.

Erbaut wurde der Tempel 1788 unter Graf Karl Maximilian von Ostein. Insgesamt acht weiß bemalte Sandsteinsäulen stützten eine hölzerne Kuppel, die mit Kupferblech gedeckt war. Über die Form der ursprünglich vorhandenen Kuppelausmalung kann nur noch spekuliert werden. Es kann sich um ein natürliches oder stilisiertes Rankenwerk mit allegorischen Figuren gehandelt haben. Denkbar ist ebenso eine Motivik der griechischen Antike, in Anlehnung an die vielfach verwendete Bezeichnung „Monopteros“ für das Tempelwerk.

Über 150 Jahre lud der Tempel mit seinen zwei Bänken zum Verweilen und Genießen des Weitblicks über das Rheintal ein. Erst in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges wurde das romantische Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert durch alliierte Bombenangriffe zerstört.

Quellen:
Bürk, Werner, Der Tempel auf dem Niederwald über Rüdesheim am Rhein, Rüdesheim, 2007.
Heinemann, Hartmut, Der Niederwald bei Rüdesheim – ein Wald und seine Geschichte, in: Rheingau-Forum 2/1997, S.8.
Schreiber, Aloys, Der Rhein, Handbuch für Reisende in den Rheingegenden, 5. Auflage, Heidelberg, 1841, S. 195.
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Mit der Gründung des Deutschen Kaiserreiches 1871 entstand auch die ‚Deutsche Reichspost‘. Um das Jahr 1905 wurden in Rü...
08/05/2026

Mit der Gründung des Deutschen Kaiserreiches 1871 entstand auch die ‚Deutsche Reichspost‘. Um das Jahr 1905 wurden in Rüdesheim erste Planungen für ein eigenes Postdienstgebäude aufgenommen. Noch im Januar 1905 versuchte die Bürgerschaft mit einer Petition an den Staatssekretär des Reichpostamts vergeblich, das Grundstück von Albert Sturm in der Grabenstraße anstelle des vorgesehenen Dilthey’schen Anwesens als Standort für das neue Postamt durchzusetzen.

Im Jahr 1906 erwarb die ‚Reichpost‘ schließlich die Villa des Weinhändlers Ferdinand Dilthey in der Rheinstraße als erstes eigenes Amtsgebäude, nachdem der beträchtliche Kaufpreis von 350.000 Goldmark vom Reichstag genehmigt wurde. Das repräsentative Gebäude bot nun ausreichend Raum, um den stetig wachsenden Postaufkommen sowie neuen Aufgabenfeldern wie dem Telefon- und Telegrammdienst gerecht zu werden.

Erst 1930 wurde das Gebäude erneut umgebaut. Die bisherigen Schalteranlagen wichen dabei einer großen Schalterhalle. Während des Zweiten Weltkrieges blieb das Postamt weitgehend unbeschädigt. Einzig das Hinterhaus mit seinem schmalen Wasserturm wurde durch eine Luftmine zerstört.

Mit der Zeit stieß jedoch auch dieses Gebäude an seine Grenzen. Das repräsentative, mit Sandsteinelementen verzierte Postamt konnte den steigenden Anforderungen des Postwesens nicht mehr gerecht werden und wurde schließlich 1871 durch einen modernen Neubau ersetzt.

Quellen:
Göttert, Rolf, Notizen aus dem Stadtarchiv Nr. 143, 2010.
Schmitt, Anton, Rüdesheimer Chronik. mit Verzeichnis der weltlichen und geistlichen Obrigkeiten, Wiesbaden 1978, S. 80.
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Die Tonfabriken besaßen für Aulhausen einen prägenden Charakter, der sich auch heute noch in der Ortskultur widerspiegel...
24/04/2026

Die Tonfabriken besaßen für Aulhausen einen prägenden Charakter, der sich auch heute noch in der Ortskultur widerspiegelt. Während dabei vor allem alltägliche Gebrauchsgegenstände wie Krüge, Töpfe, Schalen und Fließen entstanden, fanden sich über die Jahre hinweg auch einige künstlerische Tonarbeiten.

Unter diesen befindet sich auch eine heute im Rüdesheimer Stadtarchiv aufbewahrte Pietà. Die Plastik aus Ton zeigt eine sitzende Marienfigur, die eine Jesusfigur über ihren Knien hält. Die 22,5 cm hohe und 16 cm breite Figur enthält noch Spuren einer mittlerweile abgetragenen Bemalung. Insgesamt präsentiert sich die Pietà als naturalistische Darstellung, einzig die Hände sowie der Kopf der Jesusfigur zeigen sich überproportional groß.

Ein im Hohlraum der Figurengruppe gefundener Zettel gibt Hinweis auf den Fundort: „Schmerzhafte Mutter, aus Ton geformt, aufgefunden bei der Fabrik (Hillers Garten)“ Verfasser und Datum bleiben dabei unbekannt. Die abgenutzten Formen erschweren eine stilistische Einordnung. So wird die Pietà von Duchscherer in die Epoche der Gotik datiert, während der ehemalige Rüdesheimer Stadtarchivar Schmitt die Epoche des Barocks vorschlägt.

Quellen:
Dietz, Wilfried, Die Töpferei in Aulhausen, in: Stadt Rüdesheim am Rhein (Hrsg.), Chronik Aulhausen, Rüdesheim, 2008, S. 71 – 144.
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Mit der Errichtung eines einturmartigen Bauwerks zur Zeit der ersten souveränen Herren des Rheingaus in der 2. Hälfte de...
10/04/2026

Mit der Errichtung eines einturmartigen Bauwerks zur Zeit der ersten souveränen Herren des Rheingaus in der 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts beginnt die Geschichte der Burg Ehrenfels. Knapp zwei Jahrhunderte später erteilt der Erzbischof Siegfried II. seinem Neffen Friedrich von Bolanden den Auftrag eines Ausbaus dieser Anlage zu einem festen Turmwerk und schafft die Grundlage für den Burgbau, der heute noch als Ruine erkennbar ist:

Der vermutlich ältere westliche Turm wird durch eine Schildmauer mit einem nun neu errichteten zweiten Turm verbunden. Angepasst an das vorgegebene Felsplateau werden 1,50 bis 1,80 m breite Burgmauern errichtet, die durch einen Eingang an der Ostseite passierbar sind. Ferner lässt Philipp von Bolanden ein drei- oder vierstöckiges Wirtschaftsgebäude sowie ein Diener- und Wachmannschaftshaus und talseitig ein Palassaal mit Herrschaftsgemächern errichten.

Mit der Umfunktionierung der Burg von einem wehrhaften Bollwerk hin zu einer Verwaltungsstelle für die obere kurmainzische Zollverwaltungsstelle des Rheingaus findet in der Mitte des 14. Jahrhunderts mit dem Bau eines Vorburggebäudes auf einem östlichen Vorhof außerhalb der schützenden Burgmauern eine nächste Erweiterung statt. In diesem werden in den beiden oberen Stockwerken Verwaltungs- und Privaträume untergebracht, während sich im Erdgeschoss eine Kapelle befindet.

Auch nach der Zerstörung der Burganlage im Jahr 1689 werden an der verbliebenen Ruine Veränderungen vorgenommen. So wird die östliche Vorburg fast vollständig abgetragen und der Halsgraben vor der Schildmauer wird um fast 9 m aufgeschüttet, sodass der wehrhafte Charakter der Burg heute nur noch schwer nachvollziehbar ist.

Quellen:
Sattler, Siegbert, Burg Ehrenfels bei Rüdesheim, in: Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung (Hg.), Nassauische Annalen 103, Wiesbaden, 1992, S. 27 – 61.
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Bereits früh wurde einer Weiterführung der seit 1840 bestehenden Eisenbahnstrecke zwischen Frankfurt am Main und Biebric...
27/03/2026

Bereits früh wurde einer Weiterführung der seit 1840 bestehenden Eisenbahnstrecke zwischen Frankfurt am Main und Biebrich bis nach Oberlahnstein angestrebt. Durch finanzielle und politische Schwierigkeiten erteilte der Herzog von Nassau jedoch erst 1853 dem belgischen Generalmajor Niellon die Konzession für einen ersten Bau bis Rüdesheim.

Unter der Leitung des englischen Eisenbahningenieurs Vignoles wurde die Gleisführung weitgehend dem Rheingauer Gelände angepasst. Am Adlerturm stieß man allerdings unmittelbar ans Rheinufer, sodass aufwändige Kunstbauten wie Bahndämme, Unterführungen und Tunnels notwendig wurden und der Bau an dieser Stelle für den Moment pausiert wurde.

Am 9. August 1856 startete der erste fahrplanmäßige Zugverkehr in Wiesbaden und erreichte um 9:25 Uhr die provisorische Bahnstation vor dem Adlerturm. Geheimrat Strehlius, der selbst Aktien der „Wiesbadener Eisenbahngesellschaft“ gezeichnet hatte, beschreibt das Ereignis wie folgt:

„Im Bahnhof Curve bei Biebrich-Mosbach stand schon der Eisenbahnzug englischer Bauart bereit, umringt von einer großen Schar von Schau- und Reiselustigen. […] Nach dreifachem Glockenzeichen sollte sich der Zug in Bewegung setzen. Wir hatten beizeiten unsere Plätze auf der linken Seite eingenommen, da hier die Aussicht auf den Rhein am vorteilhaftesten sei. […] In kaum mehr als einer Stunde erreichten wir Rüdesheim, wo der Schienenweg an einer provisorischen Station vor dem Adlerturm endete. Doch ich konnte versichern, daß die Gleisbauarbeiten unverzüglich weiter rheinabwärts fortgesetzt würden und Rüdesheim dann einen würdigen Bahnhof am westlichen Ende der Stadt erhalten werde.“

1858 wurden nach einem Rückzug des belgischen Investors und der Übernahme der Baukosten durch die nassauische Regierung die Bauarbeiten in Richtung Oberlahnstein schließlich fortgesetzt. Das Gebäude des Rüdesheimer Bahnhofs wurde nach einem Entwurf des Architekten Heinrich Velde schließlich 1862 errichtet.

Quellen:
Göttert, Rolf, Notizen aus dem Stadtarchiv Nr. 20, 1992.
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Angeregt durch das 1883 eingeweihte Niederwalddenkmal und den damit verbundenen ansteigenden Touristenströmen, wurde ber...
13/03/2026

Angeregt durch das 1883 eingeweihte Niederwalddenkmal und den damit verbundenen ansteigenden Touristenströmen, wurde bereits wenige Jahre nach der Einweihung eine Zahnradbahn in Rüdesheim errichtet. Der große Anklang dieser führte zu Erwägungen, eine weitere Zahnradbahnstrecke in Assmannshausen zu errichten. Nach Plänen der Berliner Ingenieure Karl Engels und Max Sabersky nahm die 1,5 Kilometer lange Strecke am 1. April 1886 ihren Betrieb auf.

Zu Beginn fuhren auf der Strecke die drei Lokomotiven „Nahe“, „Mosel“ und „Rhein“, die allerdings 1895 durch die drei Rüdesheimer Lokomotiven „Bismark“, „Moltke“ und „Germania“ ausgetauscht wurden. Nachdem diese 1902 ausgemustert wurden, fuhr man in Assmannshausen, ausgelöst durch die im Vergleich mit Rüdesheim geringere Nutzung, nur noch mit zwei Lokomotiven.

Gründe dafür lassen sich auf die Standorte der Bergstationen zurückführen: Während die Rüdesheimer Bergstation in unmittelbarer Nähe zum Niederwalddenkmal lag, befand sich die Assmannshäuser Bergstation in der Nähe des Jagdschlosses und war mit einem Fußmarsch zum Niederwalddenkmal verbunden.

Als mit Kriegsausbruch die Bahnstrecke stillgelegt wurde, fand bis 1922 der Abbau der Anlagen statt. Die Gebäude der Talstation wurden zu Wohnungen umgebaut. Einzig der Steinunterbau mit seinem Treppenaufstieg und dem Kellergewölbe der heutigen Talstation der Niederwald-Seilbahn erinnert noch an die vergangene Zahnradbahn.

Quellen:
Forschner, Rheinhold, Mit Dampf über Zähne. Von der Zahnradbahn zur Seilbahn in Assmannshausen, Rüdesheim am Rhein, 2010.
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ASS Verlag

Am 7. und 8. März ist der TAG DER ARCHIVE, der in diesem Jahr unter dem Motto „Alte Heimat – Neue Heimat“ stattfindet. D...
07/03/2026

Am 7. und 8. März ist der TAG DER ARCHIVE, der in diesem Jahr unter dem Motto „Alte Heimat – Neue Heimat“ stattfindet. Dieser alle zwei Jahre stattfindende Tag der Archive soll dazu dienen, dass sich Archive an die breite Öffentlichkeit wenden und auf die große Bedeutung ihrer Arbeit hinweisen und verfolgt dabei ein klares Ziel: Berührungsängste für einen Besuch zu nehmen, zur Archivnutzung einladen und die „archivalischen Schätze“ sowie die Arbeit hinter den Kulissen sichtbar zu machen.

Das Stadtarchiv Rüdesheim am Rhein möchte den Tag der Archive zum Anlass nehmen, um neben der persönlichen Nutzung des Stadtarchivs vor Ort, auf eine weitere Möglichkeit, Einblicke in die Rüdesheimer Geschichte zu nehmen, hinzuweisen.

Auf der Homepage der Stadt Rüdesheim unter dem Bereich Archiv, finden sich jederzeit abrufbar unter Publikationen einige geschichtliche Beiträge des Stadtarchivs. Das Rüdesheimer Gerichtsbuch von 1582 – 1601 sowie das Hausbuch Nebel von 1769 – 1789 geben Einblicke in die Sitten und Gepflogenheiten ihrer Zeit. Durch das Rüdesheimer Häuserbuch lassen sich Besitzfolge und Alter der Häuser der Altstadt nachvollziehen.

Auch die 159 „Notizen aus dem Stadtarchiv“ von Rolf Göttert, sowie die monatlich im Newsletter der Stadt Rüdesheim erscheinenden Artikel aus dem Stadtarchiv finden sich auf einen Blick und ermöglichen Interessierten mehr über Rüdesheimer Themen zu erfahren – von den Badesitten in Rüdesheim bis hin zur Geselligkeit im Winter. Besonders erfreut uns die neueste Ergänzung: Die „Rüdesheimer Chronik“ von Anton Schmitt lädt jetzt digital zum Stöbern ein. Angefangen in der Frühzeit skizziert sie die Entwicklung der Stadt Rüdesheim am Rhein bis zum Jahr 1976.

Wir laden dazu ein, einen Blick in Jahrhunderte der Stadtgeschichte zu werfen – und vielleicht den ein oder anderen Gedanke zum Thema „Alte Heimat – Neue Heimat“ zu entwickeln.

https://www.stadt-ruedesheim.de/seite/235676/publikationen.html

Trotz der nahen Lage Rüdesheims zum Rhein, stellte die Trinkwasserversorgung eine große Herausforderung dar, wie der Rhe...
27/02/2026

Trotz der nahen Lage Rüdesheims zum Rhein, stellte die Trinkwasserversorgung eine große Herausforderung dar, wie der Rheingauer Kreisbericht 1890 noch bestätigt. Das quarzit- und schieferhaltige Gestein des Niederwalds lässt wenige natürliche Quellen zu und auch im östlichen Stadtgebiet verhindert eine starke Letteschicht eine Wasserzufuhr. Dazu zählt die Region zu den regenärmsten Gebieten Deutschlands. Um dennoch genügend Trinkwasser zur Verfügung zu haben entstanden zahlreiche Brunnen, die auch heute zu Teilen noch entdeckt werden können.

Der älteste Brunnen der Stadt befindet sich in der Brömserburg. In seiner heutigen Form ist dieser vermutlich um 1300 anstelle eines bereits dort befindlichen älteren Brunnens errichtet worden. Als einziger Ziehbrunnen stellt er unter den Rüdesheimer Brunnen ein Unikat dar und zählt weiterhin zu den noch wenigen funktionierende Brunnen der Stadt.

Der mit Werksteinen aufgemauerte Schacht reicht über 9 Meter tief in den Grundwasserspiegel hinab. Dadurch führte er auch bei starker Trockenheit noch genügend Wasser, das zwar nicht die Frische von Quellwasser besaß, durch den Kiesboden aber ausreichend gefiltert wurde, um als Trinkwasser zu dienen.

In seiner ursprünglichen Funktion als Wehranlage sicherte der Brunnen der Brömserburg seinen Bewohner/innen die Trinkversorgung und zeigte sich im Belagerungsfall überlebenswichtig.

Quellen:
Göttert, Rolf, Notizen aus dem Stadtarchiv Nr.81, 1997.
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„In der Oberstraße, wo der Weg nach dem Niederwald abbiegt, fiel mir ein, im rheinischen Fachwerkstil gehaltenes, mit re...
13/02/2026

„In der Oberstraße, wo der Weg nach dem Niederwald abbiegt, fiel mir ein, im rheinischen Fachwerkstil gehaltenes, mit reichen Holzschnitzereien an den Fensterrahmen verziertes Haus auf. Ein Schild besagte, daß ich den Gasthof „zum Felsenkeller“ vor mir hatte […].“

Diese lobenden Zeilen finden sich in einer Plauderei des Hans Becker jr., die zu Beginn des 20. Jahrhunderts erschien. Als einer der ältesten Gasthöfe hat der „Felsenkeller“ seit Jahrhunderten einen festen Platz in der Altstadt: 1613 von der vermögenden Mainzer Familie de la Haye erbaut, diente das Haus von 1750 bis 1800 als Poststation. 1859 erwarb der Bierbrauer Johann Arenz das Gebäude und richtete eine Bierbrauerei mit Gastwirtschaft ein. Ihm folgte 1870 der aus Bayern stammende Braumeister Michael Penzkofer, der die Wirtschaft bis Ende des 19. Jahrhunderts weiterführte. 1902 erwarb die Familie Rölz den Felsenkeller. Unter ihrer Führung wurde 1919 ein Kino eingerichtet, das bis 1944 bestand. Auch nach dem 2. Weltkrieg blieb der „Felsenkeller“ Ort der Geselligkeit, so hielt bspw. der Rüdesheimer Carneval-Verein 1948 dort seine erste Kappensitzung.

Die üppig verzierte Fachwerkfassade inklusive eines abhanden gekommenen in Sandstein gemeißeltes Stadtwappen kamen im Zuge der Straßenverbeiterung der Oberstraße, als die Front des „Felsenkellers“ ca. 3 m zurückverlegt wurde, zum Vorschein. 1944 brannte der „Felsenkeller“ während der Bombenangriffe bis auf die Umfassungsmauern nieder und wurde in alter Tradition wieder aufgebaut.

Quellen:
Göttert, Rolf, Notizen aus dem Stadtarchiv Nr. 28, 1993.
Göttert, Rolf, Notizen aus dem Stadtarchiv Nr. 86, 1998.
Göttert, Rolf, Notizen aus dem Stadtarchiv Nr. 88, 1998.
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Schultheiß und Bürgermeister dienten und dienen als Bindeglied zwischen Bürgern und Landesobrigkeit. In der langen Stadt...
30/01/2026

Schultheiß und Bürgermeister dienten und dienen als Bindeglied zwischen Bürgern und Landesobrigkeit. In der langen Stadtgeschichte Rüdesheims wird bereits 1205 ein „scultetus Herbordus“ urkundlich erwähnt und in der Mitte des 14. Jahrhunderts amtierte ein Giselbrecht, wohl aus dem Ortsadel stammend, als Stadtoberhaupt.

Die anfänglichen Aufgaben der Schultheißen beschränkten sich auf das Eintreiben der Steuern für ihre jeweiligen Landesherren. Mit einem wachsenden Gemeindewesen erweiterte sich das Aufgabengebiet: vermögensrechtliche Angelegenheiten, Polizeifunktionen, Gemeindehaushalt und Verwaltungssachen führten letztendlich zu einer Arbeitsteilung. Während der Gemeinderat die Politik bestimmte, oblagen dem Schultheiß die Verwaltungsgeschäfte.

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Schultheißen, nach der Eingliederung in das Herzogtum Nassau nun Bürgermeister genannt, von einem Amtmann im Auftrag der Regierung gewählt. Häufig wurden auswärtige Kandidaten bevorzugt, da diese örtlichen Interessenskonflikten weniger ausgesetzt waren. Erst ausgelöst durch die Revolution 1848 wurde 1854 die nassauische Gemeindeordnung neu formuliert: stimmberechtigte Bürger wählten nun Wahlmänner, die in einer geheimen Wahl einen Bürgermeister wählten.

Quellen:
Göttert, Rolf, Notizen aus dem Stadtarchiv Nr. 57, 1995.
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Markt 16
Rüdesheim Am Rhein
65385

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