07/10/2026
OGS in Ochtrup: Warum eine funktionierende Struktur infrage stellen?
Bereits zum zweiten Mal hat sich der Ausschuss für Schulen, Kultur und Sport intensiv mit dem Antrag von CDU und FWO beschäftigt, prüfen zu lassen, ob die Offenen Ganztagsschulen in Ochtrup künftig von einem freien Träger statt von der Stadt betrieben werden sollen.
Nach der ersten Beratung im Juni und der deutlichen Kritik aus Schulen, OGS, Verwaltung und Politik wurde der Antrag zunächst vertagt. Nun wurde er erneut eingebracht und um die Einrichtung eines begleitenden Arbeitskreises ergänzt.
An unserer grundsätzlichen Bewertung ändert das nichts.
SPD und Grüne haben auch diesmal gegen den Antrag gestimmt. Wir als SPD werden unsere ablehnende Haltung auch in den weiteren Beratungen deutlich vertreten.
Dabei ist uns eines besonders wichtig: Unsere Haltung richtet sich ausdrücklich nicht gegen freie Träger. Wohlfahrtsverbände und andere anerkannte Träger leisten vielerorts hervorragende pädagogische Arbeit. Dass eine OGS in freier Trägerschaft gut funktionieren kann, stellen wir überhaupt nicht infrage.
Für uns stellt sich vielmehr eine andere Frage:
Warum sollen wir in Ochtrup eine gewachsene und gut funktionierende kommunale Struktur infrage stellen, wenn es dafür bislang keine überzeugende Notwendigkeit gibt?
Denn es sind keineswegs nur wir als SPD, die keinen Anlass für einen Trägerwechsel sehen. Bereits in der ersten Ausschussberatung haben die betroffenen Schulleitungen und OGS-Leitungen sehr deutlich gemacht, dass sie hinter den bestehenden Strukturen und der städtischen Trägerschaft stehen. Auch die Verwaltung hat sich klar für die Fortführung der städtischen Trägerschaft ausgesprochen.
Das wiegt für uns schwer.
Denn diejenigen, die jeden Tag unmittelbar mit diesem System arbeiten, erleben eine enge Verzahnung von Schule und OGS, kurze Wege, verlässliche Strukturen und eingespielte Teams.
Unsere OGS-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter leisten täglich wichtige und verantwortungsvolle Arbeit für die Kinder und Familien unserer Stadt. Ein möglicher Trägerwechsel ist deshalb keine rein organisatorische Entscheidung. Es geht um Menschen, Arbeitsbedingungen, gewachsene Beziehungen, pädagogische Konzepte und Verlässlichkeit für Kinder und Eltern.
Deshalb bleibt für uns die entscheidende Frage:
Welchen konkreten Mehrwert hätte ein Trägerwechsel für unsere Kinder?
Was würde dadurch besser? Welche Verbesserung wäre tatsächlich nur durch einen anderen Träger möglich?
Darauf haben wir bislang keine überzeugende Antwort erhalten.
Der kommende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung stellt auch Ochtrup vor neue Herausforderungen. Natürlich müssen wir deshalb über Strukturen, Personal und Qualität sprechen und unsere OGS kontinuierlich weiterentwickeln.
Aber Weiterentwicklung bedeutet für uns nicht Trägerwechsel.
Die städtische Trägerschaft hat sich über viele Jahre bewährt. Schulen, OGS und Verwaltung haben gemeinsam Strukturen aufgebaut, die funktionieren und von denen unsere Kinder und Familien profitieren.
Deshalb ist unsere Haltung klar:
Wir wollen diese erfolgreiche städtische Trägerschaft erhalten und gemeinsam mit den Beschäftigten, Schulen, Eltern und der Verwaltung weiterentwickeln.
Für einen Trägerwechsel sehen wir nach wie vor keinen überzeugenden Grund.
Was gut funktioniert, sollte man verbessern, wo es nötig ist, aber nicht ohne Not grundsätzlich infrage stellen.
Sarah Lahrkamp
Fraktionsvorsitzende
Nicole Wienefoet
Ratsmitglied
Jörg Krabbe
Vorsitzender der SPD Ochtrup