22/12/2022
Steht Heiligabend vor der Tür, scheiden sich in Deutschland die Geister, ob Christkind oder Weihnachtsmann die Familie bescheren. In Luxemburg streicht man den Weihnachtsmann aus der Gleichung: Am 1. Weihnachtstag bringt das Christkind, Chrëschtkëndchen, die Geschenke. Nikolaus und Knecht Ruprecht, Kleeschen und Housekern genannt, spielen am 6. Dezember eine größere Rolle. 👼🎁🎄
Ob Jouuvana und Päkapikks in Estland oder Julemand und Julenisser in Dänemark – in Skandinavien und Estland setzt man bezüglich der Geschenke auf den Weihnachtsmann, der von Kobolden unterstützt wird. In Norwegen und Schweden sind die Aufgaben ähnlich verteilt, doch den Wichteln oder Trollen kommt eine größere Bedeutung zu. Je nach Tradition sind die Trolle freundlicher oder auf Schabernack aus. 🧌🎅
Trolle mit lustigen Namen wie Kochlöffellecker, Fensterglotzer oder Türzuschlager bringen in Island ab dem 13. Dezember kleine Geschenke – oder eine alte Kartoffel, wenn man sich nicht gut verhalten hat –, bis zu Weihnachten alle 13 Trolle versammelt sind. Danach gehen sie nach und nach wieder, bis zum 6. Januar alle wieder verschwunden sind. 🧌🥔
Anstelle einer alten Kartoffel muss man in Italien fürchten, dass die Hexe Befana am 6. Januar ein Kohlestück statt Geschenke bringt. Wie der Weihnachtsmann kommt sie durch Schornsteine, wird dabei aber wirklich dreckig. Da sie auf einem Besen reitet, fegt sie beim Verlassen des Hauses die Böden, um keinen Schmutz zu hinterlassen. 🧙♀️🧹
Das bemerkenswerteste Weihnachtsgeschöpf ist mit Sicherheit der Tió de Nadal in Katalonien. Hierbei handelt es sich um einen Holzklotz, der ab dem 8.12. liebevoll gefüttert wird. Man bringt ihm Äpfel und Brot und umhüllt ihn mit einer Decke, damit er warm bleibt. Am Heiligabend jedoch
endet die Gastfreundschaft: Mit Stöcken schlagen die Kinder auf den Holzklotz ein und singen ein Lied, das ihn dazu auffordert, Geschenke auszuscheiden. 🪵💩