24/02/2026
BSW-Kreistagsfraktion Neunkirchen fordert Sonderausschuss – Hinweise auf mögliches Kontrollversagen bei der NVG
Die Kreistagsfraktion des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) im Landkreis Neunkirchen hat die Einsetzung eines Sonderausschusses zur umfassenden Aufklärung der Vorgänge bei der Neunkircher Verkehrs GmbH (NVG) beantragt.
Fraktionsvorsitzender Ralf Georgi erklärt:
„Die Entwicklungen der vergangenen Monate zeigen klar, dass wir es hier nicht mit einzelnen Unregelmäßigkeiten zu tun haben, sondern mit einem komplexen Vorgang, der vollständig aufgeklärt werden muss. Eine Behandlung im regulären ÖPNV-Ausschuss reicht dafür nicht aus.“
Hintergrund sind die seit Monaten bekannt werdenden Entwicklungen rund um die NVG, die sich nach Auffassung des BSW zunehmend zu einem schwerwiegenden Vorgang mit struktureller Tragweite verdichten. Bereits früh hatte die Fraktion darauf hingewiesen, dass eine Behandlung im regulären ÖPNV-Ausschuss der Dimension der Vorwürfe nicht gerecht wird.
Die inzwischen vorliegenden Berichte und Gutachten enthalten zahlreiche Hinweise auf problematische Abläufe. Dazu zählen unter anderem umfangreiche Sponsoring- und Spendenaktivitäten, auffällige Abrechnungspraktiken einschließlich sogenannter Nullrechnungen sowie der Einsatz von Personal und finanziellen Mitteln außerhalb des eigentlichen Unternehmenszwecks.
In der Gesamtschau ergibt sich aus Sicht der Fraktion der Eindruck erheblicher Defizite in den internen Abläufen. Es steht der Vorwurf im Raum, dass Kontrollmechanismen nicht ausreichend gegriffen haben könnten.
Besonders schwer wiegt, dass zentrale Kontrollinstanzen nach eigener Darstellung über wesentliche Vorgänge nicht oder nicht ausreichend informiert gewesen sein sollen. Sollte sich dies bestätigen, stellt sich zwingend die Frage nach der Funktionsfähigkeit der Aufsicht und der politischen Verantwortung.
Neben den bereits diskutierten Sponsoring-Vorgängen sieht das BSW weiteren erheblichen Aufklärungsbedarf bei:
der Nachvollziehbarkeit von Abrechnungen und Zahlungsflüssen,
dem Umgang mit sogenannten Nullrechnungen,
dem Einsatz von Personal für nicht originäre Aufgabenbereiche,
strukturellen Defiziten in der Unternehmensführung,
sowie der Rolle und Informationslage des Aufsichtsrates.
Die Fraktion betont, dass es sich um Sachverhalte handelt, die umfassend aufgeklärt werden müssen. Eine abschließende Bewertung könne erst nach vollständiger Sichtung aller verfügbaren Unterlagen erfolgen.
Ein Sonderausschuss ist aus Sicht des BSW das geeignete Instrument, um die Vielzahl an offenen Fragen strukturiert, transparent und über einen längeren Zeitraum hinweg aufzuarbeiten. Der reguläre ÖPNV-Ausschuss ist dafür weder ausgelegt noch ausreichend ausgestattet.
„Wir haben es mit einem Vorgang zu tun, der uns noch lange beschäftigen wird. Deshalb braucht es ein eigenes Gremium mit klarem Auftrag und voller Transparenz.“
Die BSW-Kreistagsfraktion fordert die übrigen Fraktionen im Kreistag auf, den Antrag zu unterstützen und damit ein klares Signal für Aufklärung, Transparenz und funktionierende Kontrolle zu setzen.
„Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, ob und wo es Versäumnisse gab und wer dafür politische Verantwortung trägt.“