08/06/2026
CSU-SEN-Kreisverband Deggendorf: Stammtisch mit Vortrag über „Gärten früher und heute“
Beim jüngsten Stammtisch des CSU-SEN-Kreisverbandes Deggendorf im Gasthaus Kirschner konnte Vorsitzender Hermann Hilmer zahlreiche Mitglieder und Gäste begrüßen. Im Mittelpunkt des Abends stand ein interessanter und zugleich nostalgischer Vortrag der stellvertretenden Vorsitzenden Elsbeth Fitzek zum Thema „Gärten früher und heute“.
Fitzek erinnerte daran, dass Gärten die Menschen seit jeher begleiten und sich im Laufe der Jahrhunderte ständig weiterentwickelt haben. Während es zahlreiche Formen wie Schlossgärten, Klostergärten, Kräutergärten oder Rosengärten gebe, richtete sie den Blick vor allem auf die Bauerngärten in den Dörfern ihrer Kindheit und auf die Veränderungen, die viele selbst erlebt haben.
Der frühere Pflanz- und Nutzgarten sei für nahezu jede Familie unverzichtbar gewesen. Entlang der Zäune blühten vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein Blumen. Auf den großen Gartenflächen wurden Jungpflanzen für die Felder gezogen sowie zahlreiche Gemüse- und Nutzpflanzen angebaut. Der Garten war damit nicht nur schön anzusehen, sondern ein wichtiger Bestandteil der Selbstversorgung.
Auch der Obstgarten spielte eine bedeutende Rolle. Meist standen dort verschiedene Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Zwetschgenbäume sowie Holunder, Hasel- und Walnusssträucher. Ergänzt wurde das Angebot durch Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren und andere Beerensträucher. Unter den Bäumen wuchs Gras als Tierfutter, häufig dienten die Obstgärten zugleich als Auslauf für Hühner oder Gänse. Fitzek erinnerte auch an die früher selbstverständliche Nachhaltigkeit: Organische Abfälle kamen auf den Komposthaufen, trockenes Material wurde als Brennstoff genutzt.
Im Vergleich dazu würden viele moderne Gärten heute anders gestaltet. Kurz geschorene Rasenflächen, gepflegte Rosenbeete, Koniferen, Ziergräser und teilweise große Steinflächen prägten vielerorts das Bild. Obstbäume fehlten oft, weil Laub und Fallobst als störend empfunden würden. Solche Anlagen wirkten zwar ordentlich und modern, böten jedoch häufig nur wenig Lebensraum für Tiere und Insekten.
Als zukunftsweisende Alternative stellte Fitzek die naturnahe Gartengestaltung vor. Diese verbinde Schönheit, Nutzen und Artenvielfalt. Ein naturnaher Garten biete Schutzräume, Nistplätze und Winterquartiere für zahlreiche Tierarten. Gleichzeitig profitierten auch die Menschen von frischem Obst und Gemüse, Kräutern, Nüssen sowie von Erholung und Naturerlebnis direkt vor der Haustür.
Entscheidend sei dabei eine große Vielfalt an Pflanzen mit möglichst langer Blütezeit, damit Bienen, Hummeln und andere Insekten ausreichend Nahrung fänden.
Zum Abschluss ging die Referentin auf den Wandel des Gartens im Jahreslauf ein: vom Erwachen der Natur im Frühling über die Wachstums- und Erntezeit im Sommer und Herbst bis hin zur winterlichen Ruhephase.
In der anschließenden Diskussion wurden viele Erinnerungen an die eigenen Haus- und Bauerngärten ausgetauscht. Vorsitzender Hermann Hilmer dankte Elsbeth Fitzek für ihren informativen und lebendig vorgetragenen Beitrag, der bei den Zuhörern großen Anklang fand und zahlreiche Denkanstöße für eine naturnahe Gartengestaltung gab. Anschließend klang der Stammtisch in geselliger Runde aus.